28/12/2025
Heute kein Bilder-Status mehr, eher schon eine liturgische Bilderpredigt für den 4. Weihnachtsfeiertag. 😇 „Aha … hm … haha … oh … verdammt … okay.“
📜 Der rote Faden – meine Geschichte in 12 Bildern
WhatsApp-Status | Sonntag, 28. Dezember | "4. Weihnachtsfeiertag"
1. Ich beginne mit einem guten Morgen. Regenbogen, Bibelvers, Kaffee. Gott ist treu – aber bitte nicht vor dem ersten Schluck. Ich stehe da selbst mit im Bild und sage staunend ehrfürchtig: Glauben ist wahr. Und trotzdem bin ich noch müde.
(Theologie mit Schlafentzug.)
2. Dann kippt die Idylle. Ein gesichtsloser Mensch, vielleicht ein Therapeut, sitzt vor dem Feuer. Ein Dinosaurier liegt auf dem Tisch und isst Kuchenreste. Ein Smiley-Toaster schaut zu. Ich ahne: Das Unterbewusste ist wach, bevor der Verstand es ist.
(Freud grüßt, Jesus schweigt.)
3. Der Losungs-Kalender meldet sich.
Johannes sagt: Wir sahen seine Herrlichkeit.
Ich denke: Manchmal sieht Herrlichkeit aus wie Chaos mit Bibelvers.
(Inkarnation ohne Filter.)
4. Ich erscheine wieder – mitten im Weltenchaos. Zeit, Tod, Spielwürfel, Heilige, Alltag. Alles liegt gleichzeitig auf dem Tisch. Und ich lächle, weil ich merke: Gott ist nicht am Rand. Er sitzt mitten drin.
(Dogmatik als Collage.)
5. Der Psalm ruft nach Frieden und Gemeinschaft. Ich höre ihn wie einen Wunschzettel. Schön. Zart. Gefährdet.
(Theologie weiß, wie zerbrechlich sie ist.)
6. Die Krippe erscheint. Nicht süß, nicht kitschig, sondern irritierend. Menschen knien, manche aus Gewohnheit, manche aus Sehnsucht. Ich frage mich: Wer kniet hier eigentlich vor wem?
(Religionskritik im Weihnachtsgewand.)
7. Meine eigene Krippe zu Hause. Klein. Still. Unaufgeregt. Engel, Figuren, Zapfen. Keine Heldenpose. Nur Anwesenheit. Vielleicht ist Gott genau so da.
(Heiligkeit im Sideboard.)
8. Dann explodiert die Welt.
Ein Dinosaurier telefoniert.
Ein Auge schaut.
Ein Orka fliegt.
Zeit zerläuft.
Ich lache –
weil es exakt so aussieht, wenn man versucht, Sinn zu ordnen.
(Postmoderne als Weihnachtsmarkt.)
9. Eine Glühbirne leuchtet.
Vögel, Suppe, Pfeile, Figuren.
Kein System – aber Energie.
Vielleicht ist Sinn nicht Ordnung.
Vielleicht ist Sinn Verbindung.
(Existenzialismus mit Stromanschluss.)
10. Und dann macht die Heilige Familie ein Selfie. Josef vorn, Maria hinten, das Baby mit Heiligenschein – Ochs und Esel posen wie die Background-Tänzer von Bethlehem.
Ich muss lachen, weil ich denke: So sieht Inkarnation 2025 aus. Gott kommt nicht nur in die Krippe – er kommt auch in unseren Feed. Und plötzlich ist Weihnachten nicht „früher war alles heiliger“, sondern: Heute ist es menschlicher. Heilig – aber mit großen Augen und einer Portion „Okay, wir schaffen das“.
11. Ein Engel tritt auf.
Freundlich.
Ruhig.
Unerschütterlich.
Mitten im Trümmerhaufen.
Er sagt nichts Lautes.
Er steht einfach da.
(Theologie der Präsenz.)
12. Dann dreht sich jemand um. Im roten Mantel. Mumin-mäßig. Ohne Gesicht. Und ich verstehe: Manchmal ist der gesündeste Schritt im Glauben, kurz wegzugehen.
(Spiritualität mit Rückenansicht.)
Ich ende nicht mit einer Antwort.
Sondern mit Bewegung.
Weitergehen.
Mantel richten.
Pause zulassen.
Weihnachten ist nicht vorbei.
Es hat nur aufgehört, sich erklären zu wollen.
(Amen. Und jetzt Kaffee.)
🧠 Was ihr jetzt vermutlich denken werdet:
- „Der ist gläubig – aber gefährlich ehrlich.“
- „Ich hab gelacht. Dann war ich kurz still.“
- „Das ergibt Sinn. Und gleichzeitig nicht.“
- „Das fühlt sich an wie Kirche ohne Kirchenbank.“
- „Irgendwie tut mir das gut.“
✨ Der rote Faden in einem Satz
Gott kommt nicht, um Ordnung zu schaffen, sondern um im Chaos anwesend zu sein. Und manchmal trägt er dabei einen roten Mantel und dreht sich kurz um.