Rosa Luxemburg Stiftung - Migration

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Wie demokratisch ist ein Rechtsstaat, wenn gerade diejenigen, die am wenigsten geschützt werden, dessen Justiz und Behör...
02/09/2026

Wie demokratisch ist ein Rechtsstaat, wenn gerade diejenigen, die am wenigsten geschützt werden, dessen Justiz und Behörden nicht vertrauen können?
Darüber spricht Regisseur Faraz Shariat anlässlich des Films .film im neuen ManyPod. Es geht um institutionellen Rassismus, staatliches Wegschauen und die Frage, welche Perspektive für das Funktionieren unseres Rechtssystems unabdingbar ist.

01/09/2026

Wie demokratisch ist ein Rechtsstaat, wenn gerade diejenigen, die am wenigsten geschützt werden, dessen Justiz und Behörden nicht vertrauen können?
Darüber spricht Regisseur anlässlich des Films .film im neuen ManyPod. Es geht um institutionellen Rassismus, staatliches Wegschauen und die Frage, welche Perspektive für das Funktionieren unseres Rechtssystems unabdingbar ist.

31/08/2026

“Unsere Protagonistin ist eine Figur, die alles andere sein will als ein Opfer.“

Bei der Berliner Premiere von .film haben wir mit über rechte Gewalt und Rassismus in Behörden gesprochen – und darüber, wie wichtig es ist, uns dagegen zu wehren.

In dem Justizthriller geht es um die Frage, wie wir Widerstand konkret umsetzen und einfordern können – und um die große Kraft, die darin liegt, uns zu verbünden.

Jetzt im Kino!

Vor 25 Jahren, am 29. August 2001, ermordete der sogenannte „Nationalsozialistische Untergrund“ Habil Kılıç in seinem Fr...
28/08/2026

Vor 25 Jahren, am 29. August 2001, ermordete der sogenannte „Nationalsozialistische Untergrund“ Habil Kılıç in seinem Frischwarenladen in München-Ramersdorf. Er war 38 Jahre alt und das vierte Opfer der rassistischen Mordserie des NSU.

Der Mord zerstörte das Leben seiner Familie. Doch statt sie zu unterstützen und einem möglichen rechten Tatmotiv nachzugehen, richteten die Ermittlungsbehörden ihren Verdacht gegen Habil Kılıç, seine Angehörigen und sein Umfeld. Die Familie wurde mit Gerüchten und Unterstellungen konfrontiert. Sie verlor ihren Ehemann und Vater und darüber hinaus ihren Laden, ihre Wohnung, ihre finanzielle Lebensgrundlage und ihr nachbarschaftliches Umfeld.

Erst 2011 wurde öffentlich, dass der NSU hinter dem Mord stand. Der NSU-Komplex zeigt, wie rechter Terror durch rassistisch geprägte Ermittlungen verkannt und seine Aufklärung behindert wurde. Die Perspektiven der Betroffenen wurden über Jahre ignoriert - ihre Stimmen müssen im Zentrum der Erinnerung und Aufarbeitung stehen.

27/08/2026

„Das größte Terrorismusproblem in diesem Land ist und war immer der rechte Terrorismus.“
Bei der Berliner Premiere von .film haben wir mit über rechte Gewalt in Deutschland gesprochen. Mehr als 200 Menschen wurden seit 1990 durch rechte Gewalt getötet. Dennoch wurden viele Taten zu „Einzelfällen“ erklärt.
Genau diese strukturelle Gewalt nimmt der Justizthriller „Staatsschutz“ von in den Blick. Ab dem 27. August im Kino.

Mehr als drei Jahrzehnte lang gab es kein würdiges öffentliches Gedenken an die Opfer des Brandanschlags von Duisburg-Wa...
26/08/2026

Mehr als drei Jahrzehnte lang gab es kein würdiges öffentliches Gedenken an die Opfer des Brandanschlags von Duisburg-Wanheimerort. Die Überlebenden und Angehörigen blieben mit ihren Verletzungen, Ängsten und offenen Fragen weitgehend allein.

