30/08/2026
Du willst wissen, wie unsere Wasserorgel funktioniert? Dann schau doch hier hinter die Kulissen 😉
WASSERSPIELE IN GRONAU: WIR BLICKEN HINTER DIE KULISSEN
Wer die Wasserspiele im Gronauer Stadtpark sieht, bekommt vor allem das fertige Ergebnis zu Gesicht: meterhohe Fontänen, Licht, Musik und in diesem Jahr eine besonders aufwendige Lasershow. Doch was hinter einer solchen Show steckt, wird den meisten Besucherinnen und Besuchern wohl erst bewusst, wenn man einmal hinter die Kulissen schaut.
Wir waren am Samstagnachmittag im Stadtpark und haben uns die Technik der Wasserspiele ganz genau angesehen. Leo hat uns dabei vieles erklärt und versucht, so gut es geht, jede unserer Fragen zu beantworten.
Und eines wurde schnell klar: Hier steckt unglaublich viel Organisation, Technik, Erfahrung und Handarbeit dahinter.
Denn anders, als man vielleicht denkt, sitzt hier nicht einfach jemand an einem Computer, drückt auf einen Knopf und alles läuft automatisch ab. Ganz im Gegenteil: Die Abläufe werden bei den Wasserspielen von Hand über Ventile und Schalter gesteuert. Gerade das macht für die Verantwortlichen aber auch den besonderen Charme aus. Tradition, Spaß und die Möglichkeit, bei Problemen schnell und einfach eingreifen zu können, gehören hier bewusst dazu.
BIS ZU 5.000 LITER WASSER PRO MINUTE
Das Wasser wird in diesem Jahr aus der Umflut entnommen und in den Stadtparkteich gefördert. Von dort fließt es über den Überlauf wieder zurück in die Umflut.
Zum Einsatz kommt eine Hytrans HydroSub 150. Dabei wird ein Pumpenrad über ein Hydraulikaggregat angetrieben. Am Pumpeneinlass befindet sich ein Schutzgitter, das gröberen Schmutz abhält. Zusätzlich wird die Pumpe während des gesamten Betriebs überwacht.
Bis zu 5.000 Liter Wasser pro Minute können dabei gefördert werden.
Die Wasserorgel arbeitet in der Spitze mit etwa 10 bis 12 Bar. Ein zu hoher Druck wird über Druckbegrenzungsventile abgeleitet. Sinkt der Druck dagegen zu stark ab, muss an der Pumpe nachgeregelt oder es müssen einzelne Elemente geschlossen werden. Ansonsten werden die Fontänen niedriger und sehen nicht mehr einheitlich aus.
Insgesamt gibt es 16 unabhängige Elemente, die teilweise zu Gruppen zusammengeschaltet sind. Die einzelnen Fontänen werden durch das Öffnen und Schließen von Ventilen gesteuert.
Zwei Maschinisten kümmern sich während der Show um die Pumpe und die Drücke.
STROM AUS DER TRAFOSTATION AM KRANKENHAUS
Auch die Stromversorgung ist umfangreich. Sie kommt von der Trafostation am Krankenhaus. Insgesamt liegen zweimal 125 Ampere im Park an – einmal für die Technik der Wasserspiele und einmal für den restlichen Veranstaltungsbereich, also unter anderem für Bühne, Bierwagen, Pommeswagen und weitere Technik.
Wie auf unseren Fotos zu sehen ist, gehören allein zur Wasserspielanlage etliche Meter Kabel und Schläuche. Insgesamt wurden dafür rund 800 Meter Schlauch verlegt. Sie versorgen die einzelnen Elemente der Wasserorgel und die Pumpentechnik.
Die Feuerwehr beziehungsweise der Kameradschaftsverband der Feuerwehr Gronau setzt bei den Wasserspielen bewusst auf 24 Volt Gleich- und Wechselspannung für die eingesetzte Technik. Gerade weil hier Wasser und elektrische Anlagen unmittelbar aufeinandertreffen, spielt die Sicherheit eine besonders wichtige Rolle.
Die Lampen an der Wasserorgel stammen zum Teil aus dem klassischen Kfz-Bereich. Einige sind noch konventionelle Lampen, andere arbeiten inzwischen mit LED-Technik. Insgesamt kommen bei den Wasserspielen rund 250 Scheinwerfer zum Einsatz.
DIE BÜHNE STEHT NICHT EINFACH IRGENDWO
Eine weitere interessante Besonderheit: Die Position der Bühne wurde in diesem Jahr mit einem Laser ausgemessen.
Im Stadtparkteich befinden sich an bestimmten Stellen bereits Hülsen im Boden, die durch Ausspülungen entstanden sind. Dadurch kann die Bühne immer wieder an den vorgesehenen Positionen aufgebaut werden.
Auch die großen Verteiler, Ventile, Schläuche und Kupplungen zeigen, welche Mengen an Wasser und welche Technik hier im Einsatz sind.
Und natürlich läuft bei einer solchen Anlage nicht immer alles perfekt. Auch ein Schlauch kann einmal platzen. In solchen Fällen wird während der Pausen zwischen den einzelnen Shows schnell repariert und getauscht.
