12/05/2026
Mehr Geld für Funktionäre, Brandmauer gegen die AfD – so lief die konstituierende Sitzung im Kreistag Freising
Gestern, am 11.05.2026 fand die konstituierende Sitzung des Kreistages Freising statt, und eines ist klar: Die AfD ist stärker denn je vertreten.
Mit nun 7 Sitzen statt bisher 4 sind wir deutlich gewachsen und werden die Interessen unserer Bürger weiterhin konsequent vertreten.
Zu Beginn wurde ein Antrag der Linken behandelt, die Punkte zur Aufwandsentschädigung der Landrätin und des stellvertretenden Landrats sowie das Thema Dienstwagen aus der nichtöffentlichen Sitzung in die öffentliche Sitzung zu verlegen.
Diesen Antrag haben wir ausdrücklich unterstützt. Warum?
Weil wir exakt denselben Antrag bereits 2020 gestellt hatten.
Damals wurde unser Antrag natürlich abgelehnt.
Transparenz scheint im Kreistag offenbar immer nur dann erwünscht zu sein, wenn sie nicht von der AfD eingefordert wird.
Umso bemerkenswerter, dass derselbe Antrag diesmal plötzlich mehrheitsfähig war.
Anschließend wurde die Landrätin vereidigt und auch unsere vier neuen AfD-Kreisräte wurden gemeinsam mit den weiteren neuen Mitgliedern des Kreistages vereidigt.
Besonders spannend wurde es bei der Wahl des stellvertretenden Landrats.
Die CSU schlug tatsächlich einen Grünen, Franz Heilmeier, für das Amt des stellvertretenden Landrats vor, ganz nach Wunsch der Landrätin Frau Hoyer.
Den Freien Wählern stieß das erwartungsgemäß bitter auf, denn traditionell stellten die letzten Jahre, die zweitstärkste Kraft, den stellvertretenden Landrat. Da die Freien Wähler diesen Anspruch weiterhin für sich sahen, schickten sie Maria Scharlach aus Mauern ins Rennen.
Am Ende gewann Franz Heilmeier mit deutlicher Mehrheit.
Schon Franz Josef Strauß stand den Grünen politisch äußerst kritisch gegenüber. Umso bemerkenswerter erscheint es, dass die CSU heute selbst auf kommunaler Ebene problemlos mit den Grünen gemeinsame Mehrheiten organisiert – insbesondere dann, wenn es um Personalentscheidungen und höhere Aufwandsentschädigungen geht.
Auch die sogenannte „Brandmauer“ zur AfD stand selbstverständlich wieder felsenfest.
Unser Vorschlag, Richard Paukner als weiteren stellvertretenden Landrat aufzustellen, erhielt exakt 7 Ja-Stimmen, also ausschließlich die Stimmen der AfD-Fraktion.
Offenbar zählt im Kreistag für viele nicht Kompetenz oder Inhalt, sondern ausschließlich das Parteibuch.
In seiner Vorstellungsrede machte Richard Paukner deutlich, dass er sich politisch vor allem deshalb engagiert, um die Integration im Landkreis zu verbessern. Durch die Erfahrungen mit seiner vietnamesischen Frau erlebt er tagtäglich, welche bürokratischen Hürden ausländische Mitbürger in Deutschland überwinden müssen.
Denn echte Integration bedeutet fördern und fordern, nicht immer mehr Bürokratie und Symbolpolitik.
Ein wichtiges Thema, das zeigt: Für uns zählt nicht die Herkunft eines Menschen, sondern die Bereitschaft, sich zu integrieren, unsere Sprache zu lernen und Teil unserer Gesellschaft zu werden.
Die Besetzung der Ausschüsse verlief anschließend erfreulich sachlich.
Für eine hitzige Diskussion sorgte dagegen die Aufwandsentschädigung des stellvertretenden Landrats.
Die Vertretungstage wurden kurzerhand so gut wie verdoppelt auf 130 Tage – und damit auch die Entschädigung auf über 4.000 Euro monatlich.
Das entspricht einer Vertretung an rund einem Drittel des Jahres.
Wir als AfD halten diese Verdoppelung für völlig überzogen und haben dagegen gestimmt.
Während den Bürgern überall erklärt wird, man müsse sparen, werden bei den eigenen Funktionären die Bezüge erhöht. Genau solche Entscheidungen sorgen dafür, dass das Vertrauen in die Politik immer weiter schwindet.
Vielleicht sollten wir als AfD einfach selbst beantragen, die Aufwandsentschädigung der Kreisräte zu erhöhen.
Dank Brandmauer würde der Antrag sicher sofort abgelehnt – und wenigstens an dieser Stelle könnte man dann tatsächlich einmal sparen.
Eines ist für uns jedenfalls klar:
Wir werden auch weiterhin jedem Antrag zustimmen, der einen echten Mehrwert für unsere Bürger bringt, unabhängig davon, von welcher Partei er kommt.
Wir sitzen im Kreistag für die Bürger und nicht, um politische Mauern aufzubauen.
Denn Mauern baut man mit Bauklötzen im Kindergarten und nicht in einer demokratischen Volksvertretung.
Fraktionsvorsitzende
im Namen der AfD-Kreistagsfraktion