Erst 2018 brachten Aktivist*innen den Anschlag zurück ins öffentliche Bewusstsein und gründeten die Initiative Duisburg 1984. Die erste Gedenkveranstaltung fand 35 Jahre nach der Tat statt. Seit 2023 erinnert eine Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus an die sieben Verstorbenen.

Die Täterin wurde als Pyromanin in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Warum sich ihre Brandstiftungen gegen migrantisch bewohnte Häuser richteten, wurde dagegen nicht ausreichend untersucht. Die Initiative Duisburg 1984 fordert deshalb, den möglichen rassistischen Hintergrund und das Versagen der Ermittlungsbehörden aufzuarbeiten.

„Wie lange sollen wir uns das noch gefallen lassen?“Im August 1973 geben Tausende Arbeiter:innen bei Ford in Köln darauf...
24/08/2026

„Wie lange sollen wir uns das noch gefallen lassen?“

Im August 1973 geben Tausende Arbeiter:innen bei Ford in Köln darauf eine gemeinsame Antwort: keinen Tag länger. Am 24. August beginnt ein fünftägiger „wilder Streik“. Nicht von der Gewerkschaft ausgerufen, sondern von den Beschäftigten selbst organisiert. Getragen wird er vor allem von migrantischen Arbeiter:innen aus der Türkei.

Rund 12.000 türkische Arbeiter:innen sind damals bei Ford beschäftigt. Viele von ihnen arbeiten am Fließband – für weniger Lohn, unter härteren Bedingungen als ihre deutschen Kollegen – und in einer betrieblichen Hierarchie, die von Rassismus geprägt ist.

Wer sich wehrt, riskiert viel. Für die migrantischen Arbeiter:innen geht es dabei nicht nur um ihren Arbeitsplatz. Eine Kündigung kann auch ihr Aufenthaltsrecht gefährden. Trotzdem legen Tausende gemeinsam die Arbeit nieder.

53 Jahre später mögen die Verhältnisse andere sein – doch die Ungleichheiten sind nicht verschwunden. Migrant:innen arbeiten noch immer überdurchschnittlich häufig im Niedriglohnsektor, unter unsicheren und körperlich belastenden Bedingungen und mit weniger Möglichkeiten betrieblicher Mitbestimmung.

Die wilden Streiks von 1973 erinnern uns daran: Rechte und bessere Arbeitsbedingungen werden nicht einfach gewährt. Sie werden erkämpft. Und wenn wir heute an die wilden Streiks von 1973 erinnern, heißt das auch, nach ihrer Gegenwart zu fragen: Was können heutige Kämpfe von der migrantischen Selbstorganisierung von damals lernen?

Schaut in der Materialsammlung vorbei: In „Es hat sich gelohnt zu kämpfen“ sprechen Irina Vavitsa (Streik bei Hella 1973), Gerhard Jüttemann (Hungerstreik 1993 im Kalibergwerk Bischofferode) und Zeynep Karlidag (Arbeitskampf der Riders beim Lieferdienst Gorillas 2021) von der Erfahrung der Solidarität. In unserer Manypod-Folge #21 spricht Massimo Perinelli mit Mesut Bayraktar, Autor des 15minütigen Hörspiels „Wenn der Damm bricht“ über den Ford-Streik von August 1973 – und warum dieser, trotz seiner Niederlage, heute eine stolze Erzählung von Solidarität und Selbstbewusstsein migrantischer Eltern und Großeltern darstellt.

Vom 22. bis 26. August 1992 eskalierte in Rostock-Lichtenhagen rassistische Gewalt vor den Augen Tausender. Angegriffen ...
22/08/2026

Vom 22. bis 26. August 1992 eskalierte in Rostock-Lichtenhagen rassistische Gewalt vor den Augen Tausender. Angegriffen wurden zunächst Rom*nja vor der überfüllten Aufnahmestelle, später vietnamesische Vertragsarbeiter*innen im sogenannten Sonnenblumenhaus. Behörden und Polizei ließen die Betroffenen schutzlos zurück.
Das Pogrom war kein isolierter Gewaltausbruch. Es fiel in eine Zeit rassistischer Mobilisierung und einer politischen Debatte, die Flucht und Migration zunehmend als „Problem“ verhandelte.

