Linksjugend Hamburg

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14/10/2025

Kino gegen Austerität: "Die Brücke" (BRD 1959) von Bernhard Wicki
Mi., 15.10.25, 20 (!) Uhr, Kokoschka-Hörsaal im Philosophenturm der Uni Hamburg
Einführung und Diskussion mit Gerhard Schäfer (Sozialwissenschaftler und Historiker, aktiv im Bremer Friedensforum, in der Norddeutschen Friedensbewegung und in der GEW)

„Große Aufgaben, sichere Jobs, Teamgeist und Abenteuer“ – mit schillernden Worten wird wieder für das soldatische Heldenmärchen geworben. Die Werbenden sitzen wie eh und je gut bezahlt in ihren Schreibstuben, Chefsesseln und Abgeordneten-Büros und verjubeln willfährig die sozialen, politischen und kulturellen Zukunftsaussichten von Millionen Menschen an übersättigte Rüstungsaktionäre. Die Zu-Werbenden sollen ihr Leben aber nicht für die Börse, sondern für die „Freiheit“ geben (freiwillig, versteht sich!). Die Jugend braucht schließlich Ideale. Und wer nicht mitmacht, ist ein „Russenliebchen“.

Das hatten wir schon zweimal – das wollen wir nie wieder!

In diesem Geiste entstand 1959 der eindrucksvolle Antikriegsfilm „Die Brücke“ von Bernhard Wicki. Vier Jahre zuvor hatte der westdeutsche Bundestag beschlossen, wieder eine Armee, eine Rüstungsindustrie und eine allgemeine Wehrpflicht einzuführen.

Die Leinwandbearbeitung des autobiographischen Romans von Gregor Dorfmeister zeigt hingegen ungeschönt, wohin jener militärische Ungeist nur 14 Jahre zuvor geführt hatte und warum das Grundgesetz (1949) alle Maßnahmen zu dessen Wiederbelebung ursprünglich kategorial ausgeschlossen hatte.

Geschildert wird das Schicksal von sieben Jugendlichen in einer bayrischen Kleinstadt im Jahre 1945. Hans, Albert, Walter, Jürgen, Karl, Klaus und Sigi gehen auf ihr 16. Lebensjahr zu und glauben noch immer an den militärischen „Endsieg“, obwohl die Truppen der Anti-Hitler-Koalition bereits ins deutsche Reichsgebiet vordringen.

Ankündiger weiterlesen: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-die-bruecke
Trailer: https://www.dailymotion.com/video/x7x4yaz

19/09/2025

Kino gegen Austerität: "Ein Polterabend" (DDR 1955) von Curt Bois
Mi., 24.9.25, 20 (!) Uhr, Hörsaal der Erziehungswissenschaft, Von-Melle-Park 8
Einführung und Diskussion mit Frank-Burkhard Habel (Filmwissenschaftler, Autor und Biograph von Curt Bois)

Die Zeit schreit nach Satire. Je unverhohlener die politisch-medialen Sachwalter der herrschenden Ordnung die Kriegstrommel rühren und dafür auch konventionelle, geschlechtsspezifische Tugendbilder wieder aus der Mottenkiste zu holen bemüht sind, desto beißenderen Spott braucht es zur zivilisierenden, aufgeklärt-emanzipatorischen Überwindung diesermenschen- und menschheitswidrigen Anachronismen.
Ein herausragendes Lehrstück in dieser Hinsicht bildet das 1955 unter der Regie von Curt Bois inszenierte Lustspiel „Ein Polterabend“. Mitten in der Auseinandersetzung um die restaurativen Wiederaufrüstungsbestrebungen der Bundesrepublik West greift die Verfilmung der 1951 veröffentlichten Alt-Berliner Posse des Kabarettisten und DEFA-Autors Werner Bernhardy Szenarien aus dem Leben des Vormärz-Literaten und Satirikers Adolf Glaßbrenner (1810-1876) auf.
Glaßbrenner gab mehrere Zeitschriften heraus, in denen er mit scharfem, mundartlich-sozialkritischem Witz die „niederen Stände“ gegen die preußisch-militaristische Obrigkeit aufwiegelte und wurde so nicht nur zu einem publizistischen Wegbereiter der demokratischen Revolution 1848 in Deutschland, sondern in Folge ihres Scheiterns auch zur Zielscheibe des Verfolgungswahns der reinstallierten, kaiserlich-preußischen, biedermeierlichen Reaktion.
In der karikaturesk erzählten Filmsatire figuriert diese Reaktion im Kultusminister Presskopp, der mithilfe der Baronin Tusnelda von Dunklage, ihres Zeichens Vizepräsidentin des Tugendbundes preußischer Jungfrauen, den oppositionellen „Brennglas“ domestizieren will, indem er dessen Verlobte, die Schauspielerin Adele Peroni, mit einer vertraglichen Anstellung an das preußische Hoftheater in Berlin zu binden versucht.

