22/04/2025
👀 Augen – geradeaus!
👉 Reservistenkameradschaft Haimbach trainiert Formalausbildung
Formalausbildung? In seinen 27 Jahren bei der Reservistenkameradschaft Haimbach kann sich der Vorsitzende Matthias König nur an eine einzige Ausbildungseinheit erinnern. Die zweite findet Anfang April 2025 statt: Auf dem Hof einer Schule in Fulda sind elf Reservisten angetreten, um Grundstellung, Gruß und Wendung zu trainieren.
„Kann ich doch, das denkt man immer nur“, sagt Uwe Lengsfeld, Oberstabsfeldwebel a.D., der die Ausbildungseinheit leitet. Das fängt schon bei der Handhaltung in Grundstellung an. Lengsfeld erinnert sich noch daran, dass in den 1980er Jahren die Hand nicht mehr flach, sondern geschlossen an die Hosennaht gelegt wurde. Laut aktueller Anweisung sind die Hände wieder flach am Bein, der Arm leicht angewinkelt und die Augen… geradeaus.
Wie die Männer in Tarnfleck dastehen, das kontrollieren sie zunächst zu zweit und spiegelbildlich. Gar nicht so einfach, eine militärische Haltung einzunehmen: Körperspannung aufbauen, Schultern zurücknehmen und die Hände nicht hängen lassen – aber sie auch nicht angespannt nach oben zu nehmen. Auch das folgende „Rührt Euch“ will gelernt sein. Hinterm Rücken umfasst eine Hand das Handgelenk der anderen, das linke Bein wird leicht zur Seite gestellt. Aber bitte nicht ruckartig.
Für die meisten der elf Männer - von Jahrgang 1953 bis Jahrgang 1982, vom Schützen bis zum Oberstleutnant d.R. – liegt der Drill Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte zurück. Antreten, grüßen und marschieren sind im Alltag nicht erforderlich und ganz buchstäblich aus der Übung gekommen. Warum Reservisten das trotzdem trainieren? „Weil es zum Soldaten dazugehört“, sagt Lengsfeld. Ganz einfach. Und weil es wichtig ist, in der Öffentlichkeit ordentlich aufzutreten, ergänzt Feldwebel d.R. König. Bei Kranzniederlegungen und anderen Veranstaltungen etwa oder einfach an der Bushaltestelle.