02/09/2026
Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!
350 Menschen demonstrierten am 01.09.26 in Mainz-Kastel
Zum diesjährigen Antikriegstag, dem Jahrestag zum Gedenken an den Beginn des Zweiten Weltkrieges, am 1. September 1939, hatte der DGB Frankfurt-Rhein-Main zusammen mit der Friedens- und Zukunftswerkstatt und vielen weiteren Organisationen zu einer Demonstration nach Mainz-Kastel aufgerufen.
Philipp Jacks (Regionsgeschäftsführer des DGB) sprach vielen Anwesenden aus dem Herzen, als er betonte, dass er mit größter Sorge auf die Entwicklungen der internationalen Beziehungen schaue. Statt auf Diplomatie und Völkerrecht setzten viele Staaten zunehmend auf Konfrontation.
Mit Blick auf seine persönliche Lehre aus der NS-Zeit appellierte er an den zwischenmenschlichen Umgang: „Wir sind alle nicht immun gegen Vorurteile. Wer andere Menschen zu Unmenschen erklärt, und ihnen Rechte abspricht, der macht sich selbst zum Unmenschen.“
In dem gemeinsamen Aufruf hatten die beteiligten Organisationen gefordert, dass die EU – mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Aggressionen der USA im Nahen Osten und Lateinamerika – eine eigenständige Rolle als globale Friedensmacht einnehmen müsse, statt auf Aufrüstung zu setzen. Klar sprachen sich die Redner*innen, darunter Hartmut Bohrer (langj. Ortsvorsteher in Mainz-Kastel), gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen in Wiesbaden aus.
Die Europäer*innen sollten sich zudem eindeutig zum Völkerrecht bekennen, sich gegen jeglichen Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus zur Wehr setzen und zum solidarischen und grenzenlosen Partner des globalen Südens werden sowie die Kriminalisierung der Migration beenden.
Für uns als DGB ist klar: Sicherheit beruht vor allem auf sozialer Gerechtigkeit. Für uns stehen Frieden und Sicherheit in einem untrennbaren Zusammenhang mit guten Lebens- und Arbeitsverhältnissen, demokratischer Stabilität, wirtschaftlichem Erfolg und gerechter Verteilung des Reichtums.
Ein massiver Aufwuchs des Militäretats darf nicht zulasten des Sozialstaates, öffentlicher Investitionen und der sozialen Sicherung gehen. Rüstungsinvestitionen können einen ökonomischen Aufschwung nicht herbeiführen. Wenn der Staat bei der Krisenprävention, der humanitären Hilfe und im sozialen Bereich drastisch kürzt, schwächt das den gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit die Demokratie selbst.
Paulina Flechtner von der DGB-Jugend machte in ihrer Rede deutlich, dass viele junge Menschen die Wiedereinführung eines verpflichtenden Kriegsdienstes oder anderer Zwangsdienste ablehnten. Solche Dienste bedeuten einen tiefen, ungerechtfertigten Eingriff in die persönliche Freiheit und die Lebensgestaltung junger Menschen. Junge Menschen brauchen positive Perspektiven mit Bildungs- und Chancengleichheit, damit sie zu selbstbestimmten, kritisch denkenden und verantwortungsvollen Demokraten*innen werden können. Immer wieder riefen junge Gewerkschafter*innen: „Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze“.