03/08/2026
Kassel hat seit einigen Tagen eine „Gayflag“ an der Treppenstraße.
Die „International Gayflag“ wurde erstmals 1978 in San Francisco gezeigt. Sie ist Erkennungszeichen und markiert Schutzräume in denen sich Schwule und Lesben offen zeigen und sicher bewegen können. In San Francisco hat die Gay-Community mit dem Stadtteil „Castro“ ein eigenes Viertel. In öffentlichen Gebäuden werden Gayflag und „Stars and Stripes“ gemeinsam gezeigt. Die Gayflag hat sich in den 90er Jahren in der bundesdeutschen Schwulenszene verbreitet und fand ihren Platz an einschlägigen Lokalen, Cafés, Bars und Clubs. In Kassel ist sie zu Zeiten des Cafés Suspekt stets am Eingang, gegenüber des Rathauses, sichtbar gewesen. Auch an der Universität Kassel wurde sie von der Schwulen Hochschulgruppe, dem Schwulenreferat, der LSU-Kassel und im Café des AStA „Desasta“ gezeigt.
Damals gab es noch weitere Fahnen und Logos, wie den Rosa Winkel, die rote Schleife oder die Tatze. Die Postmoderne brachte mit ihrer Ausdifferenzierung noch weitere Flaggen hervor. So hat fast jede Gruppierung innerhalb des „LGBTIQ+“ Spektrums eigene Farben. Seit 2021 gibt es auch die „Intersex-Inclusive Pride Flag“ mit Keil und Kreis im bekannten Regenbogen.
Die Mitglieder der FREIEN WÄHLER sind tolerant und stehen zu den Werten der Moderne, wie Demokratie, Meinungsfreiheit, die offene Gesellschaft, den Kompromiss und das Leben in Gemeinschaft. Dazu gehören auch lebendige Subkulturen und Räume, in denen sich Menschen entfalten können.
Eine Dekonstruktion und Ausdifferenzierung von Gesellschaft lehnen wir dagegen ab. Unsere Land braucht Zusammenhalt. Spaltung und Ausgrenzung schaden ihm. Die Vereinnahme der Gayflag durch linksradikale Gruppierungen, wie die Antifa, begleiten wir kritisch.
Wir begrüßen die Entscheidung der Stadt dieses starke Symbol ihrer Toleranz im öffentlichen Raum zu zeigen. Gleichwohl zeigen die Reaktionen, dass es viele Menschen gibt, die ein solches Zeichen ablehnen und ihre Aggression gegen die Betroffenen richten. Das war sicherlich nicht der Wunsch oder das Ziel der Aktion. Das Gute ist oft der Feind des Besseren. Die älteren Schwulen und Lesben, insbesondere die modernen Liberalen und Konservativen, haben lange darum gekämpft ein Teil der Gemeinschaft zu sein und nicht mehr diskriminiert zu werden. Es ist darum wichtig, dass diese auch an Entscheidungen beteiligt werden.
Christian Klobuczynski
Kreisvorsitzender