05/08/2026
Großangelegte Hilfeleistungsübung auf dem Übungsgelände in den Lingwiesen
Korntal-Münchingen, 3. August 2026
Am Montagabend führte die Freiwillige Feuerwehr Korntal-Münchingen eine großangelegte Hilfeleistungsübung auf dem feuerwehreigenen Übungsgelände in den Lingwiesen durch. Ziel der anspruchsvollen Übung war es, die Einsatzabläufe bei einem schweren Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten und verletzten Personen sowie die Zusammenarbeit der beteiligten Hilfsorganisationen zu trainieren.
Das von den Ausbildern realitätsnah vorbereitete Szenario stellte einen schweren Auffahrunfall dar, wie er sich jederzeit auf einer der umliegenden Autobahnen oder Bundesstraßen ereignen könnte. Insgesamt drei Fahrzeuge waren an dem Unfall beteiligt. In einem Ford Ka waren zwei Personen eingeklemmt, eine davon bewusstlos. In einem weiteren Pkw befanden sich ebenfalls zwei eingeschlossene Personen, die ansprechbar, jedoch schwer verletzt waren. Der als Unfallverursacher dargestellte Kleintransporter war infolge der Kollision mit seiner Vorderachse auf dem Dach des vorausfahrenden Pkw zum Stehen gekommen. Die Fahrerin des Kleintransporters war ebenfalls verletzt.
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte bot sich dem Einsatzleiter ein unübersichtliches Lagebild. Mehrere am Unfall beteiligte Personen befanden sich in einem psychischen Ausnahmezustand. Nach der ersten Erkundung wurde die Einsatzstelle strukturiert und die Gruppenführer der drei eingesetzten Hilfeleistungslöschfahrzeuge erhielten ihre jeweiligen Einsatzaufträge.
Ein Schwerpunkt der Übung lag auf der technischen Rettung der eingeklemmten und eingeschlossenen Personen. Unter Einsatz verschiedener hydraulischer Rettungsgeräte schufen die Feuerwehrangehörigen zunächst geeignete Zugänge zu den Verletzten. Parallel dazu wurde die Fahrerin des Kleintransporters mithilfe der auf dem HLF Münchingen mitgeführten Rettungsplattform aus dem Fahrzeug gerettet.
Nachdem die Zugänge zu den weiteren vier Verletzten geschaffen worden waren, konnten diese unter möglichst schonender Vorgehensweise mit Rettungsbrettern, sogenannten Spineboards, aus den beteiligten Pkw gerettet werden. Die Verletzten wurden anschließend an den Rettungsdienst, der im Rahmen der Übung durch den DRK-Ortsverein Münchingen dargestellt wurde, übergeben und umfassend medizinisch erstversorgt.
Neben der technischen und medizinischen Rettung wurde auch die Betreuung der psychisch belasteten Unfallbeteiligten in das Übungsszenario integriert. Die zwischenzeitlich eingetroffene Notfallseelsorge übernahm die Betreuung der beiden Personen, die keine körperlichen Verletzungen erlitten hatten, sich aufgrund des Unfallgeschehens jedoch in einem psychischen Ausnahmezustand befanden. Damit wurde auch die psychische Erste Hilfe als wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Einsatzbewältigung berücksichtigt.
Nach rund eineinhalb Stunden waren alle Übungsziele erreicht, die Verletzten gerettet und versorgt. Die Einsatzfahrzeuge wurden wieder vollständig einsatzbereit gemacht und die persönliche Schutzausrüstung abgelegt.
An der anspruchsvollen Übung waren insgesamt mehr als 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes und der Notfallseelsorge beteiligt. Die organisationsübergreifende Zusammenarbeit ermöglichte es, die Abläufe bei einem komplexen Verkehrsunfall realitätsnah zu trainieren und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Einsatzorganisationen weiter zu festigen.
Zum Abschluss der lehrreichen und fordernden Großübung kamen die beteiligten Einsatzkräfte zu einem gemeinsamen Vesper im Feuerwehrgerätehaus Münchingen zusammen.