21/05/2026
Wie autoritäre Regierungen und Technologiekonzerne Algorithmen nutzen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen
auch bekannt als Der größte Angriff auf die Meinungsfreiheit
Warum dominiert die AfD die Feeds der deutschen Nutzerinnen und Nutzer auf allen Social-Media-Plattformen? Entgegen der weit verbreiteten Annahme liegt es nicht daran, dass die Partei besonders viele Inhalte veröffentlicht. Das tut sie nicht. Ihre Inhalte werden von den Plattformen gezielt hochgespült. Auf X betrug der Boost-Faktor während des deutschen Wahlkampfs 2025 für die AfD 2,5 – ohne jegliches Engagement. Der Boost-Faktor für die BSW lag bei 10. Die SPD wurde um den Faktor 10 zensiert, die Grünen um den Faktor 5. Denn auf X entscheidet Elon Musk, was wir sehen und welche Themen wir diskutieren. Auf TikTok ist es sehr ähnlich.
Ist die AfD so stark, weil die Menschen ihre Inhalte mögen? Nein! Die Menschen mögen sie nicht. Entgegen der landläufigen Meinung sehen Menschen das, was sie ablehnen. Denn Empörung ist der stärkste Motor für Aufmerksamkeit und Engagement.
Engagement-basiertes Ranking ist der Kern des Problems: Wenn Interaktion die Reichweite bestimmt, gewinnen extreme Inhalte immer. Hass, Empörung und Desinformation sind strukturell und systematisch überlegen gegenüber Fakten, Differenziertheit und Kompromiss. Wer Aufmerksamkeit will, ist gezwungen, seine Inhalte so nah wie möglich an die Richtliniengrenze zu treiben – Radikalisierung by Design.
Im politischen Bereich führen diese zwei unterschiedlichen Mechanismen zu einem starken Rückenwind für extremistische Parteien und einem Dimming-Effekt – sprich: Zensur – für gemäßigte und insbesondere progressive Parteien.
Engagement-basiertes Ranking ist nicht mit der Demokratie vereinbar, weil es zerstört, was eine Demokratie zum Gedeihen braucht: sachliche Informationen und Politikerinnen und Politiker, die bereit sind zuzuhören und Kompromisse zu finden.
Die Lösung ist denkbar einfach: Gebt den Nutzerinnen und Nutzern die Kontrolle über ihre Timelines. Lasst sie ihre Inhalte selbst wählen. Einfache und attraktive Designlösungen sind bereits vorhanden. Es gibt keine Ausreden.
In der EU haben wir auch die gesetzlichen Grundlagen dafür. Die Artikel 34 und 35 des Digital Services Act sind Wunderwaffen – wenn wir sie einsetzen wollen. Sie bieten bereits die rechtliche Grundlage, um Algorithmusänderungen vorzuschreiben. Die Nutzerinnen und Nutzer verdienen echte Freiheit bei der Wahl ihres Contents.
Gleichzeitig brauchen wir dringend mehr öffentliche und private Anschubfinanzierung für die vielen neuen Social-Media-Apps, die aktuell in Europa entstehen.
Was fehlt, ist der politische Wille.
Die Frage lautet nicht, ob wir die Demokratie retten KÖNNEN. Die Frage lautet, ob wir es WOLLEN.
Quelle: Alexandra Geese, MdEP Greens/EFA
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Nur durch den DSA können wir offenbar Christian & Leonie wieder von ihrem widerlichen Wahlverhalten abzubringen, d.h. jede/n 4. in der Wählergruppe zwischen 25 und 45 Jahren, die sich lieber in sozialen Medien und bei klickgeilen Hetzinfluencer*innen "informieren" resp. "politisch bilden" als über taz & FAZ, ZEIT & freitag und versierten Politikjournalist*innen mit Pressekodex, um dann z.B. bei der BWT 25 die AfD zu wählen.
Und: Endlich diese vorgenannte Altersgruppen politisch massiv outen und adressieren für ihre demokratiehasserische, profaschistische "Offenheit/Grundhaltung".
Ebenfalls entgegen der landläufigen Falschmeinung sind die Babyboomer, also die über 60-Jährigen, das Demokratiebollwerk per se. "Lediglich" etwa jede/r 11. (alle über 60 J.) ist bundesweit anfällig für das blaue Geschreie der Hetze. Kann man bei jeder Wahlanalyse seit der BWT25 nachlesen. D.h. nicht Onkel Heinz ist auf dem Familienfest das Demokratieproblem am Tisch, sondern Nichte Leonie und Neffe Christian, die in ihrem kurzen bisherigen Leben nur demokratische Freiheiten genossen haben.
Das ist übrigens keine Meinung, sondern einfach nur Fakt (siehe Infografik).
Aufstehen gegen Rassismus