CDU Ortsverband Herdwangen-Schönach

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„Du kannst überleben!“ – Oberst Schoebel über die Ausbildung im Spezialkräftezentrum in PfullendorfHaben Soldaten noch e...
28/05/2026

„Du kannst überleben!“ – Oberst Schoebel über die Ausbildung im Spezialkräftezentrum in Pfullendorf

Haben Soldaten noch eine Bedeutung auf dem hochtechnisierten Gefechtsfeld? Die zunächst widersinnig klingende Frage, gestellt von Oberst Christian Schoebel bei seinem Vortrag im Rahmen der CDU-Veranstaltungsreihe „Sicherheit – neu denken?“ vergangene Woche, trägt dabei allerdings durchaus den neuesten operativen und strategischen Entwicklungen Rechnung. Vor einem zahlreichen, interessierten Publikum in Schönach, begrüßt und anmoderiert vom hiesigen CDU-Ortsverbandschef Simon Klaiber, breitete der Kommandeur des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen in Pfullendorf ziemlich schonungslos das Bild der modernen Front am aktuellen Beispiel Ukraine aus, welche als Drohnen-verseuchte „Kill-Zone“ zwischen den vorderen Linien eine dystopische Wirklichkeit bildet. Dort ist für den einzelnen Soldaten fast keine Bewegung mehr möglich, ohne aufgeklärt und bekämpft zu werden. Drohnen seien die neue, tödliche Realität in der Kriegsführung, Operationen nur noch möglich bei schlechter Sicht, starkem Wind oder in der Nacht – und gerade hier spielen Spezialkräfte wieder ihre Rolle in der „Choreographie“ des modernen Krieges, wie der drahtige Militär erläutert, wo alles fast wie in einem Orchester zusammenspielen muss. So zumindest das NATO-Ziel für die eigene Einsatzführung. Kollateralschäden jedenfalls wie bei den Einsätzen zu Beginn der 2000er Jahre seien heute nicht mehr egal, Präzisionseinsätze wie in Venezuela oder im Iran vielmehr exemplarisch. Und die Ausbildung der Spezialkräfte auch hier in Deutschland trägt dem Rechnung, wie Schoebel aus erster Hand berichtet.

Schon die Rekrutierung für diese Einheiten sei eine Riesenherausforderung, so der Referent, der ja als Chef des renommierten Ausbildungszentrums Spezielle Operationen durchaus ein Lied von der „Generation Z“ und ihrer vielzitierten „work-life-balance“ singen kann. Der Spezialkräftesoldat müsse heute körperlich und mental hoch leistungsfähig sein, klaglos schwere Lasten über weite Strecken tragen können, sollte aber auch in einem stabilen sozialen Hintergrund verankert sein, also mentale Stabilität mitbringen. Heute setzt man bei der Armee auch verstärkt, militärisch realistisch und pragmatisch, aufgrund begrenzter menschlicher Ressourcen auf ältere Kameraden, Feldwebeldienstgrade, welche man fit halten müsse, die aber mit ihrer Abgeklärtheit und Erfahrung von großem Wert seien. Gleichwohl ist das Portfolio, das das Ausbildungszentrum bietet, hochwertig, und neben dem klassischen „Brot- und Buttergeschäft“ – Schießlehrgänge, Orts- und Häuserkampf, alles auf höchstem Niveau – werden die Kommandosoldaten z.B. auch als Einsatzsanitäter ausgebildet, was in Pfullendorf heißt: Mehrwöchige bis mehrmonatige Ausbildungsgänge, teils mit praktischen Anteilen als Sanitäter im zivilen Rettungsdienst, teils in speziellen europäischen Ausbildungsstätten. Schoebel nennt das alles die Schlüsselfähigkeiten: „shoot, move, communicate, medicate“, also NATO-Doktrin. Den Soldaten wird bei all dem Handlungssicherheit vermittelt: „Du kannst überleben!“ – Seine Zuhörer eben davon zu überzeugen, von der Effektivität und Hochwertigkeit der Ausbildung nämlich, war auch Christian Schoebels Ansinnen an diesem Abend, trotz der massiven und bedrückenden Szenarien, die das moderne Gesicht des Krieges prägen. Daß das so ankam, heißt auch: Sicherheit ist kein Randthema, wie Simon Klaiber treffend bemerkte, und wie dieser Abend erneut unter Beweis gestellt hat.

