03/09/2026
„Wer übernimmt?“
Unternehmerabend in Wermsdorf mit Thorsten Frei
MIT Meißen und MIT Nordsachsen bringen über 100 Unternehmer aus zwei Landkreisen mit der kommunalen, der sächsischen, der Bundes- und der europäischen Ebene zusammen
Über 100 Unternehmerinnen und Unternehmer aus den Landkreisen Nordsachsen und Meißen haben am Mittwochabend in Wermsdorf über die Zukunft des ländlichen Raums zwischen Dresden und Leipzig diskutiert. Eingeladen hatten die Kreisverbände Meißen und Nordsachsen der Mittelstands- und Wirtschaftsunion zu ihrer ersten gemeinsamen Veranstaltung.
Ehrengast des Abends war Thorsten Frei, der neu gewählte Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Im Mittelpunkt stand die Unternehmensnachfolge.
Bundesweit planen bis Ende 2026 rund 186.000 mittelständische Unternehmen eine Übergabe. Weitere 243.000 planen die Stilllegung, weil sie keinen Nachfolger finden. In Sachsen stehen zwischen 2026 und 2030 rund 7.400 Unternehmen zur Übergabe an.
„Das Thema Unternehmensnachfolge ist für unseren deutschen Mittelstand essenziell. Die Politik kann aber keinen Nachfolger vorschreiben. Sie muss dafür sorgen, dass eine Übergabe nicht an Bürokratie, am Steuerrecht oder an schlechten Rahmenbedingungen scheitert. Wir als CDU/CSU-Bundestagsfraktion arbeiten daran, dass es sich auch in Zukunft lohnt, ein Unternehmen zu führen und Verantwortung als Arbeitgeber zu übernehmen“, sagte Thorsten Frei.
Auf dem Podium diskutierten Dr. Katrin Leonhardt (Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank), Kai Mindel (Leiter der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union), Markus Renner (Oberbürgermeister der Stadt Meißen) und Sven Wilhelm (Geschäftsführer der ESAM Energieservice und Arealmanagement GmbH, Riesa).
Die Moderation lag bei Dr. Christiane Schenderlein, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Nordsachsen.
Die drei Gesprächsrunden behandelten Förderpolitik, Standortbedingungen und Nachfolge.
Die Zahlen der Region prägten den Abend.
Nordsachsen weist eine Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent aus, der Landkreis Meißen 5,8 Prozent. Beide Landkreise liegen damit deutlich unter den Werten der Großstädte Leipzig und Chemnitz. Trotzdem verliert Nordsachsen Jahr für Jahr Beschäftigte an die Zentren. Bis 2040 wird der Landkreis voraussichtlich rund 15.000 Einwohner einbüßen.
„Nordsachsen hat eine niedrigere Arbeitslosenquote als Leipzig und Chemnitz und verliert trotzdem Jahr für Jahr Einwohner. Wer diesen Widerspruch auflösen will, muss mit den Unternehmern reden, die hier investieren, nicht über sie. Dieses Angebot schaffen wir gemeinsam mit der MIT vor Ort. Um den Wohlstand in unserer Region zu sichern, brauchen wir auch in Zukunft starke Unternehmen“, sagte Christiane Schenderlein.
Am 13. Oktober verhandelt das Bundesverfassungsgericht über die steuerliche Verschonung von Betriebsvermögen. Für viele Familienbetriebe im Saal hängt daran, ob eine Übergabe wirtschaftlich darstellbar bleibt. Die Fragen aus dem Publikum nimmt die MIT auf und trägt sie an die zuständigen Stellen weiter.
Beide Kreisverbände wollen ihre Zusammenarbeit fortsetzen. Eine weitere gemeinsame Veranstaltung folgt im neuen Jahr nach Verabschiedung des sächsischen Doppelhaushalts.
Über die MIT
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) vertritt die Interessen mittelständischer Unternehmen innerhalb von CDU und CSU. Die Kreisverbände Meißen und Nordsachsen arbeiten seit 2026 zusammen.
Pressekontakt:
Sven Wilhelm, [email protected]. Bildmaterial stellen wir auf Anfrage zur Verfügung.
DK