12/03/2026
Warum auch immer die NGZ unsere Positionen zum Thema ignoriert- hier für Sie und Euch unsere Antworten auf die auch an uns gerichteten Fragen zur Information:
Wie sinnvoll ist die Regelung aus Ihrer Sicht nach fünf Jahren? Wie gut wurde sie umgesetzt?
Die Regelung ist sinnvoll und hat sich bewährt. Sie hat alle Beteiligten, Bauherren, Politik und Verwaltung dafür sensibilisiert, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse der Wohnungssuchenden Berücksichtigung finden müssen. Der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen ist hoch, öffentlich geförderte Wohnungen sind deshalb ein probates Mittel diesem Bedarf gerecht zu werden. Seit Einführung der Quote Ende 2021 hat diese bei mehreren Baugebieten Anwendung gefunden. In einigen Projekten wie z.B. an der Heckstraße wurde die 30 Prozent-Quote erfüllt und wird auch bei neuen Maßnahmen berücksichtigt. Die Regelung wurde bewusst flexibel gestaltet, wenn z.B. zusätzliche soziale Infrastruktur geschaffen wird.
Sollte die Politik an der Quote festhalten – und warum?
Die flexible Regelung hat sich bewährt, deshalb müssen wir daran festhalten. Zurecht erwarten die Bürger: innen von der Politik, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Wohnen in unserer Stadt bezahlbar bleibt. Bezahlbarer Wohnraum ist kein Selbstläufer. Damit Grevenbroich für alle Einkommensgruppen attraktiv und bezahlbar bleibt, müssen wir nicht nur darüber reden was gebraucht wird, sondern konsequent entscheiden und handeln.
Wie kommentieren Sie den Unmut einiger Bauherren bezüglich der 30-Prozent-Regelung?
Selbstverständlich sind nicht alle Bauherren mit der Regelung einverstanden, aber was ist die Alternative? Keinen passenden Wohnraum für Normalverdiener anbieten zu können? Es gibt eine Vielzahl von Projekten die den Nachweis liefern, dass öffentlich geförderter Wohnungsbau wirtschaftlich funktionieren kann. U.a. Vorhaben des Bauvereins an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet stehen beispielhaft dafür und auch ein Bauverein muss wirtschaftlich arbeiten. Niemand hat etwas zu verschenken, aber auch in Grevenbroich gibt es gute Beispiele dafür, dass öffentlich geförderter Wohnungsbau wirtschaftlich tragfähig ist.
Wohnraum in Städten wie Düsseldorf und Köln ist teuer. Aber auch in Grevenbroich ist der Markt nicht entspannt. Was müsste sich aus Ihrer Sicht ändern?
Der eingeschlagenen Weg von Politik und Verwaltung muss auch zukünftig konsequent fortgesetzt werden. Neben der Entwicklung neuer Baugebiete in Randbereichen und damit einhergehender weiterer Flächenversiegelung müssen wir in aller Konsequenz darüber diskutieren, inwieweit in zentralen Lagen leerstehende Gebäudeflächen umgenutzt werden können. Auch in den Ortsteilen finden wir leerstehende Wohnflächen, über deren Ertüchtigung wir mit den Eigentümern diskutieren und diese unterstützen müssen, Wohnraum für junge Familien zu schaffen. Zudem werden wir darüber zu reden und zu entscheiden haben, inwieweit bestehende Bebauungspläne noch zeitgemäß sind oder einer Änderung bedürfen, um darüber Chancen für optimalere Flächennutzungen und weitere Potentiale für bezahlbaren Wohnraum in zentralen Lagen zu erschließen.