28/08/2026
Für uns Franken gehört die Kerwa einfach dazu. Aber woher kommt dieser Brauch eigentlich und warum ist die fränkische Kerwa so besonders?
⛪ Von der Kirchenweihe zum Dorffest
Ursprünglich wurde mit der Kirchweih die Weihe einer Kirche oder der Namenstag ihres Kirchenpatrons gefeiert. Bereits seit dem 15. Jahrhundert entwickelte sich die Kirchweih vielerorts zum wichtigsten Fest des Jahres: Familien kamen zusammen, es wurde getanzt, musiziert, gegessen und gefeiert.
🌳 Was hat es mit dem Kerwabaum auf sich?
Der Brauch geht auf ältere Maibaumbräuche zurück. Der Kirchweihbaum hatte mancherorts sogar eine besondere Bedeutung: Mit dem Aufstellen wurde der sogenannte „Kirchweihschutz“ ausgerufen ein Friedensgebot für die Dauer des Festes. ⚔️🕊️
🍺 Wie Bayern versuchte, die fränkische Kerwa-Tradition einzudämmen
In Altbayern wurde im 19. Jahrhundert versucht, die vielen einzelnen Kirchweihen auf einen gemeinsamen Termin im Herbst zu legen: die sogenannte „Allerweltskirchweih“. Damit wollte die Obrigkeit dem ausufernden Vergnügungsstreben der Bevölkerung entgegenwirken und die Arbeitsdisziplin stärken, da die tagelangen Feiern oft zu Lasten der Produktivität gingen.
In Franken setzte sich diese Vereinheitlichung dagegen vielerorts nicht durch. Die Franken ließen sich ihre Feierlaune nicht verbieten. Deshalb hat bei uns bis heute fast jedes Dorf seine eigene Kerwa. Und so kommt es, dass man in Franken nach wie vor den ganzen Sommer über von Kerwa zu Kerwa ziehen kann. 😉
🌳 Also: Baum aufstellen, Kerwa feiern und fränkisches Brauchtum weitergeben!