01/05/2026
CDU und SPD liefern in Rheinland-Pfalz keinen Aufbruch, sondern eine Koalition der Vertagung
Die FREIEN WÄHLER Rheinland-Pfalz bewerten den neuen Koalitionsvertrag von CDU und SPD als Dokument voller richtiger Überschriften, aber mit zu wenig Verbindlichkeit in den entscheidenden Fragen für unser Land.
Besonders deutlich wird das bei den Straßenausbaubeiträgen. Im Wahlkampf versprach die CDU deren endgültige Abschaffung. Im Koalitionsvertrag mit der SPD ist davon nur noch eine schrittweise Abschaffung übriggeblieben. Das ist keine Kleinigkeit, sondern ein klarer politischer Rückzieher. Wer den Menschen vor der Wahl eine definitive Entlastung verspricht, darf nach der Wahl nicht mit offenen Zeitschienen und unklaren Übergängen kommen.
Auch bei den Kommunalfinanzen bleibt Schwarz-Rot hinter den Erwartungen zurück. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise brauchen jetzt Luft zum Atmen. Statt einer sofortigen strukturellen Korrektur wird die gesetzliche Neuregelung des Kommunalen Finanzausgleichs auf 2028 vertagt. Das ist für viele Kommunen, die schon heute unter steigenden Sozial- und Jugendhilfekosten, Investitionsstau und knappen Haushalten leiden, schlicht zu spät.
In der Bildungspolitik zeigt sich dasselbe Muster. Die CDU sprach von einer verlässlichen Unterrichtsgarantie und einer klaren Verbesserung der Unterrichtsversorgung. Im Koalitionsvertrag bleiben davon vor allem Stufenmodelle, Modellprojekte und Verwaltungsreformen. Ja, Sprachförderung steht im Vertrag. Aber aus klaren Wahlversprechen werden weichere Formeln. Gerade bei Unterrichtsausfall, Lehrkräftemangel und Integration durch Sprache bräuchte Rheinland-Pfalz jetzt messbare Ziele statt politischer Nebelkerzen.
Auch Wirtschaft und Mittelstand bekommen keinen echten Befreiungsschlag. Die CDU hatte automatische Genehmigungen und hartes Tempo versprochen. Übrig bleiben Prüfaufträge, schrittweise Ausweitungen und ein bürokratisch abgesichertes „Vielleicht“. Das reicht nicht für ein Land, das im Wettbewerb um Investitionen, Gründungen und Arbeitsplätze schneller werden muss.
Und in der Migrationspolitik zeigt sich der Koalitionskompromiss besonders deutlich: Die Probleme werden beschrieben, aber der versprochene Systemwechsel bleibt aus. Statt klarer Ordnung, kommunaler Entlastung und konsequenter Steuerung gibt es erneut Verwaltungsumbau, Task Forces und Übergangslogik.
Der Landesvorsitzende Christian Zöpfchen hierzu abschließend: „CDU und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag nicht den Mut zur klaren Entscheidung, sondern den kleinsten gemeinsamen Nenner organisiert. Rheinland-Pfalz braucht aber keine Koalition der Prüfaufträge, sondern eine Politik der Umsetzung. Genau dafür stehen die FREIEN WÄHLER: sofortige Entlastung bei Straßenausbaubeiträgen, faire Kommunalfinanzen, verlässliche Bildung, schlanke Verfahren und klare Ordnung.“