18/06/2026
Anlässlich der Einladung des Frankfurter Oberbürgermeisters Mike Josef (SPD) zu einem ressortübergreifenden Bahnhofsviertel-Gipfel erklärt Daniela Mehler-Würzbach, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Römer:
„Die Zeit des Wahlkampfs ist vorbei. Soziale Probleme lassen sich nicht durch öffentlichkeitswirksame Repression und Law-and-Order Symbolpolitik lösen. Es ist richtig, dass Stadt und Land gemeinsam Verantwortung übernehmen müssen. Jedoch helfen keine weiteren Gipfel, Razzien oder fototaugliche Besuche des Innenministers Poseck (CDU).“
„Seit Wochen wird öffentlich über das Bahnhofsviertel und drogengebrauchende Menschen gehetzt. Bei dieser unsäglichen Debatte gerät völlig außer Sicht, dass es hier um Menschen geht. Menschen mit Suchterkrankungen, Menschen in Ausnahmesituationen, Menschen, die bereits unter heftigen Repressionen durch die Polizei leiden. Stattdessen werden Verdrängung und weitere Kriminalisierung gefordert. Dabei bleibt die Frage, wo die Betroffenen überhaupt hinsollen, offen. Menschen verschwinden nicht einfach, wenn sie verdrängt und vertrieben werden. Eine Politik, die auf kurzfristige und menschenverachtende Maßnahmen setzt, löst keine Probleme und kann nur verlieren“, so Mehler-Würzbach weiter.
Die Situation verschärfe sich auch deshalb, weil Baustellen immer mehr Aufenthaltsräume verdrängen. Mehler-Würzbach abschließend: „Das erhöht den Druck auf alle – auf Anwohnende, Gewerbetreibende, Hilfseinrichtungen und die Betroffenen selbst. Hier immer noch mehr Polizei zu schicken statt Sozialarbeiter*innen ist grundfalsch. Die Hilfseinrichtungen müssen endlich als Teil der Lösung begriffen werden. Es braucht ausreichend Aufenthaltsräume, eine Anpassung der Baustellensituation und eine niedrigschwellige sozialarbeiterische Ansprache. Statt suchterkrankte Menschen weiter zu skandalisieren und sie öffentlich und medial zu drangsalieren muss die Politik ins Handeln kommen und endlich helfen.“