26/05/2026
Presseinformation der Wehrleitung der Freiw. Feuerwehren Kirner Land
Bevölkerungsinformationsabend Hennweiler +++ Die Feuerwehr Hennweiler hat am vergangenen Dienstag, den 19.05.2026 im Rahmen der Brandschutzaufklärung einen Informationsabend für die Bürgerinnen und Bürger veranstaltet. Organisiert wurde die Veranstaltung von Wehrführer Simon Schuck und seinem Stellvertreter Guido Dörr. Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Hennweiler sowie den umliegenden Gemeinden waren der Einladung in die Lützelsoon-Halle gefolgt. Zu den Gästen zählten auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirner Land, Thomas Jung, Ortsbürgermeister Michael Schmidt sowie Wehrleiter Jeffrey Mitchell. In ihren Grußworten betonten sie die Bedeutung der Vorsorge und Sensibilisierung der Bevölkerung im Bereich des Katastrophenschutzes. Wehrführer Simon Schuck stellte zu Beginn klar, dass die Veranstaltung nicht der Panikmache dienen solle. Vielmehr gehe es darum, die Bürgerinnen und Bürger über mögliche Gefahrenlagen zu informieren und konkrete Handlungsempfehlungen zu geben, um im Ernstfall vorbereitet zu sein. Die Veranstaltung gliederte sich in drei Themenbereiche. Im ersten Teil stand die Warnung der Bevölkerung im Mittelpunkt. Neben den neuen digitalen Sirenen wurden auch die Warn-Apps NINA und KATWARN vorgestellt. Darüber hinaus informierte die Feuerwehr über sinnvolle Vorsorgemaßnahmen, wie die Bevorratung von Lebensmitteln, Medikamenten und wichtigen Alltagsartikeln, um im Krisenfall mehrere Tage autark versorgt zu sein.
Im zweiten Themenblock ging es um Starkregenereignisse und mögliche Folgen von Sturzfluten. Dabei wurde auf die Ereignisse der vergangenen Jahre, unter anderem in Kirn-Sulzbach und Fischbach, verwiesen. Zur Veranschaulichung stellte die Feuerwehr das vom Land Rheinland-Pfalz entwickelte Programm „Hydrozwilling“ vor. Das 3D-Simulationsmodell ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, mögliche Gefährdungen durch Starkregen und Hochwasser für das eigene Grundstück oder umliegende Bereiche realistisch einzuschätzen. Ergänzend erhielten die Teilnehmer praktische Hinweise zu Schutzmaßnahmen und Vorsorgemöglichkeiten. Im dritten und letzten Teil der Veranstaltung wurde das Thema Stromausfall behandelt. Obwohl Deutschland über ein sehr stabiles Stromnetz verfügt, können außergewöhnliche Ereignisse auch hierzulande zu länger andauernden Stromausfällen führen. Als Beispiele wurden der Wintereinbruch im Jahr 2005 mit zahlreichen beschädigten Strommasten sowie
Sabotagefälle in Berlin im vergangenen Jahr genannt. Die Auswirkungen solcher Ereignisse auf das öffentliche und private Leben seien erheblich. Für den Fall eines längerfristigen und flächendeckenden Stromausfalls hat die Feuerwehr Hennweiler ein eigenes Notfallkonzept erarbeitet. Mit Unterstützung des Fördervereins wurde ein 40-kVA-Stromgenerator angeschafft. Die Ortsgemeinde Hennweiler stellte hierfür einen geeigneten Transportanhänger zur Verfügung. Die Verbandsgemeinde Kirner Land übernahm die Kosten für die Einspeisemöglichkeiten am Feuerwehrgerätehaus sowie an der
Lützelsoon-Schule. Insgesamt belaufen sich die Kosten des Projekts auf rund 30.000 Euro. Bei kürzeren Stromausfällen wird zunächst das Feuerwehrgerätehaus mit Notstrom versorgt. Sollte es zu einem länger andauernden Netzausfall kommen, können zusätzlich die Grundschule sowie die Lützelsoon-Halle mit Strom versorgt werden. Dort stehen unter anderem Licht, Heizung, sanitäre Einrichtungen, Duschmöglichkeiten sowie Kochgelegenheiten zur Verfügung. Im Bedarfsfall können die Gebäude auch als Notunterkunft genutzt werden. Ebenso wurde die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in die Planungen einbezogen. Die Feuerwehren Kirner Land werden in den kommenden Jahren mehrere Konzepte bezüglich des Katastrophenschutzes in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde und dem
Landkreis auf den Weg bringen, um im Schadensfall bestmöglich vorbereitet zu sein, so die Aussage von VG-Bürgermeister Jung und Wehrleiter Jeffrey Mitchell. Die Veranstalter zeigten sich mit der Resonanz der Bevölkerung sehr zufrieden. Im Anschluss an den offiziellen Teil standen die Verantwortlichen den Bürgerinnen und Bürgern noch für weitere Fragen und Gespräche zur Verfügung.
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