Überhaupt ist während der Wasserspiele viel Bewegung auf der Bühne. Immer wieder sieht man Feuerwehrleute mit kleinen Taschenlampen zwischen den Elementen unterwegs. Zwischen den Shows müssen Kupplungen, Strahlrohre und andere Teile gewechselt oder angepasst, sowie Elemente für Showacts aufgebaut werden.
EINE WOCHE AUFBAU FÜR ZWEI TAGE SHOW
Der Aufbau der gesamten Anlage begann bereits am Montagabend und dauerte bis Freitagnachmittag. Ab Montag waren dafür täglich etwa 20 bis 30 Helferinnen und Helfer im Einsatz.
Am Donnerstag fand die Generalprobe statt. Da wird noch einmal genau geschaut: Was funktioniert bereits perfekt? Wo muss etwas verändert werden? Was wird vielleicht doch anders gelöst?
Die Vorbereitungen beginnen aber natürlich schon deutlich früher. Es wird geplant, geprobt, geübt, verbessert und auch immer wieder überlegt, welche Elemente bleiben und welche verändert werden sollen.
Allein an der Wasserorgel arbeiten während der Show mehrere Menschen zusammen: fünf Personen für das Wasser, zwei für die Schwenker, ein Dirigent, drei für das Licht und zwei Maschinisten an der Pumpe.
Dazu kommen zahlreiche weitere Helferinnen und Helfer für den Aufbau.
Oder, wie Leo es passend für den Auf- und Abbau formuliert hat:
„Viele Hände, schnelles Ende.“
Was beim Aufbau technisch am schwierigsten ist? Vor allem die enormen Mengen an Material und die teilweise großen und schweren Bauteile überhaupt in den Stadtpark zu bekommen.
Und wenn nach dem Stadtparkfest alles vorbei ist? Dann wird die gesamte Anlage innerhalb eines Tages wieder zurückgebaut.
Ein riesiger Aufwand für nur zwei Tage Show.
DIE LASERSHOW WURDE IN DIESEM JAHR DEUTLICH AUSGEBAUT
Neben den Wasserspielen gab es in diesem Jahr auch eine besonders aufwendige Lasershow. Insgesamt kommen vier sogenannte Showlaser zum Einsatz – Hochleistungslaser aus dem Bereich der Veranstaltungstechnik.
Verantwortlich für die besondere Lasershow ist PMS Sound and Light / Marco Engler, im Auftrag von GT-Tech. Er hat die Show programmiert und steuert sie auch während der Veranstaltung.
Selbst am Samstag wurde noch an einzelnen Details gearbeitet. Marco saß vor seiner Technik und seinem Laptop und hat noch an verschiedenen Einstellungen gefeilt, damit die Show am Ende noch besser aussieht.
Wir haben uns am Freitagabend auch ein wenig unter den Besucherinnen und Besuchern umgehört – und gerade die Lasershow wurde besonders häufig gelobt. Viele waren vor allem von der Ausrichtung und der Wirkung der Laser begeistert.
Hinter den Wasserspielen befinden sich außerdem zwei sogenannte Hydroschilder. Dabei trifft Wasser aus einer kleinen Öffnung auf eine Metallplatte und bildet dadurch eine gebogene Wasserwand. Auf diese Wasserwände können anschließend Laser und Grafiken projiziert werden, wodurch die Effekte deutlich besser sichtbar werden.
TTL SORGT FÜR DIE ILLUMINATION UND VERANSTALTUNGSTECHNIK
Der gesamte Stadtpark wird nachts von unzähligen LED-Strahlern in Szene gesetzt. Verantwortlich für die Illumination des Parks sowie die Bühnen- und Lautsprechertechnik sind die Jungs von TTL.
Die Scheinwerfer werden über ein spezielles drahtloses Netzwerk gesteuert. Das funktioniert in etwa ähnlich wie WLAN, ist aber kein klassisches WLAN.
Die Wasserspiele selbst und die Lasershow gehören dabei nicht zum Aufgabenbereich von TTL – hier sind jeweils andere Teams verantwortlich.
Und genau das zeigt noch einmal, wie viele verschiedene Bereiche bei einer solchen Veranstaltung zusammenspielen müssen.
UNSER FAZIT NACH DEM BLICK HINTER DIE KULISSEN
Was man während der Show für ein paar Minuten sieht, ist das Ergebnis von unzähligen Stunden Vorbereitung, Planung, Aufbau und Teamarbeit.
Ob Wasser, Pumpen, Schläuche, Strom, Licht, Bühne oder Laser – jedes Detail muss funktionieren.
Eine wirklich beeindruckende Leistung des gesamten Teams hinter den Wasserspielen und der Technik.
Wir fanden es richtig spannend, einmal hinter die Kulissen schauen zu dürfen und zu sehen, wie viel Know-how und Handarbeit hinter den Wasserspielen im Stadtpark steckt.
Was meint ihr? Wie habt ihr die Wasserspiele erlebt? Und hättet ihr gedacht, dass so viel Technik, Organisation und Handarbeit dahintersteckt?