02/09/2026
Ein „Aber“ ist kein Schuldeingeständnis mit Fußnote.
„Ich habe sie geschlagen. Das war falsch. Aber …“
Sie hat auch geschlagen.
Er war wütend.
Die Videos müsse man einordnen.
Die öffentliche Auseinandersetzung könne sich für sie ja auch „lohnen“.
Und plötzlich geht es nicht mehr um die Gewalt – sondern darum, was sie getan hat, warum sie darüber spricht und was sie davon haben könnte.
Das ist kein neuer Trick. Das ist Victim Blaming.
Natürlich ist jede Form von Gewalt zu verurteilen – unabhängig davon, von wem sie ausgeht. Aber die Gewalt einer Person wird nicht dadurch gerechtfertigt, dass die andere Person ebenfalls Gewalt ausgeübt haben soll.
Wut erklärt Gewalt. Sie rechtfertigt sie nicht.
Und Verantwortung braucht kein „Aber“.
Wir sollten aufhören, Betroffene zuerst zu fragen, was sie falsch gemacht haben. Und anfangen, Gewalt als das zu benennen, was sie ist: Gewalt.
📞 Du bist nicht allein.
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ erreichst du unter 116 016 – kostenlos, anonym und rund um die Uhr.