Bild 1: Oberst Christian Schoebel schlägt das Publikum schnell in seinen Bann. (Bild: Andreas Steffan)
Bild 2: Frieder Kammerer vom CDU-Ortsverband und Oberst Christian Schoebel bei der abschließenden Fragerunde. (Bild: Simon Klaiber)
Bild 3: Die Initiatoren (von links) Simon Klaiber und Frieder Kammerer von der CDU mit dem Referenten Christian Schoebel. (Bild: Andras Steffan)

Terminerinnerung:Druck auf Lehrgangsteilnehmer so hoch wie möglich – Christian Schoebel zum Konzept Ausbildung von Spezi...
17/05/2026

Terminerinnerung:
Druck auf Lehrgangsteilnehmer so hoch wie möglich – Christian Schoebel zum Konzept Ausbildung von Spezialkräften

War das Postulieren von „Elitetruppen“ in der alten Wehrpflicht-Bundeswehr noch geradezu verpönt, tendiert die Entwicklung in der Truppe besonders seit Aussetzung der Wehrpflicht in den vergangenen Jahren dagegen verstärkt zu einer Spezialisierung – parallel zu eigentlich allen Armeen des Westens in Zeiten fehlender Kinder und damit einer maximalen Wertsteigerung der „Ressource Mensch“. Gerade in Zeiten begrenzter Einsatzszenarien irgendwo auf der Welt unter wechselnden politischen und klimatischen Bedingungen schlug da die Stunde regelrechter Spezialkräfte, die, optimal ausgebildet und ausgerüstet, unter minimalen Verlusten ein Maximum an Effektivität erreichen. Ob dies auch nach der aktuellen weltpolitischen „Rolle rückwärts“ hin zu einer Bundeswehr als „stärkster konventioneller Armee in Europa“, wie vom Verteidigungsminister in seiner Militärstrategie proklamiert und mit klaren Zahlen unterfüttert, noch so funktionieren wird, steht nach den Ukraine-Erfahrungen auf dem Prüfstand.
Dass gerade der Standort Pfullendorf mit seinem elitären Trainingszentrum für Spezialtruppen dabei mit seiner Expertise besonders gefragt sein wird, bewog den CDU-Ortsverband Herdwangen-Schönach, in seine aktuell laufende sicherheitspolitische Vortragsreihe auch Oberst Christian Schoebel, den jetzigen Kommandeur des Ausbildungszentrums, mit aufzunehmen. Was sind das für Leute, die die extrem hochwertigen und fordernden Lehrgänge in der Einrichtung absolvieren, aus welchen Truppen stammen sie? Wie durchdacht und organisiert ist die Ausbildung dort, was sind die Schwerpunkte und Ziele, wie die strategische Ausrichtung und angedachte weitere Entwicklung des Ausbildungszentrums grade im Zuge der aktuellen militärstrategischen Neuausrichtung der Bundeswehr? Als Kommandeur ist Schoebel sowohl in die Feinheiten der einzelnen Ausbildungsgänge seiner Ausbilder und Lehrgangsteilnehmer involviert als auch in die Vorgaben, Änderungen und Ausrichtung „von oben“ und kann hier sicherlich Rede und Antwort stehen.
Der Vortrag wird am Montag, den 18. Mai um 19 Uhr im Kleinen Saal der Ramsberghalle in Großschönach beginnen, der Eintritt ist frei und die Öffentlichkeit herzlich willkommen.

