13/10/2022
Stillstand auf der Hohen Reuth – Rückblick auf drei Jahre Bürgerinitiative!
Vor genau drei Jahren wurde die Bürgerinitiative (BI) Hohe Reuth gegründet, um zu verhindern, dass die Steinbrüche von Gefrees wieder in Betrieb gesetzt werden und nach mehr als dreißig Jahren erneut Granit abgebaut wird. Dieses Stück Natur soll erhalten bleiben und geschützt werden.
Der BI geht es aber nicht nur um Naturschutz, sondern auch um Wasserschutz, insbesondere dem Quellenschutz, der von der BI beantragt worden ist. Zwei von fünf Quellen auf der Hohen Reuth, die Kapfquelle und die Laitschquelle wurden zwischenzeitlich zum Wasserschutzgebiet ausgewiesen und gesichert. Beide Quellen haben mit fünf Litern Wasser pro Sekunde die größte Schüttung und sind neben den Tiefenbrunnen für die Trinkwasserversorgung von Gefrees lebenswichtig. Die errechnete Wassermenge für Gefrees betrug im Jahr 2020 ca. 497.000 Kubikmeter, davon wurden 136.000 aus den Quellen abgedeckt.
Auch für das Grundwasser sieht die BI eine Gefahr, wenn auf der Hohen Reuth wieder Granit abgebaut werden sollte, denn hier befindet sich
die Bauschuttdeponie bei Gottmannsberg, wo nachweislich Industriemüll entsorgt worden ist. Auf Antrag der BI wurde diese Deponie 2019 im Altlastenkataster des Freistaates Bayern aufgenommen.
Ein Fachunternehmen hat die Deponie im Frühjahr hinsichtlich Schadstoffe untersucht. Die Untersuchung ergab, dass hier eine Gefährdung für das Grundwasser besteht und zu weiteren Maßnahmen geraten. Zwischenzeitlich wurde vom Wasserwirtschaftsamt entschieden, dass weitere Bodenuntersuchungen notwendig sind, diese Untersuchungen können aber erst Ende 2023 durchgeführt werden. Wenn diese Auswertung abgeschlossen ist, wird festgelegt, welche Maßnahmen notwendig sind, das kann auch dazu führen, dass die gesamte Bauschuttdeponie abgetragen werden muss. Durch die Aufnahme in das Altlastenkataster würden die Kosten dafür zum größten Teil vom Freistaat Bayern übernommen werden.
Die Hohe Reuth kann derzeit nicht unter Naturschutz gestellt werden, da der Eigentümer der Steinbrüche weiterhin Abbaupläne verfolgt. Sie ist aber in das Naturschutzprogramm des Landkreises Bayreuth aufgenommen worden und wird von der Bergwacht kontrolliert, die Kameraden der Bergwacht wurden extra dafür ausgebildet, das geschah ebenfalls auf Antrag der BI. Eine Nachfrage bei der Naturschutzbehörde des Landratsamtes Bayreuth ergab, dass die Streifentätigkeit bereits aufgenommen worden ist. Leider wurden bisher viele Müllablagerungen, auch im Bereich der Steinbrüche, festgestellt und gemeldet.
Hinsichtlich des geplanten Abbaus von Granit herrscht derzeit Stillstand. Nach Rücksprache mit dem Bergamt der Regierung von Oberfranken ging vor fast einem Jahr ein hydrogeologisches Gutachten des Betreibers ein, weitere Gutachten, die erforderlich sind, stehen noch aus.
Auf den Zufahrtswegen zu den vier Steinbrüchen werden momentan Befestigungsarbeiten durchgeführt, dabei handelt es sich nicht um Vorbereitungen für den Abtransport von Granit, sondern um Brandschutzmaßnahmen der Feuerwehr. Auch ein Pumpenstandplatz wurde befestigt. Es fand bereits eine Feuerwehrübung, u.a. mit der Freiwilligen Feuerwehr Bischofsgrün statt, die Einsatzleitung hatte die Freiwillige Feuerwehr Gefrees.
Wie kürzlich bekannt wurde, sollte in den 1970er-Jahren, als die Steinbrüche nicht mehr in Betrieb waren, ein Naherholungsgebiet geschaffen werden. Diese Pläne wurden leider verworfen, stattdessen wurde das Steinbruchgebiet 1988 an die Braun oHG/Tröstau verkauft.
Die BI Hohe Reuth wird auch weiterhin aktiv bleiben und ihre Ziele zum Wohl der Bürger von Gefrees verfolgen.
Herbststimmung auf der Hohen Reuth