🎧 Im Hörspiel „Das Sonnenblumenhaus“ von Dan Thy Nguyen und Iraklis Panagiotopoulos kommen vietnamesische Überlebende zu Wort.
📖 Massimo Perinelli fragt in „(K)ein Ende in Rostock-Lichtenhagen“ nach der politischen und juristischen Aufarbeitung und den Kontinuitäten des Pogroms.
🔗 Hörspiel und Artikel findet ihr über den Link in der Bio.

Der Anschlag von Hamburg-Billbrook 1980 traf Menschen, die nach ihrer Flucht aus Vietnam in Deutschland Schutz gesucht h...
22/08/2026

Der Anschlag von Hamburg-Billbrook 1980 traf Menschen, die nach ihrer Flucht aus Vietnam in Deutschland Schutz gesucht hatten. Gleichzeitig erstarkten Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre rassistische und rechte Mobilisierungen. Geflüchtete und Migrant*innen wurden zum Feindbild – auf der Straße, in politischen Debatten und für rechtsterroristische Gruppen.

Dass Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân heute nicht vergessen sind, ist vor allem der Arbeit von Angehörigen, Überlebenden und zivilgesellschaftlichen Initiativen zu verdanken.
Erinnern bedeutet deshalb auch, Kontinuitäten sichtbar zu machen: zwischen rassistischer Stimmungsmache, gesellschaftlicher Ausgrenzung und rechter Gewalt.

Am vergangenen Freitag sollte das „Volksbad“ der Berliner Volksbühne gemeinsam mit EOTO e. V. für sechs Stunden exklusiv...
19/08/2026

Am vergangenen Freitag sollte das „Volksbad“ der Berliner Volksbühne gemeinsam mit EOTO e. V. für sechs Stunden exklusiv für die Schwarze Community geöffnet werden – als geschützter Ort für Schwarze Kinder und Jugendliche in den Sommerferien. Es sollte ein temporärer safe space sein, ein Raum, der Kraft und Unbeschwertheit gibt, ein Badeerlebnis ohne rassistische Diskriminierung. Doch das dies blieb den Kindern verwehrt:

Nach tagelanger diffamierender Berichterstattung, insbesondere aus der Springer-Presse, und massiver rechter und rassistischer Hetze in den sozialen Medien musste die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. EOTO erklärte, nicht mehr darauf vertrauen zu können, dass „die physische und psychische Sicherheit der Kinder und Jugendlichen“ gewährleistet werden könne – „auch nicht durch Sicherheitskräfte und Polizei.“

Volksbühnen-Intendant Matthias Lilienthal zeigte sich schockiert, „dass etwas für öffentliche Schwimmbäder völlig Selbstverständliches - nämlich Angebote für spezifische Gruppen wie Senior*innen, Nicht-Schwimmer*innen, Kinder und Jugendliche durch Vereine“ im Fall der Veranstaltung mit EOTO e. V. zu einer bundesweiten Welle von Anti-Schwarzem Rassismus und Hetze führte.

Wir sagen an dieser Stelle deutlich: Dass ein Angebot, das Schwarzen Kindern und Jugendlichen einen geschützten Raum zum Baden und Abkühlen schaffen sollte, zur Zielscheibe einer rassistischen Kampagne wurde, ist kein lokaler „Kulturstreit“. Es zeigt, wie schnell Räume der Teilhabe und Selbstbestimmung für marginalisierte Gruppen zum Schauplatz rechter Mobilisierung werden können - und es zeigt auf beschämende Weise, warum diese Räume so unverzichtbar sind.

Foto: Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Collage: Simeon Melchior)

Adresse

Franz-Mehring-Platz 1
Friedrichshain
10243

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