03/08/2026
Heute vor 520 Jahren, am 3. August 1506 (nach julianischem Kalender der 24. Juli 1506), wurde der Rote Turm durch das Aufsetzen des goldenen Turmknopfes nach 88-jähriger Bauzeit vollendet. Diese auch als Turmknauf oder Turmkugel bezeichnete, verschlossene Metallkapsel diente aufgrund der schweren Zugänglichkeit als Zeitkapsel. Über den Inhalt der Kugel des Roten Turms haben wir in unserem Archivale des Monats Juli berichtet: https://halle.de/kultur-tourismus/stadtgeschichte/stadtarchiv/archivalien-des-jahres-2023.
Der Zahn der Zeit machte immer wieder Reparaturen am Dach und Turmknopf erforderlich. Am 10. März 1659 nahm der Schieferdecker und Turmsteiger Magnus Märten am 10. März 1659 den Knopf ab, um ihn neu zu vergolden. Wie die Chroniken berichten, ist er dann am 29. April „bey ziemlich starckem Winde wieder aufgesetzet worden. Nach vollbrachter Arbeit zog der Schieferdecker, auf dem Kopf stehend, ein Paar neue Strümpfe und Schuhe an und trank auf das Wohl der Stadt Halle eine zinnerne Kanne voll Wein aus und warf solche herunter, wo sie auf dem Pflaster entzweisprang.“ (Olearius, Halygraphia, S. 470 f. und Runde, Chronik der Stadt Halle, S. 45).
Bei einem Bombenangriff am 16. April 1945 verlor der Rote Turm seine Turmspitze. Seit 1975 zieren die rekonstruierte Spitze und ein detailgetreu angefertigter Turmknopf den Roten Turm. Wie schon bei der Einweihung 1506 leuchtet die vergoldete Turmkugel mit 246 Stacheln, die einst das Böse abwehren sollten. Eingelegt wurden der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung über den Wiederaufbau der Spitze, hallesche Tageszeitungen, 1975 im Umlauf befindliche Münzen sowie die Abschlussdokumente der Konferenz von Helsinki.
Heute gehört der Rote Turm zu den Einrichtungen des Stadtmuseum Halle - Saale, das dort regelmäßig Führungen anbietet. Wer die Ferienzeit nutzen will, um dem Turm einen Geburtstagsbesuch abzustatten und einen Einblick hinter die Kulissen zu bekommen, sollte sich diese auf keinen Fall entgehen lassen.