16/05/2026
Das, was hier sichtbar wird, ist kein Einzelfall und keine bloße Provokation.
Wenn die Infotafel eines Holocaust-Mahnmals mit rechten Symbolen und Codes beschmiert wird und gleichzeitig im Stadtgebiet immer wieder SS-Runen, Hakenkreuze und rechte Sticker auftauchen, dann ist das ein ernstes Warnsignal für die gesamte Stadtgesellschaft.
Besonders erschreckend ist, dass auch Kränze und Blumen an Gedenkorten beschädigt oder weggetreten wurden. Das zeigt eine gezielte Entgrenzung im Umgang mit Orten des Erinnerns und der historischen Verantwortung.
Hinzu kommt, dass solche Symbole nicht nur an abgelegenen Stellen auftauchen, sondern auch im öffentlichen Alltag sichtbar werden, teilweise sogar auf Spielplätzen und Orten, die von Kindern und Familien genutzt werden.
Es geht hier nicht um „Jugendstreiche“ oder isolierte Vorfälle. Es geht um eine Entwicklung, in der rechte Ideologie sichtbarer wird und im Alltag Raum gewinnt. Genau diese schrittweise Normalisierung ist gefährlich, nicht laut, nicht plötzlich, sondern durch Wiederholung und Gewöhnung.
Wer Gedenkorte angreift, greift die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und damit die Grundlagen unserer demokratischen Gesellschaft an. Das darf nicht relativiert, nicht ignoriert und nicht hingenommen werden.
Deshalb gilt: hinschauen, dokumentieren, melden.
Rechte Vorfälle können in Schleswig-Holstein gemeldet werden bei
(zebraev.de) und (lida-sh.de).
Nie wieder ist jetzt. ✊🌹
erinnerungskultur