Druck auf Lehrgangsteilnehmer so hoch wie möglich – Christian Schoebel zum Konzept Ausbildung von SpezialkräftenWar das ...
04/05/2026

Druck auf Lehrgangsteilnehmer so hoch wie möglich – Christian Schoebel zum Konzept Ausbildung von Spezialkräften

War das Postulieren von „Elitetruppen“ in der alten Wehrpflicht-Bundeswehr noch geradezu verpönt, tendiert die Entwicklung in der Truppe besonders seit Aussetzung der Wehrpflicht in den vergangenen Jahren dagegen verstärkt zu einer Spezialisierung – parallel zu eigentlich allen Armeen des Westens in Zeiten fehlender Kinder und damit einer maximalen Wertsteigerung der „Ressource Mensch“. Gerade in Zeiten begrenzter Einsatzszenarien irgendwo auf der Welt unter wechselnden politischen und klimatischen Bedingungen schlug da die Stunde regelrechter Spezialkräfte, die, optimal ausgebildet und ausgerüstet, unter minimalen Verlusten ein Maximum an Effektivität erreichen. Ob dies auch nach der aktuellen weltpolitischen „Rolle rückwärts“ hin zu einer Bundeswehr als „stärkster konventioneller Armee in Europa“, wie vom Verteidigungsminister in seiner Militärstrategie proklamiert und mit klaren Zahlen unterfüttert, noch so funktionieren wird, steht nach den Ukraine-Erfahrungen auf dem Prüfstand.
Dass gerade der Standort Pfullendorf mit seinem elitären Trainingszentrum für Spezialtruppen dabei mit seiner Expertise besonders gefragt sein wird, bewog den CDU-Ortsverband Herdwangen-Schönach, in seine aktuell laufende sicherheitspolitische Vortragsreihe auch Oberst Christian Schoebel, den jetzigen Kommandeur des Ausbildungszentrums, mit aufzunehmen. Was sind das für Leute, die die extrem hochwertigen und fordernden Lehrgänge in der Einrichtung absolvieren, aus welchen Truppen stammen sie? Wie durchdacht und organisiert ist die Ausbildung dort, was sind die Schwerpunkte und Ziele, wie die strategische Ausrichtung und angedachte weitere Entwicklung des Ausbildungszentrums grade im Zuge der aktuellen militärstrategischen Neuausrichtung der Bundeswehr? Als Kommandeur ist Schoebel sowohl in die Feinheiten der einzelnen Ausbildungsgänge seiner Ausbilder und Lehrgangsteilnehmer involviert als auch in die Vorgaben, Änderungen und Ausrichtung „von oben“ und kann hier sicherlich Rede und Antwort stehen.
Der Vortrag wird am Montag, den 18. Mai um 19 Uhr im Kleinen Saal der Ramsberghalle in Großschönach beginnen, der Eintritt ist frei und die Öffentlichkeit herzlich willkommen.

Lernen von Kiew in der Drehscheibe Deutschland: Landeskommandeur redet KlartextAuf einen wahren Parforceritt durch die a...
20/04/2026

Lernen von Kiew in der Drehscheibe Deutschland: Landeskommandeur redet Klartext

Auf einen wahren Parforceritt durch die aktuelle Sicherheitsarchitektur nahm Landeskommandeur Michael Giss seine Zuhörer bei der bereits vierten CDU-Veranstaltung der Reihe "Sicherheit - neu denken?" am vergangenen Montag in Herdwangen-Schönach mit. Simon Klaiber, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands, begrüßte den Chef des Stuttgarter Landeskommandos denn auch mit einem kurzen Bezug zu den bisherigen Vorträgen und konfrontierte den Gast umgehend mit Aussagen, die dieser selbst Ende letzten Jahres gegenüber der Presse geäußert hatte: „Wir sind gut aufgestellt und in den Startlöchern, wir können jetzt loslaufen – den Marathon!“

Bezüglich der aktuellen Lage nahm der Militär dann, den Faden mit Verve aufnehmend, auch kein Blatt vor den Mund: Angesichts modernster Waffentechnologie spielten Entfernungen heute im Konfliktfall keine Rolle, es gebe keine sichere Zone mehr auf dieser Erde, ja es gelte gar, eine NATO, in der die USA künftig andere Schwerpunkte haben, zu denken, vor allem aber an Rußland als konkreten Gegner – und Putin habe noch gar nicht durchmobilisiert!

