24/05/2026
Zwei neue Stolpersteine in Heikendorf!
Seit Freitag, den 22.05.2026 im Schulredder 10 und im Blumenweg 24
Stolpern – über die Geschichte und über das Schicksal der Menschen, denen diese Gedenksteine gewidmet sind. - Genau das hat bereits bei der Vorbereitung dieser Veranstaltung funktioniert.
Initiiert durch die Archivgruppe Heikendorf und mit der Beteiligung der Mehrheitsfraktionen der Gemeindevertretung und der GGS Heikendorf, fanden am letzten Freitag die zweite und dritte Stolpersteinverlegung in Heikendorf statt. Ein wesentlicher Bestandteil der kleinen Feierstunde waren die Beiträge der beiden 10. Klassen der Grund- und Gemeinschaftsschule Heikendorf. Die erste Feier erfolgte um 10.00 Uhr im Schulredder 10 vor dem Blumengeschäft Grams. Dort wird an Heinz Güldenzoph (* 23. März 1914 – † 17. November 1941) erinnert. Der Landwirt war Sohn des Zimmermanns Wilhelm Güldenzoph und dessen Ehefrau Anna, geborene Grube. Er wurde zunächst im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert und starb später im Konzentrationslager Flossenbürg.
Mit wechselnden Texten berichteten die Schülerinnen und Schüler über das Leben und Schicksal der Opfer und über die Tatsachen, die sie bei ihren Recherchen herausgefunden hatten. Am Rande der Veranstaltung konnte man erfahren, dass die Jugendlichen auch eine Verwandte in Ihren Reihen gefunden hatten.
Diese unerwartete Nähe zu den längst vergangenen Ereignissen hatte aktuelle Bedeutung geschaffen. Fremde Namen wurden zu Verwandten und ein Teil des täglichen Schulwegs zum Tatort. Was damals geschehen war hatte nun etwas mit dem eigenen Leben zu tun. Bedenkt man, dass viele dieser Jugendlichen in wenigen Tagen ihre Schulzeit beenden, wird deutlich, wie wichtig es ist, den Blick zu heben und über den Tag hinaus zu denken. Was war bestimmt das Heute, was wird bestimmen unsere heutigen Gedanken und Entscheidungen.
Im Anschluss fand die zweite Verlegung im Blumenweg 24 vor dem Geschäft Raumausstattung Hoof statt. Sie ist Helmuth Kurzweg (* 12. Oktober 1905 – † 20. Mai 1941) gewidmet. Er wurde im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“ in der Tötungsanstalt Bernburg in Sachsen-Anhalt ermordet.