19/02/2021
Der rassistische Terroranschlag von Hanau ist auf den Tag ein Jahr her. Am 19. Februar 2020 wurden 9 junge Menschen ermordet.
Ihre Namen sind:
Ferhat Unvar
Hamza Kurtović
Said Nesar Hashemi
Vili Viorel Păun
Mercedes Kierpacz
Kaloyan Velkov
Fatih Saraçoğlu
Sedat Gürbüz
Gökhan Gültekin
Lest euch auf der Seite der Amadeu Antonio Stiftung mehr zu den Opfern durch: https:// www.amadeu-antonio-stiftung.de/saytheirnames-55215/
Schaut euch auch dieses Video der Initiative 19. Februar Hanau an:
https://youtu.be/Qu0NM_TYOPM
In einer weiß dominierten Gesellschaft müssen wir uns als politischer Richtungsverband, besonders als sozialistischer Verband, unserer Aufgabe bewusst machen, Rassismus in jeder Form zu bekämpfen und im Kern zu ersticken. Dazu gehört auch, die eigene Rolle, die eigene Wirkung und die eigenen Strukturen kritisch zu reflektieren. Dabei müssen wir anerkennen, dass wir noch einiges zu tun haben, bis wir sagen können, wir seien ein safer space für Menschen mit Migrationsgeschichte.
Am heutigen Tag geht es nicht um uns, als mehrheitlich weiß geprägter Verband, es geht um die Ermordeten, ihre Angehörigen, die Überlebenden und all die Menschen, die tagtäglich von Rassismus in all seinen Facetten betroffen sind. Die Mehrheit unseres Verbandes muss heute und darüber hinaus zuhören, verlernen, lernen und reflektieren. Wir zeigen uns mit allen Menschen, die von Rassismus betroffen sind, solidarisch. Nicht nur heute, sondern immer braucht es eine klare antirassistische Haltung. Dafür braucht es u.a. auch eine innerverbandliche Stärkung von BIPoC und ein Verständnis von Antirassismus als Querschnittsthema in allen Bereichen gesellschaftlicher Realität.
Im Fall Hanau ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Der gesamte Terroranschlag hätte nicht stattfinden müssen, hätten sich die Behörden nicht so viele Fehler erlaubt. Am Abend selbst hätte bei selber Ausgangslage einiges verhindert werden können. Und was auf den Anschlag gefolgt ist, war für die Betroffenen eine zusätzlich traumatische Zeit, die genauso nicht stattfinden musste. Wir müssen antimuslimischen Rassismus und Rassismus in all seinen Facetten endlich ernst nehmen und es müssen Konsequenzen folgen. Die bittere Realität ist aber, dass es innerhalb dieses ganzen Jahres nicht mehr als Solidaritätsbekundigungen gab. Der Fall Hanau ist immer noch nicht lückenlos aufgeklärt. Die Familien werden im Stich gelassen. Der Vater des Mörders stellt weiterhin eine akute Gefahr da. Schaut euch das eben verlinkte Video bitte an, darin wird der Terroranschlag von den Angehörigen, den Überlebenden und Unterstützer*innen der Initiative aufgearbeitet.
Wir schließen uns der Initiative 19. Februar Hanau an:
Wir fordern:
Erinnerung!
Gerechtigkeit!
Aufklärung!
Konsequenzen!
Heute ist ein Tag der Trauer. Eine Zäsur, aus der wir lernen müssen.