Ebenso brenzlig die aktiven Eingriffe des Iran in unsere Lieferketten und Energiesicherheit; auch die Atommacht Nordkorea nicht zu vergessen, so der Referent: „Die Fernostkomponente“. Letztlich laufe aber aus seiner Sicht alles auf ein Kräftemessen mit Europa hinaus, wobei Rußlands Strategie stets und vor allem die Zivilbevölkerung treffen wolle, wie bereits der Ukrainekonflikt zeigt – die russische Gesellschaft selbst sei ohnehin annähernd gleichgeschaltet, auf Kriegswirtschaft umgebaut, eine nennenswerte Opposition gebe es nicht mehr. Auf eine Änderung der Lage „nach Putin“ könne man also nicht hoffen. Die Friedensdividende sei inzwischen ausgereizt, wichtig für uns in Deutschland deshalb vor allem unser eigenes „Mindset“ – sind wir „kriegstüchtig“? Letztlich: Ist es uns das wert? Die Litauische Brigade sei ja durchaus ein Leuchtturmprojekt – aber sind unsere jungen Männer noch bereit, das, was ihnen wichtig ist, mit ihrem Leben zu verteidigen? Sehr drastisch brachte es der Stabsoffizier auf den Punkt: Der Soldat müsse in letzter Konsequenz bereit sein, zu töten und zu sterben; wenn auch das alte Abschreckungskonzept des „Kämpfen könnens, um nicht kämpfen zu müssen“ durchaus fröhliche Urständ feiert. Denn in Zeiten fehlenden Nachwuchses müsse bei uns im Westen, so Giss, schlicht auch „jeder Verlust Sinn machen“, es müßten Einsatzgrundsätze geändert, vor allem aber eine gesellschaftspolitische Diskussion angestoßen werden – hierzu brauchen wir entsprechende Anstöße aus der Politik.

Hier nun kommt der Referent dann auf sein Hauptanliegen zu sprechen: Den sog. Operationsplan Deutschland, welcher unseren Part in der aktuellen NATO-Strategie beschreibt, und der eine „Drehscheibe Deutschland“ entwickelt: Unser Land als Durchgangsland für NATO-Truppen und -Material, was es zu koordinieren, gewährleisten und zu sichern gilt. Dies wird bei uns zunächst im vermeintlich tiefsten Frieden stattfinden, mit enormen Auswirkungen auf das alltägliche Leben, welches dann letztlich auch unter Kriegsbedingungen weitergehen müsse. Lernen von Kiew, sei hier die Devise, die Wirtschaft müsse also auch im Krieg funktionieren, die Firmen und Unternehmen müßten weiter liefern, Krankenhäuser und Gesundheitsversorgung weiter funktionieren, trotz vermutlich hoher Zahlen an zusätzlich anfallenden Verletzten. Ausdrücklich wollte der Militär dies nicht als düsteres Szenario aufbauen, vielmehr ein „be prepared“ anstoßen, um kommenden Herausforderungen effektiv begegnen zu können. (Pressewart)

Bild 1: "Jeden Tag sterben in der Ukraine Menschen!" Kapitän z.S. Michael Giss kann seinen Zuhörern drastische Wahrheiten nicht ersparen. (Bild: Simon Klaiber)
Bild 2: Die Veranstalter Simon Klaiber (li.) und Frieder Kammerer (re.) lassen ihren hohen Gast nicht ohne "Marschverpflegung" zurück nach Stuttgart ziehen. (Bild: Andreas Steffan)
Bild 3: Michael Giss raunt augenzwinkernd über seine "geheime U-Boot-Flottille" im Bodensee, nachdem er in der von Frieder Kammerer moderierten Fragerunde auf seinen ungewöhnlichen nautischen Dienstgrad angesprochen wird. (Bild: Simon Klaiber)