Ankündiger weiterlesen: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-ein-polterabend

20/08/2025

Freiluftkino gegen Austerität: "Draußen vor der Tür" (DDR 1960) von Fritz Borneman (Drama von Wolfgang Borchert)
Mi., 27.8.25, 21 Uhr, draußen am Philosophenturm, bei schlechtem Wetter: Kokoschka-Hörsaal D, Von-Melle-Park 6

Einführung und Diskussion mit Autor und Literaturwissenschaftler Dr. Konstantin Ulmer

Heute soll die bundesdeutsche Gesellschaft erneut zur kriegerischen Konfrontation mit Russland dem Primat des Militärischen unterworfen werden. Umso dringlicher erscheint es, die historischen Schlussfolgerungen des „Nie wieder!“ (u.a. vollständige Entmilitarisierung Deutschlands, Verbot aller Kriegsvorbereitungen und zwischenstaatlicher Gewalt im internationalen Völkerrecht, globale Abrüstungsverpflichtungen, etc.) neu ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Ein entschiedener Verfechter dieses „Nie wieder!“ war der Hamburger Dichter Wolfgang Borchert. In seinem 1947 veröffentlichten Drama „Draußen vor der Tür“ verarbeitet er sowohl seine Erfahrungen als 20-jähriger Wehrmachtssoldat im Russlandfeldzug als auch die Konfrontation mit einer westdeutschen Nachkriegsgesellschaft, die von ihrer Verantwortung für die Gräueltaten des Krieges und seine Folgen nichts wissen will. Protagonist des Stücks ist der junge Beckmann, der 1943 bei Stalingrad in Gefangenschaft geriet und nun – drei Jahre später – als Kriegsversehrter nach Hamburg zurückkehrt. Desillusioniert und mittellos irrt er durch die Schuttwüste seiner Heimatstadt.

Kompletter Ankündiger: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-draussen-vor-der-tuer

„Und jetzt sitzen sie hinter ihren Türen. Herr Studienrat, Herr Direktor, Herr Gerichtsrat, Herr Oberarzt. Jetzt hat uns keiner hingeschickt. Nein, keiner. Alle sitzen sie jetzt hinter ihren Türen. Und ihre Tür haben sie fest zu. Und wir stehen draußen. Und von ihren Kathedern und Sesseln zeigen sie mit dem Finger auf uns. So haben sie uns verraten. So furchtbar verraten. Und jetzt gehen sie an ihrem Mord vorbei, einfach vorbei.“
Wolfgang Borchert, „Draußen vor der Tür“, 1947.

26/07/2025

Freiluftkino gegen Austerität: "Ende einer Dienstfahrt" (BRD 1970) von Hans-Dieter Schwarze (nach Roman von Heinrich Böll)
Mi., 30.7.25, 21 Uhr (!), draußen am Philosophenturm, bei schlechtem Wetter: Kokoschka-Hörsaal D, Von-Melle-Park 6

Wie immer mit inhaltlicher Einführung und Diskussion nach dem Film

Das Militärische genießt nach wie vor und zurecht – auch aufgrund der Geschichte – kein hohes Ansehen in der deutschen Bevölkerung. Nach den aktuellen Aufrüstungsplänen der Bundesregierung soll die Bundeswehr jedoch zur größten Landstreitkraft Europas ausgebaut werden (inklusive Wehrpflicht, nuklearer Bewaffnung und „Notstandsgesetzen“ zur Generalmobilmachung im „Ernstfall“) und dafür auch gesellschaftlich ein vorbildhaftes Image verliehen bekommen. Die öffentliche Rechtfertigung dieser Militarisierung geht mit einerrabiaten Verkehrung aller Schlussfolgerungen aus dem deutschen Faschismus einher: Nicht nur wird zum vierten Mal (WK1, WK2, Kalter Krieg) das Schauermärchen vom drohenden Einfall „russischer Horden“ aus dem Osten bemüht. Es soll auch vergessen gemacht werden, dass schon zur Einführung der Bundeswehr 1955 der demokratische Mehrheitswillen der westdeutschen Bevölkerung, das Grundgesetz, die Bestimmungen des alliierten Kontrollrats, die Grundrechte der außerparlamentarischen Opposition sowie alle ernsthaften Bemühungen um eine Entnazifizierung der Gesellschaft außer Kraft gesetzt werden mussten.
Dieser unauflösbare Widerspruch zwischen betont harmloser Erscheinung und strukturell zutiefst inhumanem Wesen der Armee ist das hochaktuelle, spannungsreich und humorvoll reflektierte Thema der restaurationskritischen Groteske „Ende einer Dienstfahrt“, die 1966 von Heinrich Böll verfasst und 5 Jahre später von Hans-Dieter Schwarze kongenial verfilmt wurde.
Den Mittelpunkt der Handlung bildet ein abstruser Gerichtsprozess im fiktiven, rheinischen Kleinstädtchen Birglar. Johann Gruhl, der ortsansässige Tischlermeister, und sein frisch aus dem Wehrdienst entlassener Sohn Georg sind angeklagt, während der Dienstzeit einen Jeep der Bundeswehr entwendet und auf offenem Felde verbrannt zu haben.

Kompletter Ankündiger: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-ende-einer-dienstfahrt

14/07/2025

Freiluftkino gegen Austerität: „Panzerkreuzer Potemkin“ (SU 1925) von Sergej Eisenstein
Mi., 16.7.25, 21 Uhr (!), draußen am Philosophenturm, bei schlechtem Wetter: Kokoschka-Hörsaal D, Von-Melle-Park 6

Einführung und Diskussion mit Dr. Thomas Tode, Filmemacher und Publizist

Der Mensch ist ein gesellschaftlich handelndes Wesen und insofern aktiver Gestalter seines Geschichtsprozesses. Gerade angesichts der scheinbar ungehemmten Eskalation militärischer Gewalt in den internationalen Beziehungen ist diese Erkenntnis auf Seiten all derjenigen, die vom Krieg niemals profitieren, von entscheidender Bedeutung. Nur drei Jahre nach Entfesselung des Ersten Weltkriegs 1914 durch den deutschen Militarismus gelang es der Arbeiterbewegung in Russland, ihre eigene kriegslüsterne Herrscherkaste zu stürzen. Mit der Oktoberrevolution und dem „Dekret über den Frieden“ (1917) legte sie den Grundstein für die Beendigung der weltweiten Schlächtereien und die Errichtung einer Gesellschaft, in der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen prinzipiell überwunden ist. Es ist die bedeutsamste historische Tat des 20. Jahrhunderts. Aus ihr zu lernen ist für die heute umso notwendigere Befreiung der Menschheit von Krieg, Ausbeutung, Unterdrückung und Ungleichheit elementar.

Kein Film eröffnet diese Möglichkeit so eindrücklich, wie der 1925 entstandene „Panzerkreuzer Potemkin“ von Sergei Eisenstein. Der selbst zum revolutionären Meilenstein des Weltkinos gewordene Stummfilm, der den 1905 noch gescheiterten Aufstand der russischen Werktätigen gegen die zaristische Herrschaft reflektiert, setzte nicht nur ästhetisch neue Maßstäbe für das vor 100 Jahren noch junge Leinwandmedium. Er ist zugleich das erste Filmwerk, das den millionenfach Entrechteten dieser Welt ein umfassendes Bewusstsein ihrer persönlichen Rolle in der Geschichte zu vermitteln im Stande war.

Ankündiger weiterlesen: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-panzerkreuzer-potemkin

14/06/2025

Freiluftkino gegen Austerität: „Wenn die Kraniche ziehen“ (1957) von Michail Kalatosow
Mi., 18.6.25, 21 Uhr (!), draußen am Philosophenturm, bei schlechtem Wetter: Kokoschka-Hörsaal D, Von-Melle-Park 6

Einführung und Diskussion mit Dr. Marianne Linke, (Mitglied der VVN-BdA Stralsund, im Vorstand der Rapoport-Gesellschaft, ehem. Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR und Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern 2002-2006.) und Alexander Semjonow (Mitglied von RussPublika e.V.)

Am 22. Juni 1941 begann die faschistische, deutsche Wehrmacht mit dem Überfall auf die Sowjetunion den grausamsten Raub- und Vernichtungsfeldzug, den die Welt je erlebt hat. Über 27 Millionen Sowjetbürger:innen wurden ermordet, ganze Landstriche komplett verwüstet, entvölkert und auf Jahrzehnte unbewohnbar gemacht, bevor am 8. Mai 1945 den vereinigten Kräften der Anti-Hitler-Koalition unter Führung der UdSSR die Befreiung von Faschismus und Weltkrieg gelang. Es war bereits der zweite, vom deutschen Militarismus entfesselte Weltenbrand, der nur durch die revolutionäre Friedenstat der sozialistischen Sowjetbevölkerung ein Ende fand. Heute, 80 Jahre später, ist die Frage, wie Kriege zu beenden und für alle Zeiten unmöglich zu machen sind, umso dringlicher gestellt. Zu ihrer Beantwortung deutlich hilfreicher als die wiederauflebenden Phantasmagorien der zweifach „Besiegten“ dürften die historischen Erfahrungen, Lehren und Schlussfolgerungen der damaligen Befreier sein.
Kaum ein künstlerisches Werk legt davon so eindrucksvoll Zeugnis ab, wie der 1957 veröffentlichte, cineastisch die sowjetische „Tauwetter“-Periode begründende Antikriegsfilm „Wenn die Kraniche ziehen“ von Michail Kalatosow. Die Rohheit des Krieges wird darin sehr bewusst nicht anhand des vordergründigen militärischen Geschehens reflektiert, sondern in dem dramatischen, widerspruchsvollen Ringen um Humanität, das sich jenseits der Front abspielt.

Kompletter Ankündiger: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-wenn-die-kraniche-ziehen

04/06/2025

Freiluftkino gegen Austerität: Die Sendung der Lysistrata (1961) von Fritz Kortner
Mi., 4.6.25, 21 Uhr (!), draußen am Philosophenturm, bei schlechtem Wetter: Kokoschka-Hörsaal D, Von-Melle-Park 6
Einführung und Diskussion mit Lothar Zieske, aktiv in der Friedensinitiative Altona, dem Auschwitz-Komitee sowie bei der Initiative „Sedanstraße umbenennen!"

Gerade weil jedoch im „atomaren Zeitalter" die Frage existentielle Bedeutung gewonnen hat, ob es endlich gelingt, die immensen geistigen und materiellen Ressourcen der Menschheit zu ihrer gedeihlichen Entfaltung produktiv zu machen, oder ob diese noch immer zu (selbst-)zerstörerischen Zwecken pervertiert werden können, ist das Bewusstsein über das tatsächlich „Menschliche" historisch-kritisch zu substantiieren.
Kaum ein filmisches Werk eignet sich dazu so trefflich wie die 1961 unter Regie von Fritz Kortner für den NDR entstandene Adaption des antiken Lustspiels „Lysistrate" von Aristophanes.
Das historische Bühnenstück, entstanden und uraufgeführt im Jahre 411 v.u.Z., zur Hochphase des 30 Jahre währenden Peloponnesischen Krieges, ist ein einzigartig scharfsinniger, humorvoller Verriss alles Kriegerischen in seinen vielfältigen Dimensionen.
Um den schon lange aussichtslos tobenden, immer zerstörerischer werdenden Krieg gegen das benachbarte Sparta zu beenden, ruft Lysistrate (dt.: die das Heer Auflösende) die Frauen des attischen Seebundes sowie Abgesandte ihrer spartanischen Leidensgenossinnen zu einer Versammlung. Ihr gemeinsam gefasster Plan besteht darin, die Männer solange im Bette zu bestreiken, bis sie zu einem Friedensschluss gekommen sind.

Kompletter Ankündiger: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-die-sendung-der-lysistrata

23/05/2025
20/05/2025

Kino gegen Austerität: Das Geld der Anderen (F 1978) von Christian de Chalonge
Mi., 21.5.25, 20 Uhr, Philosophenturm: Kokoschka-Hörsaal D, Von-Melle-Park 6
Einführung und Diskussion mit Marie-Dominique Vernhes von Attac

Um das notwendige Aufbegehren gegen die strukturelle Ungleichheit niederzuhalten, finden vermehrt militaristische und rassistische Narrative Verbreitung, die ein nationales „Wir“ der „Freiheitsliebenden“ gegen vermeintliche Bedrohungen von außen konstruieren. Denselben Zweck erfüllt die Mär von der sozialen Sicherheit, die durch Verzicht und Leistungsbereitschaft zu erlangen sei.
Der begründete Widerspruch und die humanistische Kritik jener neoliberalen Weltunordnung, die die Menschheit in ihre akute, fundamentale Entwicklungskrise geführt hat, sind jedoch mindestens genauso tradiert wie diese selbst.
Eine besonders erkenntnisbildende, kulturkritische Konkretion bildet der 1978 von Christian de Chalonge veröffentliche Film „Das Geld der Anderen“.
Die mit großartigen Schauspieler:innen inszenierte Satire wirft ein grelles Licht hinter die Fassaden des Bankenwesens, das aufgrund seiner dominanten soziokulturellen und ideologischen Stellung im Neoliberalismus als Sinnbild für die gesellschaftlichen Entwicklungsdynamiken insgesamt taugt.

Kompletter Ankündiger: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-das-geld-der-anderen

Festkundgebung zum 80. Jahrestag der Befreiung: Freiheit, Gleichheit, Solidarität – Die Befreiung vollenden!8. Mai 2025,...
03/05/2025

Festkundgebung zum 80. Jahrestag der Befreiung: Freiheit, Gleichheit, Solidarität – Die Befreiung vollenden!
8. Mai 2025, 12-22 Uhr, Hamburger Jungfernstieg/Ballindamm

Der „Hamburger Ratschlag für den 8. Mai als Feiertag“ lädt ein und ruft auf, den 8. Mai 2025 als Tag der Befreiung gemeinsam würdig mit der Festkundgebung auf dem Hamburger Jungfernstieg von 12 bis 22 Uhr zu feiern. Mit einem internationalistischem Bühnenprogramm und einem „Weg des Widerstands" wollen wir der weltweiten Befreiung vom deutschen Faschismus und Weltkrieg gedenken und feiern: Freiheit, Gleichheit, Solidarität – Die Befreiung vollenden!

Der 8. Mai muss endlich als Tag der Befreiung ein Feiertag werden! Unser Aufruf und das Programm für das diesjährige Fest ist auf der Webseite zu lesen: www.8mai-hamburg.de/8-mai-2025/
Das Mobilisierungsmaterial (Plakate und Flyer) findet Ihr auch analog zum Abholen an der Uni Hamburg im Flur des AStA-Trakts (Von-Melle-Park 5) und im AStA der HAW (Berliner Tor 11). Wenn Ihr Material abholen möchtet, meldet Euch gern bei [email protected]

Am Programm sind u.a. beteiligt: Norman Paech zum antifaschistischen Grundgesetz, Hans-Martin Gutmann mit Jazz-Piano, Marx Sisters and Brothers mit Gedichten und Liedern von Tucholsky bis Brecht, RussPublika zum Friedensstreben in der Sowjetunion, der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche, Auschwitz-Komitee, Kerstin Kaiser zu antifaschistischen Schlussfolgerungen, Malte Klingforth zum Kampf um den Hafen, sozialistische Jugendorganisationen gegen die Wehrpflicht, Stella’s Morgenstern, Tornado Rosenberg und viele mehr.

Bei einer Podiumsdiskussion wollen wir mit Abgeordneten von SPD, GRÜNE und LINKE zur Bedeutung und Umsetzung des 8. Mai als Feiertag diskutieren.

Auf einem „Weg des Widerstands“ kann an zahlreichen Informationsständen verschiedener Initiativen und Organisationen über die Quellen und Vermächtnisse des antifaschistischen Engagements damals und heute reflektiert und diskutiert werden.

Die Befreiung wird an verschiedenen Orten in Hamburg und bundesweit gefeiert. Das Programm der Aktionswochen zum 80. Jahrestag der Befreiung findet ihr hier: https://8mai-hamburg.de/veranstaltungsuebersicht/

Weitere Informationen:
https://www.instagram.com/8mai_hamburg/
https://x.com/8mai_hamburg

18/04/2025

Kino gegen Austerität: The tank and the olive tree (F 2019) von Roland Nurier
Mi., 23.4.25, 20 Uhr, Philosophenturm: Kokoschka-Hörsaal D, Von-Melle-Park 6
Einführung und Diskussion mit dem Völkerrechtler Prof. Dr. Norman Paech

