05/07/2023
Offener Brief zur aktuellen Situation in der Samtgemeinde Horneburg
von Mate Sieber
Mit tiefer Sorge blicke ich auf die Finanzsituation der Samtgemeinde Horneburg. Der Spruch: „In der Krise beweist sich der Charakter“, trifft auf diese Situation im übertragenen Sinne zu. Die folgenden Entscheidungen über die Einsparmöglichkeiten in der Samtgemeinde Horneburg sind auch ein Charaktertest für jeden einzelnen Politiker im Rat.
Fest steht, dass die Kinder und Jugendlichen in der Samtgemeinde nicht gerade unbekümmert ihre ersten Erfahrungen machen konnten und leider gegenwärtig können. Fehlende Kitaplätze oder auch „Notlösungen“, bis hin zu maroden Schulgebäuden – Die Politik aber auch Teile der Verwaltung haben sehenden Auges, diese Probleme nicht im Entferntesten gelöst.
Klar liegt vieles davon in der Vergangenheit, jedoch werden heute noch in Dollern aber auch im Flecken Horneburg kurzfristige Baugrundstücke immer weiter vertagt, obwohl die Lage immer kritischer wird. Das Entscheidungen verschleppt werden und viel zu spät angegangen werden, wie am Beispiel des Marschdammes am Ende doch nicht durchzuführen oder zu verschieben – obwohl es einen Beschluss vom Fleckenrat gab, zeigt den Dilettantismus der Mehrheit im Rat.
Zumal die Realisierung in einem ähnlichen Zeitraum, wie dem der Erweiterung des Moorwichtelkindergartens umgesetzt werden hätte können. Damit sind Lösungen da gewesen, um kurzfristig alle in die Wege zu leiten. Dies ist für die „Notlösungen“ schlecht, aber auch für diejenigen, die ein Platzangebot benötigen. Nicht alles kann durch Waldgruppen kompensiert werden. Die Notlösungen in der Herrmannstraße besteht seit zwei Jahren und sollte nun weg. Mit diesen Versprechen wird schon lange nicht mehr ernsthaft gerechnet, dennoch muss man es den Leuten erklären – Auch der Samtgemeindebürgermeister sollte ein Interesse haben, gerade bei einer erneuten Kandidatur, um nicht noch mehr Gegenstimmen zu kassieren.
Nun holt uns das ein. Wir müssen parallel Schulen sanieren oder gar neu bauen. Bei den Kindergärten müssen neben den „Notlösungen“, auch weiter Plätze geschaffen werden. Das alles kostet. Jeden Fehler aus der Vergangenheit bekommen wir nun doppelt so stark zurück. Ein hartes Erbe aus den vergangenen Legislaturperioden.
Da bei den Schulen der Rahmen größer zu werden scheint und die konkrete Förderung nicht sicher ist werden wahrscheinlich Kürzungen fällig.
Ich selbst wünsche mir anderes, aber wer Verantwortung übernimmt, muss auch bereit sein, Entscheidungen zu treffen. Da interne Gremien bis dato wenig Überzeugendes geliefert haben und es auch diese unabgestimmte Vorlage gegeben hat (Stichwort: Marschdamm Kita), gehe ich, als Ratsmitglied Mate Sieber, diesen Schritt in die Öffentlichkeit.
1. Die drei sanierungsbedürftigen Schulen, sowie die Kindergärten dürfen nicht dem Sparzwang zum Opfer fallen. Es ist so lange nichts passiert und das bekommen nicht wir Politiker, sondern die Kinder, die Eltern und die Lehrer immer wieder zu spüren. Diese Voraussetzung ist in den Beratungen eine rote Linie für mich.
2. Ich weiß, dass die Zeiten nicht einfach sind und ich habe meinen Ratskollegen immer gesagt: Die Menschen werden verstehen, wenn wir im Zuge dieser Situation die Steuern erhöhen und Teile der freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand setzen müssen (u.a. Ausstieg aus dem Leader Prozess). Wir sichern damit den Fortbestand wichtiger Sanierungen und bügeln Fehler vergangener Legislaturperioden aus. Hierzu braucht es auch ein Umdenken und einen vollen Fokus auf die Pflichtaufgaben.
3. Wir werden auch von den Mitgliedsgemeinden entweder den Hebesatz erhöhen, oder Investitionszuschüsse verlangen müssen. Gerade als Fleckenpolitiker, muss hier in der Planung gescheut werden was möglich ist. Auch im Sinne der Grundschule Horneburg.
4. Wir müssen unsere Politik erklären. Ich bekomme von vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Rückmeldung, dass wenig nach außen dringt. Ich möchte hiermit einen Vorstoß leisten, dass eine Einwohnerversammlung in diesem Jahr zu dem Thema Haushalt einberufen wird. Außerdem haben alle Parteien bekräftigt, die Veranstaltung vor der Wahl zu wiederholen. Denn diesen Transparenzgedanken fordern wir als Fraktion zu Recht, wie es die Rückmeldungen zeigen.