19/08/2026
Am vergangenen Freitag sollte das „Volksbad“ der Berliner Volksbühne gemeinsam mit EOTO e. V. für sechs Stunden exklusiv für die Schwarze Community geöffnet werden – als geschützter Ort für Schwarze Kinder und Jugendliche in den Sommerferien. Es sollte ein temporärer safe space sein, ein Raum, der Kraft und Unbeschwertheit gibt, ein Badeerlebnis ohne rassistische Diskriminierung. Doch das dies blieb den Kindern verwehrt:
Nach tagelanger diffamierender Berichterstattung, insbesondere aus der Springer-Presse, und massiver rechter und rassistischer Hetze in den sozialen Medien musste die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. EOTO erklärte, nicht mehr darauf vertrauen zu können, dass „die physische und psychische Sicherheit der Kinder und Jugendlichen“ gewährleistet werden könne – „auch nicht durch Sicherheitskräfte und Polizei.“
Volksbühnen-Intendant Matthias Lilienthal zeigte sich schockiert, „dass etwas für öffentliche Schwimmbäder völlig Selbstverständliches - nämlich Angebote für spezifische Gruppen wie Senior*innen, Nicht-Schwimmer*innen, Kinder und Jugendliche durch Vereine“ im Fall der Veranstaltung mit EOTO e. V. zu einer bundesweiten Welle von Anti-Schwarzem Rassismus und Hetze führte.
Wir sagen an dieser Stelle deutlich: Dass ein Angebot, das Schwarzen Kindern und Jugendlichen einen geschützten Raum zum Baden und Abkühlen schaffen sollte, zur Zielscheibe einer rassistischen Kampagne wurde, ist kein lokaler „Kulturstreit“. Es zeigt, wie schnell Räume der Teilhabe und Selbstbestimmung für marginalisierte Gruppen zum Schauplatz rechter Mobilisierung werden können - und es zeigt auf beschämende Weise, warum diese Räume so unverzichtbar sind.
Foto: Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Collage: Simeon Melchior)