23/06/2026
Am 22. Juni, dem Jahrestag des Überfalls des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion, fand im Ruderhaus Böllberg eine Veranstaltung der CDU statt, die uns tief erschütterte. Hochrangige CDU-Politiker wie Bastian Ernst (MdB), Dr. Peter Tauber (ehem. Generalsekretär der CDU), Dr. Tamara Zieschang (Innenministerin des Landes Sachsen-Anhalt), der Historiker Dr. Peter Kube und Kerstin Godenrath (MdL) diskutierten unter der Moderation von Karen Haak, einer Stabsoffizierin der Bundeswehr, über die innere Sicherheit aktuell und speziell für Sachsen -Anhalt. Doch schnell wurde klar, dass es vor allem um Aufrüstung und Kriegsvorbereitung ging – mit der Vorstellung, Sachsen-Anhalt zur Drehscheibe der NATO-Truppen zu machen, um so einen russischen Vormarsch auf Berlin abzuwehren. Denn so die Innenministerin ergäben sich auch Chancen für das Land. Weitere Themen waren Bunkerbau und Lebensmittelbevorratung oder wie man am besten Krankenhäuser auf Kriegsopfer und Verletzte vorbereiten könne. Geschichtsrevisionismus in Reinform und ein blindes Bekenntnis zur militärischen Konfrontation prägten die Debatte.
Besonders verstörend war das Lob für die Ukraine, die als heldenhafte Verteidigerin unserer Werte gegen Russland dargestellt wurde. Noch weiter ging die Diskussion, als sogar darüber gesprochen wurde, wie man bereits Kinder für den Kriegsdienst und die Bundeswehr begeistern könne. Ein vollkommen unverantwortlicher Umgang mit dem Thema Krieg und Frieden.
Die Frage nach Frieden eines der rund 60 Besucher dieser Veranstaltung fand kein Echo. Stattdessen, so die Forderung eines anderen Teilnehmers, sollten Lehrer die Aufgabe erhalten mehr militärische Bildung in die Schulen zu tragen. Was für ein Irrsinn.
Die wenigen kritischen Stimmen kamen von den anwesenden Mitgliedern unseres BSW-Kreisverbandes. Unser Merseburger Landtagskandidat Torsten Barth stellte die wichtige Frage, ob nicht stattdessen in Bildung investiert werden sollte – angesichts der schlechten Ergebnisse beim Bildungsmonitor 2025, wo Sachsen-Anhalt lediglich den 13. Platz aller Bundesländer belegte, und der hohen Schulabbrecherquote von fast 15% in Sachsen-Anhalt. Die Antwort von Frau Godenrath war jedoch schockierend: Sie wies jegliche Kritik zurück und schob die Verantwortung auf die Eltern ab, was wir als eine völlig unangemessene und abweisende Haltung empfanden.
Angesichts dieser Ignoranz und Militarisierung verließen unsere BSW-Mitglieder demonstrativ den Saal. Dieses Ereignis hat uns tief erschüttert und zeigt, wie dringend eine andere, friedensorientierte Politik notwendig ist.
Darum am 6. September BSW wählen!