26/03/2026
Am morgigen Freitag findet die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Freilassing statt. Dort berichten der Verein und die öffentlich rechtliche Einheit über das vergangene Kalenderjahr 2025. Hier im Vorfeld der Jahresbericht über die technischen Hilfeleistungen des Jahres.
Insgesamt 209 Einsätze, also 10 mehr als im Jahr 2024 verzeichnet die Statistik der Freiwilligen Feuerwehr Freilassing für das abgelaufene Kalenderjahr 2025. Durchwegs einsatzreich, aber mit nur sehr wenigen schwerwiegenden Großeinsätzen, so könnte man das Jahr 2025 der Feuerwehr Freilassing deshalb treffend betiteln. Gott sei Dank muss man sagen, denn schließlich sind Feuerwehreinsätze sehr oft auch mit menschlichem Leid verbunden und deshalb ist es als sehr positiv zu bewerten, wenn es nicht zu diesen angesprochenen Großeinsätzen mit hohem Personen- oder Sachschaden kommt. Trotzdem gab es im vergangenen Jahr einiges zu tun.
Zwar nicht riesig, aber zumindest für die beteiligten Personen tatsächlich dramatisch waren mehrere Einsätze im Bereich der technischen Hilfeleistung:
Bei einem Verkehrsunfall auf der B 20 auf der Brücke über den Hagenweg, war im Mai ein BMW mit einem VW-Bus zusammengestoßen. Beide Fahrer wurden dabei sehr schwer verletzt. Der BMW-Fahrer musste auf Geheiß des Notarztes mit technischen Gerät von der Feuerwehr per Crashrettung, also weniger schonend, dafür aber möglichst schnell, aus dem Fahrzeug befreit werden.
Ein weiterer Verkehrsunfall, ebenfalls auf der B 20 an der Abzweigung Freilassing Nord, zwischen einem PKW und einem LKW verlief etwas glimpflicher: die nur mittelschwer verletzte Fahrerin des PKW konnte ihr Fahrzeug selbstständig verlassen, obwohl es zunächst hieß, dass sie eingeklemmt wäre.
An der selben Stelle ereignete sich schon Anfang Mai ein anderer Verkehrsunfall zwischen zwei PKW, einer davon mit Anhänger. Dieser verlief trotz einem Verletzten ebenfalls relativ glimpflich, es musste niemand technisch aus seinem Fahrzeug befreit werden.
Auch bei Freilassing Mitte war die B 20 dann gegen Ende des Jahres noch Schauplatz eines Unfalls mit drei beteiligten Fahrzeugen: ein in Salzburg lebender Grieche war auf die falsche Straßenseite geraten, hatte einen PKW gestreift und einen zweiten anschließend frontal getroffen. Mit viel Glück kamen alle beteiligten Personen mit leichten oder maximal mittelschweren Verletzungen davon. Eingeklemmt war entgegen ersten Meldungen niemand.
Nicht nur auf der B 20 passieren Verkehrsunfälle, auch im Stadtgebiet ist man nicht davor gefeit. Beim seitlichen Zusammenstoß eines Kleinkraftrades und einem PKW auf der Industriestraße wurde der jugendliche Kradfahrer zwar über das Automobil und auf die Straße geschleudert, kam aber ebenfalls mit „nur“ mittelschweren Verletzungen davon.
Ein weiterer Unfall innerhalb der Stadtgrenzen ereignete sich zur frühen Morgenstunde am Salzburger Platz, zwei PKW kollidierten, eine Person wurde dabei verletzt.
Nicht nur Verkehrsunfälle verursachen Verletzungen, das musste ein Arbeiter beim Abbau einer Lichtreklame am Gebäude einer Firma an der Traunsteiner Straße schmerzlich erfahren. Aus ungeklärte Ursache war die schwere, große Lichtreklame auf den Arbeiter gestürzt und hatten ihn zunächst eingeklemmt. Bis zum Eintreffen der Feuerwehr war der Handwerker aber bereits von Kollegen aus seiner misslichen Lage gerettet worden.
Schon ganz zu Beginn des Jahres hatte eine junge Frau sehr viel Glück. Sie war unvorsichtigerweise auf das dünne Eis des Auweihers gegangen und etwa 20 m vom Ufer eingebrochen. Ein Spaziergänger, der sich in der Nähe befand, wurde auf das Unglück aufmerksam, alarmierte die Rettungskräfte und half dem Mädchen noch während der Anfahrt eines Großaufgebots an Einsatzkräfte aus dem Wasser. So blieb es bei Unterkühlung der beiden Personen, das hätte auch ganz anders enden können!
Die meisten der insgesamt 58 Einsätze, bei denen Menschen geholfen werden mussten, fielen aber unter die Stichwörter „Personenrettung mit der Drehleiter“ oder „Türe öffnen akut“. 15 mal mussten mit dem Hubrettungsfahrzeug verletzte oder erkrankte Personen meist auf Grund enger Treppenhäuser und gleichzeitig schweren medizinischen Befunden, aus oberen Stockwerken gerettet werden. Sogar 35 mal galt es für den Rettungsdienst oder die Polizei dringend Wohnungstüren zu öffnen. Mit der inzwischen gestiegenen Verbreitung von Notrufknöpfen im Privathaushalten passiert es oft, dass betroffene Personen zwar Rettungskräfte alarmieren, aber nicht mehr die eigene Haustür aufsperren können.
In zwei Fällen mussten Personen aus steckengebliebenen Aufzügen befreit werden. In der Regel ist das eigentlich kein Einsatz für die Feuerwehr, denn die meisten in den Fahrstuhlkabinen angebrachten Notrufknöpfe geben ihren Alarm an die Wartungsfirmen dieser Aufzüge weiter, die sich dann darum kümmern. Manchmal dauert es aber zu lange bis zu deren eintreffen und dann wird auch hin und wieder die Feuerwehr zu Hilfe gerufen.
Auch eine Vermisstensuche beschäftigte die Feuerwehr Freilassing im letzten Jahr. Ein Mann war aus einem Seniorenheim in Surheim ausgebüxt. Nach gut eineinhalb Stunden Suche wurde er tatsächlich im Bereich des sogenannten Naglerwaldes in Freilassing wohlbehalten aufgefunden und wieder in Obhut übergeben.
Und eine Person fiel der Feuerwehr buchstäblich vor die Füße: Beim Zurückfahren von einem anderen Einsatz fiel ein offensichtlich Betrunkener direkt vor einem Feuerwehrfahrzeug rückwärts vom Gehsteig auf die Straße. Natürlich wurde auch hier sofort ohne zusätzliche Feuerwehralarmierung Hilfe geleistet, dafür aber Rettungsdienst dazugeholt. Allerdings war der betroffene Mann mit der Hilfe nicht wirklich einverstanden: er beleidigte die Einsatzkräfte lautstark, wurde verbal aggressiv und versuchte auch noch handgreiflich zu werden. Aus diesem Grund wurde dann auch noch die Polizei zu Hilfe geholt und anschließend Anzeige erstattet.