02/09/2026
Antiziganismus ist keine Pointe und Sinti und Roma sind keine Projektionsfläche für billige Witze über Waffen und Kriminalität.
Als Vorstand des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Schleswig-Holstein sagen wir sehr deutlich: Wir haben es satt, dass unsere Minderheit immer wieder für abwertende Klischees, vermeintliche Witze und politische Stimmungsmache herhalten muss.
Die Äußerung von Tino Chrupalla ist für uns keine beiläufige Entgleisung. Wer Sinti und Roma mit Waffen und Kriminalität in Verbindung bringt und damit vor einem Publikum Lacher erzeugt, bedient eines der ältesten und gefährlichsten antiziganistischen Zerrbilder. Gerade angesichts unserer Geschichte wiegt das schwer.
Wer als führender Politiker solche antiziganistischen Bilder bedient, muss dafür auch politische Verantwortung übernehmen. Wir erwarten deshalb, dass diese Äußerung nicht folgenlos bleibt und daraus erkennbare politische Konsequenzen gezogen werden.
Zugleich erwarten wir von den demokratischen Parteien und allen politisch Verantwortlichen eine klare Haltung. Der Kampf gegen Antiziganismus darf nicht nur in Sonntagsreden und an Gedenktagen beschworen werden. Er muss sich gerade dann bewähren, wenn Sinti und Roma öffentlich herabgewürdigt und jahrhundertealte Vorurteile erneut bedient werden.
Als Landesverband stehen wir ausdrücklich hinter der Reaktion des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma.