14/10/2025
Kino gegen Austerität: "Die Brücke" (BRD 1959) von Bernhard Wicki
Mi., 15.10.25, 20 (!) Uhr, Kokoschka-Hörsaal im Philosophenturm der Uni Hamburg
Einführung und Diskussion mit Gerhard Schäfer (Sozialwissenschaftler und Historiker, aktiv im Bremer Friedensforum, in der Norddeutschen Friedensbewegung und in der GEW)
„Große Aufgaben, sichere Jobs, Teamgeist und Abenteuer“ – mit schillernden Worten wird wieder für das soldatische Heldenmärchen geworben. Die Werbenden sitzen wie eh und je gut bezahlt in ihren Schreibstuben, Chefsesseln und Abgeordneten-Büros und verjubeln willfährig die sozialen, politischen und kulturellen Zukunftsaussichten von Millionen Menschen an übersättigte Rüstungsaktionäre. Die Zu-Werbenden sollen ihr Leben aber nicht für die Börse, sondern für die „Freiheit“ geben (freiwillig, versteht sich!). Die Jugend braucht schließlich Ideale. Und wer nicht mitmacht, ist ein „Russenliebchen“.
Das hatten wir schon zweimal – das wollen wir nie wieder!
In diesem Geiste entstand 1959 der eindrucksvolle Antikriegsfilm „Die Brücke“ von Bernhard Wicki. Vier Jahre zuvor hatte der westdeutsche Bundestag beschlossen, wieder eine Armee, eine Rüstungsindustrie und eine allgemeine Wehrpflicht einzuführen.
Die Leinwandbearbeitung des autobiographischen Romans von Gregor Dorfmeister zeigt hingegen ungeschönt, wohin jener militärische Ungeist nur 14 Jahre zuvor geführt hatte und warum das Grundgesetz (1949) alle Maßnahmen zu dessen Wiederbelebung ursprünglich kategorial ausgeschlossen hatte.
Geschildert wird das Schicksal von sieben Jugendlichen in einer bayrischen Kleinstadt im Jahre 1945. Hans, Albert, Walter, Jürgen, Karl, Klaus und Sigi gehen auf ihr 16. Lebensjahr zu und glauben noch immer an den militärischen „Endsieg“, obwohl die Truppen der Anti-Hitler-Koalition bereits ins deutsche Reichsgebiet vordringen.
Ankündiger weiterlesen: https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-die-bruecke
Trailer: https://www.dailymotion.com/video/x7x4yaz