„Operationsplan Deutschland“ im Focus: Landeskommandeur Michael Giss am 13.04.26 in Herdwangen-SchönachBereits im vergan...
12/04/2026

„Operationsplan Deutschland“ im Focus: Landeskommandeur Michael Giss am 13.04.26 in Herdwangen-Schönach

Bereits im vergangenen Oktober mahnte „Baden-Württembergs oberster Soldat“, Landeskommandeur Michael Giss, im SWR eine engere Zusammenarbeit zwischen Polizei und Armee an, um der Bedrohung durch russische Drohnen – schlechtesten-falls mit Sprengstoff bestückt – begegnen zu können. Und malte dabei keineswegs den Teufel an die Wand: „Man muss wissen, dass es hier Menschen gibt, die haben keine russische Uniform an, aber sie handeln so, als würden sie eine tragen“ – das war deutlich genug, und allein der Ernst der Kriegslage im Osten bewahrte den Marineoffizier danach offenbar vor einem medialen Gewitter. Im Rahmen der Vortragsreihe „Sicherheit – neu denken?“ ist es dem Chef des Herdwangen-Schönacher CDU-Ortsverbands, Simon Klaiber, nunmehr gelungen, Giss – mit dem zum „Schwäbischen Meer“ passenden nautischen Dienstgrad „Kapitän zur See“ (vergleichbar Oberst) ausgestattet – zu einem Vortrag in den Saal der Ramsberghalle zu gewinnen. Am Montag, den 13. April, um 19 Uhr, wird der Chef des Landeskommandos Baden-Württemberg hier in Herdwangen-Schönach zur „Zeitenwende, Gesamtverteidigung sowie dem Operationsplan Deutschland“ referieren – bei freiem Eintritt sind alle Interessierten namens des CDU-Ortsverbands hierzu herzlich eingeladen! Von besonderem Interesse dürfte hierbei der so ominöse wie geheime „Operationsplan Deutschland“ sein, der ja auch beim gerade stattgefundenen letzten Vortrag der Reihe mit Major Julian Kühny vom Heimatschutz mehrmals im Focus des Interesses stand und von Michael Giss nun explizit im Vortragstitel genannt wird. Man darf gespannt sein. (Pressewart)

Hauptwaffensystem Gewehr“ – Heimatschutz muß man wollen! Gleich eine doppelte Freiwilligkeit braucht es, um eine Heimats...
01/04/2026

Hauptwaffensystem Gewehr“ – Heimatschutz muß man wollen!

Gleich eine doppelte Freiwilligkeit braucht es, um eine Heimatschutzkompanie mit Soldaten zu füllen: Die des Einzelnen nämlich und die des Arbeitgebers – denn das neue Heimatschutzkonzept baut zu fast hundert Prozent auf Reservisten auf! Mit Major Julian Kühny, Kompaniechef der Pfullendorfer Heimatschutzkompanie, hätte der CDU-Ortsverband Herdwangen-Schönach anläßlich seiner Vortragsreihe „Sicherheit – neu denken?“ keinen Berufeneren finden können, um dieses Konzept einmal von seiner ganz praktischen Seite zu beleuchten.

Im gut gefüllten kleinen Saal der Ramsberghalle stand der Offizier vergangenen Montag einer interessierten Öffentlichkeit Rede und Antwort und beließ es dabei keineswegs bei folgenlosen Floskeln: Die Thematik könnte nicht aktueller sein, wisse doch letztlich niemand, wieweit iranische Raketen tatsächlich fliegen oder ob es beim Stichwort Bündnisverteidigung hinsichtlich des Krieges im Osten nicht doch zum Schwur kommt. Die Bundeswehr selbst hängt das Thema sehr hoch, hat man doch dem Heimatschutz eine neue Großdivision des Heeres gewidmet, unterteilt in sechs Regimenter und momentan fünfzehn Kompanien – wobei die 15., jüngste, die in Pfullendorf ist, mit dem stolzen Beinamen „Linzgau“. Und die im Werden befindliche Bataillonsstruktur sei, nebenbei, so Kühny augenzwinkernd, doch am besten in Sigmaringen in der Stauffenberg-Kaserne aufgehoben.

