TrageJulchen - Trageberatung Jena

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Seit September 2016 bin ich geprüfte Trageberaterin der Trageschule Hamburg und bin für euch somit als kompetente und hoffentlich hilfreiche Ansprechpartnerin für alle Fragen rund ums Thema "Babys-Tragen" da. Ich freue mich auf ganz viele wunderbare Gespräche und Erfahrungen!

25/09/2021

TRAGEN 🥰 | Hand auf's Herz: wie viele Tragetücher bzw. -hilfen besitzt Ihr? 1, 2 oder vielleicht auch 10 oder mehr? 🙈 Und wie setzt Ihr diese ein?

Ganz ehrlich? Die Liste an Tüchern & Tragehilfen, die hier mal wohnten bzw. es noch tun, umfasst mehrere A4-Seiten. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen! Einerseits habe ich so einiges für die Trageberatung hier, dann sind natürlich viele Tester für meine Reviews eingezogen. Last but not least habe ich Tücher gesammelt wie andere Schuhen oder Taschen. Limited Editons hier, Customs da... Eins schöner als das andere und ich konnte selten widerstehen...

Natürlich habe ich auch fast jeden Tag getragen solange meine Traglinge noch nicht laufen konnten und auch danach noch eine ganze Weile regelmässig. Tücher & Tragehilfen habe ich weniger passend zum Outfit als nach Lust & Laune, Wetter oder Bedarf (kurze/lange Strecken) gewählt. Und Ihr so?

Quelle: Trageumfrage

26/07/2021

☁️ Demut ☀️

"Jede Familie darf ihren eigenen Weg gehen" - das sagt sich so leicht, und lebt sich so schwer. Und es stimmt ja: nicht alles, was Eltern mit ihren Kindern machen, ist gleich gut und gleich richtig. Wie sollten wir also nicht urteilen, wenn andere in unseren Augen lauter Fehler machen?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie leicht wir gerade als Eltern, die sich selbst viel informieren und reflektieren, ins Verurteilen verfallen. Weil wir so viel wissen, maßen wir uns an, über andere zu urteilen: Klar hätte diese Mutter mit der richtigen Begleitung stillen können. Logisch wäre hier das Familienbett die Lösung! Kein Wunder, dass dieses Baby so viel schreit, wenn seine Eltern es auch nicht tragen. Und warum geben die überhaupt schon einen Schnuller?

Himmel, was habe ich früher im Stillen für mich über andere Eltern und ihre Entscheidungen gedacht. Wie verbissen ich war, und wie engstirnig. Pulvermilch hätte es für mich nur auf Rezept gegeben, in der Apotheke. Babys hinzusetzen, bevor sie selbst sitzen können, hielt ich für Kindesmisshandlung. Einen Beikoststart vor dem abgeschlossenen sechsten Lebensmonat hätte ich am liebsten verboten. Und rauchende Schwangere zur Abstinenz von allem Tabak gezwungen. 🙈🙈🙈

Viel zu oft war damals für mich der Satz, dass jede Familie ihren eigenen Weg finden darf, nicht mehr als eine Floskel: Sagt man so, ist höflich und nett, aber wenn Eltern den falschen Weg wählen, ist der halt trotzdem Mist.

Zum Glück wurde ich von dieser Selbstgerechtigkeit gründlich geheilt: von meinen eigenen Kindern, vor allem von meinem gefühlsstarken Kind. Aber auch durch Begegnungen mit so unterschiedlichen Menschen, die mir zeigten, wie unglaublich bunt und vielfältig gutes, stimmiges, verantwortungsvolles Familienleben aussehen kann.

Die bedingungslose Akzeptanz ganz unterschiedlicher Wege, Elternschaft zu leben, ist für mich heute keine Floskel mehr, sondern eine tiefe Grundüberzeugung. Und die reicht sehr, sehr weit.

Welche Entscheidung Eltern auch immer treffen: ich suche nicht mehr nach dem Fehler, sondern nach dem Grund.

Das ist es, was ich Demut nenne.

17/06/2021

Sehr wichtig! Auch wenn das Licht der Sonne den Zwergen beim Schlafen stört, bitte hänge die Stoffwindel oder das Stofftuch nicht einfach darüber! So kann keine Luft mehr zirkulieren und die Temperatur im Kinderwagen steigt an.
Nutze ein Sonnensegel, ganz gleich ob selbstgemacht oder gekauft. Deinem Kind zu liebe ❤️

Bildquelle: Unbekannt

20/05/2021

Selbstfürsorge - dieses Wort löst bei vielen Menschen Widerstand aus. Weil es klingt wie noch ein Punkt auf unserer endlosen To-Do-Liste. Weil es uns an all die Vorsätze erinnert, die wir im Alltag eben doch nicht umgesetzt haben: Gesund essen, mehr Sport machen, weniger am Handy hängen. 

