21/07/2025
Deutschland im Wachkoma – Beispiel: Die Bahn
Fernreisen mit der Deutschen Bahn - Verspätungen, Pannen, überfüllte Züge, ICEs, die ausfallen. Fahrgäste mit Reservierungen, die dann stehen dürfen. Die Reaktion ringsum? Schulterzucken. Das neue deutsche Grundgefühl.
Explodierende Komponenten gehören inzwischen genauso zum Inventar wie ausgefallene Klimaanlagen und funktionslose Türen. Und auch hier: kaum Empörung, keine Konsequenzen – nur stoische Resignation. Willkommen im Alltag eines Hochtechnologielandes im Rückwärtsgang.
Und das, obwohl jährlich Milliarden in die Bahn fließen. Ja, es wird investiert – aber zäh, unkoordiniert, ineffizient. Der 45-Milliarden-Euro-Fonds bis 2027? Symbolpolitik! Was wirklich gebraucht wird: eine radikale Netzsanierung, eine entschlackte, kompetente Steuerung, echte IT-Modernisierung (aktuell betreibt die Bahn über 3.700 Systeme, teilweise aus den 80ern) – und: politischer Wille. Nicht fürs Image, sondern für Ergebnisse.
Geld ist da – 947,7 Milliarden Euro nimmt der Staat 2024 ein. Was fehlt, ist der Mut zur klaren Linie und echte Lösungsansätze, wie z.B.:
Projekt: Netzsanierung mit Plan:
Priorisierung der meistbefahrenen Strecken („Hochleistungsnetz“), Takt für Takt sanieren, statt überall gleichzeitig rumzubasteln.
Einbeziehung von Ingenieuren, Projektsteuerern, Bauunternehmen – aber zentral koordiniert (nicht föderal zerfasert)
Komplette vorbeugende Instandhaltung, anstatt auf Verschleiß zu fahren
Projekt: IT:
Ablösung uralter Software, Vereinheitlichung von Buchung, Dispo, Betriebssteuerung. Was nutzen andere Länder? Rad nicht nochmal neu erfinden.
Einsetzen von digitalkompetenten Führungskräften (nicht Bahn-Veteranen mit IT-Fortbildung), Projektsteuerern, externe Spezialisten und vor allem Endanwender
Alles machbar – wenn denn gewollt.
Robert Jagusch, Presse FREIE WÄHLER Niedersachsen
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