15/08/2026
34 Grad – und es wird noch heißer.
Wer gestern mit Fridays for Future durch die Innenstadt gezogen ist, hat es gespürt: Der Backstein glüht, kaum Schatten, die ganze Altstadt speichert die Hitze wie ein Ofen.
Das RKI schätzt für dieses Jahr schon rund 12.500 Hitzetote. Mehr als je zuvor in einem ganzen Jahr.
Und unsere Bundesregierung? Legt ein Klimaschutzprogramm vor, das die eigenen Ziele wieder reißt, obwohl ein Gericht sie erst zum Nachbessern verdonnern musste. Als Bundesumweltminister Schneider diese Woche wenigstens den Hitzeschutz ins Grundgesetz schreiben wollte, winkte die Union ab, das bringe „keinen Vorteil für das Klima“. Der Kanzler hält sich fein raus.
Wir Grüne fordern schon lange, sowohl Klimaschutz als auch Klimaanpassung ins Grundgesetz zu schreiben, damit Städte wie Lüneburg das Geld für Trinkbrunnen, Schatten und kühle Orte nicht länger zusammenbetteln müssen.
Wie dringend das ist, hat unsere grüne Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch gestern im Deutschlandfunk und bei ntv in ihrer Rolle als Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages erklärt. Die Kommunen machen jedes Jahr rund 30 Milliarden Euro Defizit, sie stehen „mit dem Rücken an der Wand“. Hitzeschutz gilt dabei als freiwillige Leistung — also wird beim Sparen zuerst dort gestrichen. Stünde Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz, wäre Schluss mit dem Rotstift.
„Nichts tun wäre noch teurer“, sagt Claudia. Jeder Hitzetag kostet die deutsche Wirtschaft rund 500 Millionen Euro, Hitzetage mit Temperaturen über 35 Grad laut Prognos fast eine Milliarde.
Hitzeschutz allein bekämpft aber nur Symptome. Genauso brauchen wir Klimaschutz und die Energiewende. „Wir können uns gar nicht leisten, eine Rolle rückwärts zu machen.“