03/12/2025
Brandmauer steht: Stadtrat blockiert Gedenken an jüdische Opfer
Fraktion AfD/ Freie Wähler beantragt im Stadtrat:
Jährliche Stiftung einer Messingtafel zur Erinnerung an ein jüdisches Opfer des Nationalsozialismus
Unser ursprünglicher Antrag, jedes Jahr einen Stolperstein zu stiften, wurde mit der Begründung abgeschmettert, „wir würden auf den Juden rumtrampeln“.
Daraufhin haben wir den Antrag angepasst: Keine Stolpersteine am Boden, sondern Messingtafeln auf Augenhöhe, direkt an den Gebäuden, an denen die Menschen gelebt haben.
Die Stadt reagierte darauf mit der Aussage, dies sei „Aktionismus ohne nachhaltige Wirkung“. Ein derartiger Satz ist für eine Stadt wie Halberstadt ein Armutszeugnis. Halberstadt war einst eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinden und genau hier wird so eine Formulierung ernsthaft als Argument vorgetragen. Das ist ein Tiefpunkt.
In der Stadtratssitzung setzte sich dieses Niveau fort:
Die FDP fabulierte von angeblicher „Übergriffigkeit“, behauptete, es gäbe genug Gedenkinitiativen, und wir würden Hauseigentümern etwas „vorschreiben“.
Das ist natürlich falsch. Selbstverständlich würden Messingtafeln nur in Absprache mit Eigentümern angebracht. Die Ausgestaltung liegt bei der Verwaltung.
Und dann der Satz von Frau von Löbbecke (FDP): „Ich lasse mir das Gedenken nicht vorschreiben.“
Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.
Unser Fraktionschef Christian Hecht nimmt klar Stellung: „Sie lehnen den Antrag nur ab, weil er von der AfD kommt!“
Es geht uns nicht darum, bestehende Initiativen schlechtzureden, im Gegenteil. In Zeiten wachsenden importierten Antisemitismus können wir einen zusätzlichen, sichtbaren Beitrag leisten. Halberstadt hat damals bei der Deportation seiner jüdischen Bürger mitgewirkt. Eine Gedenktafel an den Lebensorten, aus denen die Juden gerissen worden sind ist ein weiterer Baustein des Gedenkens.
Am Ende war die Brandmauer wichtiger als das Gedenken an jüdische Opfer. Unser Antrag wurde von den Altparteien im Stadtrat abgelehnt.