Sogar wenn wir uns selbst etwas Gutes tun haben wir oft das Gefühl es falsch zu machen. Wir haben die Ideale unserer Leistungsgesellschaft so verinnerlicht, dass wir selbst Entspannungs- und Wohlfühlmomente in moralisch höherwertige und verwerfliche einteilen. 

Meditation, Yoga und Sport gelten als 'gute Selbstfürsorge', ebenso wie Ernährungsumstellungen, die etwa Zucker oder tierische Produkte vom Teller verbannen. Süßigkeiten naschen, Burger essen, auf TikTok rumhängen oder alte Lieblingsserien in Endlosschleife gucken gelten hingegen als minderwertige Selbstfürsorge-Strategien. 

Und ich sage: Das ist Unsinn. 

Sport und gesunde Ernährung haben ganz klar ihre Daseinsberechtigung, doch bei echter Selbstfürsorge geht es eben nicht im noch mehr Pflichten, Vorsätze und Ansprüche, die es zu erfüllen gilt. Sondern um Spaß, Genuss und die radikale Erlaubnis, mir selbst eine Freude zu machen. Und zwar nicht langfristig und weil es vernünftig ist, sondern hier und jetzt weil es mir gut tut. 

Und Fernsehen, Naschen, Zocken und Co sind moralisch einwandfreie Strategien, sich dieses Bedürfnis nach Fürsorge und selbst gegenüber zu erfüllen. Und, ganz ehrlich: als Mutter von mehreren Kindern, darunter auch noch sehr kleine, sind Essen und Medienkonsum oft die einzigen Selbstfürsorge-Strategien, die mir im Alltag ganz praktisch zur Verfügung stehen. 

Ich sage es ganz offen: weil meine Selbstfürsorge in den letzten stressigen Monaten oft in Schokolade und Netflix bestand, wiege ich nach anderthalb Jahren Pandemie gerade so viel wie am Ende meiner dritten Schwangerschaft. Finde ich das prima? Nein. War es deshalb falsch, mir diese Selbstfürsorge so zu erlauben? Ich finde nicht. Denn mir selbst etwas Gutes zu tun - und dabei kein moralisches Urteil über mich selbst zu sprechen - ist für mich der Kern jener liebevollen Haltung, die für mich die Basis unseres Familienlebens darstellt.

22/03/2021
17/03/2021

Wir werden nicht gesehen. Wir Eltern nicht, aber vor allem unsere Kinder nicht. Sie sind nahezu unsichtbar. Ohnehin im öffentlichen Raum, denn sie sind ja wenig erwünscht - überall. Hier den Rasen nicht betreten, da nicht zu laut sein. Und gerade jetzt, da sind sie noch weniger als ohnehin erwünscht, gesehen, geachtet. Dabei sind sie doch unsere Zukunft, wie immer gesagt wird.

Was brauchen unsere Kinder? Sie brauchen Bindung. Bindung bedeutet vor allem Sicherheit: ihre Bedürfnisse sehen und berücksichtigen. Sie selbstwirksam sein lassen, sie sich erproben lassen, ihnen Freiheit geben und sie gleichsam zu schützen vor Unheil, Erkrankung, Leid. Selten war das in den letzten Jahren für uns hier so schwer wie jetzt gerade und die Extreme, zwischen denen wir uns bewegen, so groß. Wie können wir sie einerseits gesundheitlich schützen und andererseits sozial nicht vereinsamen lassen?

Der Rahmen ist schwierig. Umso wichtiger ist es, dass wir sie innerhalb des Rahmens stützen, schützen, wirksam sein lassen. Dass wir versuchen, den Stress und Druck nicht an sie weiter zu geben. Dass wir sie kindgerecht wachsen lassen und auf Bindung und Beziehung setzen.

Ich weiß: nach den Wochen und Monaten ist wenig Kraft übrig. Wir sind zermürbt, ausgebrannt, erschöpft. Aber wir dürfen nicht aufgeben. Wir müssen uns in unserer Funktion als Eltern aufrecht halten: Wir müssen der Fels in der Brandung sein und der sichere Hafen. Wir müssen verstehen, lieben, annehmen, ausgleichen, sorgen.

Und wer darüber noch etwas Kraft übrig hat, kann von der Politik fordern: kein Schuldruck, Social Bubbles aus Familiensicht, Unterstützung von Familien, Aufstockung von Hilfsangeboten,…

- Aber es ist auch okay, wenn gerade die letzte Energie leise in den Alltag fließt, denn auch jede kleine Bindungs-Bubble ist ein Weg in die richtige Richtung und erfordert Kraft, von der es gerade wenig gibt.

Wie ist es mit der Kraft gerade bei euch?

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