Anhand zahlreicher Quellen und Interviews mit namhaften internationalen Historiker:innen, Völkerrechtler:innen und UN-Diplomaten zeichnet der Film nach, inwiefern die heutige Konfliktsituation das fortwirkende Ergebnis der skrupellosen, kolonialen Expansionspolitik europäischer Mächte im 20. Jahrhundert, des damit verbundenen Teile-und-Herrsche-Prinzips und der so gelungenen „Auslagerung“ ihres eigenen „Judenproblems“ in Folge zweier Weltkriege – stets zulasten der arabischen Mehrheitsbevölkerung Palästinas – ist. Antisemitischer, europäischer Nationalismus, reaktiver Zionismus, koloniale Unterdrückung, deutscher Faschismus und die interessengeleitete Missachtung jeglicher Rechte des palästinensischen Volkes geben sich dabei in unheilvoller Folge die Hand. Die historische Rekonstruktion dieser Genese entlarvt jegliche Behauptung, eine friedliche Koexistenz von jüdischen und muslimischen Menschen in Palästina sei unmöglich, als zweckdienliche, die „eigenen“ Verbrechen kaschierende Lüge. Dies wird anhand von Sequenzen über zahlreiche arabisch-palästinensische Friedensinitiativen vor, während und nach der Staatsgründung Israels sowie über den Umgang mit den völkerrechtlichen Bestimmungen der UN nach 1948 und den medialen Aufwand zur stetigen Umdeutung der Konfliktursachen in jedem Eskalationsschritt von 1967 bis heute untermauert.
Entscheidend für die tiefgreifend zivilisierende Aufklärungswirkung des Films ist jedoch die eindringliche Schilderung der selbst unter unmenschlichsten Bedingungen unbändigen, stetig wachsenden Lebenslust der palästinensischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten.

Wir zeigen den Film im französisch-englischen Original mit deutschen Untertiteln.

Kompletter Ankündiger: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-the-tank-and-the-olive-tree
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=9jca0w8wPUY

21/03/2025

Kino gegen Austerität: Das Testament des Dr. Mabuse (D 1933) von Fritz Lang
Mi., 9.4.25, 20 Uhr, Philosophenturm: Kokoschka-Hörsaal D, Von-Melle-Park 6
Einführung und Diskussion mit Filmemacher und Publizist Dr. Thomas Tode

Angst ist bekanntermaßen ein schlechter Ratgeber. Vor allem, wenn es – wie heute mehr denn je – um die Herausbildung aufgeklärter, mündiger Persönlichkeiten, die engagierte Verwirklichung humaner Ansprüche und die demokratische Gestaltung eines friedlichen, sozial gerechten, menschenwürdigen Daseins im globalen Maßstab geht. Allgemeine Bedrohungsszenarien sind dazu angetan, die Sinne zu vernebeln, die Ansprüche auf die unmittelbare Existenzsicherung zu reduzieren und alternierende Gestaltungsmöglichkeiten aus dem Bewusstsein zu verdrängen. Ihr gezieltes Schüren ist aus diesem Grunde seit jeher ein beliebtes Herrschaftsinstrument – besonders in Zeiten, da Konkurrenz, Ausbeutung und soziale Ungleichheit massiv in Frage stehen. Die Personengruppen und Umstände, denen eine solch unkontrollierbare Gefährdungswirkung zugeschrieben werden kann, sind zum Erreichen des je subjektiven Verhaftetbleibens im krisenhaften „Hier und Jetzt“austauschbar: „Das todbringende Virus“, „der kriegslüsterne Russe“, „der kriminelle Ausländer“, „der umstürzlerische Kommunist“. Den größten ideologischen Profit aus solchen Narrativen ziehen diejenigen, deren Herrschaftsanspruch sich vollständig auf Angst gründet: die extreme Rechte. Sie leben von der Angst, insbesondere der vor ihnen selbst.

Einen höchst weitsichtigen, aufklärerischen und streitbaren Beitrag zur konsequenzenreichen Reflexion dieser Zusammenhänge bildet das 1933 veröffentlichte, noch im selben Jahr vom späteren NS-Propagandaminister Goebbels verbotene, Meisterwerk des Kriminalfilms „Das Testament des Dr. Mabuse“ von Fritz Lang.

Ankündiger weiterlesen: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-das-testament-des-dr-mabuse

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