Er selbst habe den Auftrag im April ´24 erhalten, die Indienststellung der Kompanie erfolgte dann im Dezember desselben Jahres, noch unter der Ägide des Landeskommandos – um dann bereits im April ´25 ins aktive Heer überstellt zu werden, mit allen daraus folgenden politischen und logistischen Folgen. Ausgehend vom Konzept der „Drehscheibe Deutschland“ des Bündnisfalles kommen den Heimatschutzkräften hierbei erhebliche Aufgaben beim Schutz hauptsächlich militärischer Infrastruktur und der Durchschleusung von Bündnistruppen zu. Angesichts der Kürze der momentanen politischen Halbwertszeit und der rasend schnellen strategischen Veränderungen geradezu eine Mammutaufgabe – und tatsächlich sind die Heimatschutzkompanien noch zu dünn gesät, ist der Kernauftrag, der „host nations support“, also letztlich der Bündnisfall, in der jetzigen Struktur „sportlich“, um es positiv zu sagen.

Wie aber ist die Lage am Standort Pfullendorf? Hier fand die Kompanie im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in der Stauferkaserne optimale Bedingungen vor, so der Kompanieführer, und die Eingliederung am Standort sei „geräuschlos“ vonstattengegangen – Zeichen für nüchterne Professionalität. Vielfältige Fragen aus der Zuhörerschaft drehten sich denn auch um die praktischen Dinge: Ausstattung, Bewaffnung (Kühny: „Hauptwaffensystem ist das Gewehr!“), Personalstand und Motivation. Tatsächlich sei das Spektrum der Bewerber zur Heimatschutzkompanie überraschend weit: Vom erfahrenen, aktiven Reservisten bis zum blutjungen Ungedienten sei quasi alles dabei, dies gelte es in Führung und Ausbildung zu berücksichtigen. Daß die Kompanie bei dem eloquenten und sympathischen Offizier jedenfalls in besten Händen ist, konnte sich das Publikum in Schönach überzeugen, und so blieben etliche Besucher auf Einladung der Veranstalter Simon Klaiber und Frieder Kammerer vom CDU-Ortsverband auch noch länger, um im Gespräch mehr zu erfahren und beispielsweise mitgebrachte Ausstattung zu begutachten.

Sicherheit neu denken? – Focus auf den Heimatschutz in unsicheren Zeiten: Kompaniechef Julian Kühny am 23. März im Ramsb...
22/03/2026

Sicherheit neu denken? – Focus auf den Heimatschutz in unsicheren Zeiten: Kompaniechef Julian Kühny am 23. März im Ramsbergsaal

Seit vier Jahren tobt bereits der Krieg in der Ukraine – und aktuell fängt dazu noch mit dem Krieg gegen den Iran gerade der gesamte Nahe Osten Feuer, mit unabsehbaren Folgen auch für den Westen! Fassungslos steht der friedensverwöhnte und rundumversorgte Deutsche plötzlich einer Welt im Krieg gegenüber. Die Reaktion unserer Wehrpolitik ist folgerichtig, wenn auch zögerlich: Bereits 2025 faßte man beispielsweise die seit einiger Zeit hier im Süden entstandenen einzelnen Heimatschutzkompanien in einem Regiment zusammen, nachdem man gerade diese Komponente des Schutzes der eigenen regionalen Infrastruktur in einem prognostizierten Spannungsfall bis dahin sträflich vernachlässigt hatte.

