28/07/2026
Pressemitteilung
Pierre Jung: Nach Terroranschlag auf Berliner CSD darf Hamm nicht länger schweigen
AfD-Fraktionsvorsitzender fordert nach islamistischen Vorfällen in Hamm konkrete Konsequenzen – „Wir haben gewarnt. Jetzt muss gehandelt werden.“
Hamm, 27. Juli 2026. – Nach dem tödlichen Anschlag im Umfeld des Christopher Street Day in Berlin fordert der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Rat der Stadt Hamm, Pierre Jung, konkrete Konsequenzen im Umgang mit islamistischer Radikalisierung.
Am Samstagabend soll der 21-jährige Abdul B. in Berlin mit einem Fahrzeug Menschen erfasst und anschließend weitere Personen mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Eine Frau wurde getötet, zahlreiche Menschen wurden verletzt. Der Tatverdächtige war den Sicherheitsbehörden bereits bekannt. Er war im Mai wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie Verstößen gegen das Vereinsgesetz zu einer noch nicht rechtskräftigen Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Bereits zuvor hatte er Propaganda des sogenannten „Islamischen Staates“ verbreitet.
Für Jung erhält der Anschlag auch vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Hamm besondere Bedeutung.
„Innerhalb kürzester Zeit hatten wir in Hamm zwei deutliche Warnsignale. Zunächst wurde bekannt, dass ein 16-Jähriger einen islamistisch motivierten Anschlag auf eine christliche Gemeinde geplant haben soll. Kurz darauf wurden in mehreren Hammer Stadtteilen Flugblätter verteilt, in denen Nichtmuslime als Feinde bezeichnet und religiös bedroht wurden. Wir haben daraufhin ausdrücklich eine öffentliche Reaktion des Oberbürgermeisters, der Stadt, des Kommunalen Integrationszentrums sowie der islamischen Verbände eingefordert.“
Eine solche klare öffentliche Positionierung der angesprochenen Hammer Institutionen sei nach Jungs Kenntnis bislang ausgeblieben.
„Wir haben gewarnt und konkrete Maßnahmen vorgeschlagen. Die Antwort war bislang Schweigen. Währenddessen zeigt uns Berlin auf schreckliche Weise, wohin islamistische Radikalisierung im Extremfall führen kann.“
Jung warnt dabei ausdrücklich davor, sämtliche Muslime unter Generalverdacht zu stellen.
„Es geht nicht um Millionen friedlicher Muslime, sondern um diejenigen, die unsere freiheitliche Gesellschaft ablehnen, Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihrer Lebensweise oder ihrer sexuellen Orientierung zu Feinden erklären und bereit sind, daraus Gewalt abzuleiten. Gerade friedliche Muslime haben ein Interesse daran, dass diese Extremisten isoliert und bekämpft werden.“
Von Worten müssen wir endlich zu konkreten Maßnahmen kommen
Die bisherigen Ereignisse zeigten nach Auffassung Jungs, dass Prävention deutlich früher einsetzen müsse. Radikalisierung beginne nicht erst mit der Planung eines Terroranschlags.
„Wenn Menschen als Ungläubige und Feinde bezeichnet werden, wenn Kinder wegen ihrer Religion oder Lebensweise eingeschüchtert werden, wenn Mädchen religiösem Druck ausgesetzt, Speisepläne in Kitas religiös begründet komplett auf den Kopf gestellt oder extremistische Propaganda verbreitet wird, müssen sämtliche Alarmglocken schrillen. Wir dürfen nicht warten, bis aus Worten Gewalt wird“, sagt Jung.
Die AfD-Fraktion erneuert deshalb ihre bereits nach den Vorfällen in Hamm erhobenen Forderungen:
eine klare öffentliche Verurteilung islamistischer Einschüchterung und extremistischer Propaganda durch den Oberbürgermeister;
eine eindeutige Positionierung der Hammer Moscheevereine und islamischen Verbände gegen Islamismus und religiös begründete Gewalt;
einen Bericht des Kommunalen Integrationszentrums über bestehende Maßnahmen zur Prävention islamistischer Radikalisierung;
eine stärkere Sensibilisierung von Schulen, Lehrern und Schulsozialarbeitern für religiös motivierte Einschüchterung und Radikalisierungsanzeichen;
eine konsequente Weitergabe relevanter Verdachtsfälle an die zuständigen Sicherheitsbehörden;
regelmäßige Lageinformationen für die politischen Gremien über islamistische Entwicklungen in Hamm, soweit dies rechtlich zulässig ist;
größtmögliche Transparenz gegenüber Rat und Öffentlichkeit bei sicherheitsrelevanten Entwicklungen.
Jung erneuert zugleich sein Angebot zu einer parteiübergreifenden Zusammenarbeit.
„Bei der Sicherheit unserer Bürger darf das Parteibuch keine Rolle spielen. Bereits nach dem vereitelten Anschlag in Hamm habe ich meine Hand ausgestreckt und zu einer parteiübergreifenden Zusammenarbeit aufgerufen. Nur wenige Tage später formulierte Bundeskanzler Friedrich Merz nach dem islamistischen Terroranschlag in Berlin unabhängig davon denselben Grundgedanken: Jenseits parteipolitischer Meinungsverschiedenheiten müsse die Freiheit unserer Gesellschaft gemeinsam verteidigt werden.
Wenn selbst der CDU-Bundeskanzler angesichts des islamistischen Terrors parteipolitische Differenzen zurückstellt, darf es auch in Hamm keine parteipolitischen Ausreden mehr geben. Mein Angebot gilt weiterhin für Oberbürgermeister Marc Herter, Stadtverwaltung, Kommunales Integrationszentrum, Schulen und islamische Organisationen. Wir müssen politisch nicht einer Meinung sein, um gemeinsam gegen islamistischen Extremismus vorzugehen. Jetzt erwarte ich, dass diesem Grundsatz auch in Hamm konkrete Maßnahmen folgen.“
Der Berliner Anschlag müsse nun auch für Hamm ein Anlass sein, bestehende Präventionsstrukturen kritisch zu überprüfen.
„Eine Frau ist in Berlin tot, zahlreiche Menschen wurden verletzt. Jetzt wieder Betroffenheit zu äußern und anschließend zur Tagesordnung überzugehen, reicht nicht. Lippenbekenntnisse verhindern keine Radikalisierung.“
Jung abschließend:
„Wir haben nach den Ereignissen in Hamm nicht gefordert, Muslime unter Generalverdacht zu stellen. Wir haben gefordert, Islamisten nicht länger zu unterschätzen. Berlin zeigt, wie notwendig diese Unterscheidung ist. Wer unsere freiheitliche Gesellschaft verteidigen will, muss ihre Feinde klar benennen – und zwar bevor Menschen sterben. Hamm muss jetzt handeln.“
Pierre Jung
Fraktionsvorsitzender
AfD-Fraktion im Rat der Stadt Hamm