Was aber ist eine Heimatschutzkompanie, was kann sie – und was nicht, wie ist sie aufgestellt und ausgestattet? Was ist ihr Auftrag, reicht dazu das Aufstellungs- und Ausbildungs-Konzept, und ist sie zu vergleichen mit den Heimatschutzkompanien, die es in der alten Bundeswehr bereits gab, die man in den 90ern dann aber wegsparte? In seiner Vortragsreihe „Sicherheit neu denken?“ wird der CDU-Ortsverband Herdwangen-Schönach am Montag, 23. März, um 19 Uhr im kleinen Ramsbergsaal der Ramsberghalle in Großschönach dem jungen Chef der 15. Heimatschutzkompanie, Major Julian Kühny, diese Fragen stellen und damit diesmal einen ganz praktischen Aspekt der Sicherheitspolitik beleuchten. Und wer wäre kompetenter, diese Fragen praxisnah zu beantworten? Im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen im nahen Pfullendorf beheimatet, profitiert die ausschließlich mit Reservisten aufgestellte Kompanie mit dem Namenszusatz „Linzgau“ von den Vorteilen des Standortes in der Stauferkaserne, wie Major Kühny in seinem Vortrag erläutern wird, und was durchaus eine Besonderheit im süddeutschen Heimatschutzgefüge darstellt.

Interessierte Bürger sind bei freiem Eintritt herzlich eingeladen.

Sicherheit neu denken? – Focus auf den Heimatschutz in unsicheren Zeiten: Kompaniechef Julian Kühny am 23. März im Ramsb...
15/03/2026

Sicherheit neu denken? – Focus auf den Heimatschutz in unsicheren Zeiten: Kompaniechef Julian Kühny am 23. März im Ramsbergsaal

Seit vier Jahren tobt bereits der Krieg in der Ukraine – und aktuell fängt dazu noch mit dem Krieg gegen den Iran gerade der gesamte Nahe Osten Feuer, mit unabsehbaren Folgen auch für den Westen! Fassungslos steht der friedensverwöhnte und rundumversorgte Deutsche plötzlich einer Welt im Krieg gegenüber. Die Reaktion unserer Wehrpolitik ist folgerichtig, wenn auch zögerlich: Bereits 2025 faßte man beispielsweise die seit einiger Zeit hier im Süden entstandenen einzelnen Heimatschutzkompanien in einem Regiment zusammen, nachdem man gerade diese Komponente des Schutzes der eigenen regionalen Infrastruktur in einem prognostizierten Spannungsfall bis dahin sträflich vernachlässigt hatte.
Was aber ist eine Heimatschutzkompanie, was kann sie – und was nicht, wie ist sie aufgestellt und ausgestattet? Was ist ihr Auftrag, reicht dazu das Aufstellungs- und Ausbildungs-Konzept, und ist sie zu vergleichen mit den Heimatschutzkompanien, die es in der alten Bundeswehr bereits gab, die man in den 90ern dann aber wegsparte? In seiner Vortragsreihe „Sicherheit neu denken?“ wird der CDU-Ortsverband Herdwangen-Schönach am Montag, 23. März, um 19 Uhr im kleinen Ramsbergsaal der Ramsberghalle in Großschönach dem jungen Chef der 15. Heimatschutzkompanie, Major Julian Kühny, diese Fragen stellen und damit diesmal einen ganz praktischen Aspekt der Sicherheitspolitik beleuchten. Und wer wäre kompetenter, diese Fragen praxisnah zu beantworten? Im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen im nahen Pfullendorf beheimatet, profitiert die ausschließlich mit Reservisten aufgestellte Kompanie mit dem Namenszusatz „Linzgau“ von den Vorteilen des Standortes in der Stauferkaserne, wie Major Kühny in seinem Vortrag erläutern wird, und was durchaus eine Besonderheit im süddeutschen Heimatschutzgefüge darstellt.
Interessierte Bürger sind bei freiem Eintritt herzlich eingeladen.

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88634

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