Forstamt Haardt

Forstamt Haardt Ein Forstamt von Landesforsten Rheinland-Pfalz.

23/02/2026
06/01/2026

Blaue Flecken

Der Wald und seine Bäume erzählen Geschichte (n). So auch viele unserer Eichenstämme, die beim Fällen der Bäume im Inneren blaue Farbveränderungen zeigen. Von außen sieht man den Bäumen das, was vor über 80 Jahren dort passiert ist, nicht mehr an.

Weite Waldbereiche in unserem Forstamt waren Kriegsschauplätze des zweiten Weltkrieges. An der deutsch- französischen Grenzlinie mit ihren Militärbefestigungen, entlang des Rheins oder etwa entlang der Einflugschneise entlang eines ehemaligen Militärflughafens gab es heftigen Beschuss und zahlreiche Gefechte.

Die Granatsplitter der Bomben haben dabei natürlich auch die Bäume getroffen. Sie sind ins Holz eingedrungen und mit der Zeit vom nachwachsenden Holz überwallt worden. Wir sprechen dabei von Splitterbeständen.

Viele Baumarten zeigen keine besondere Reaktion auf die Granatsplitter. Der Kiefer kann es zum Beispiel kaum ansehen. Bei der Eiche reagiert die Gerbsäure im Holz mit dem Metall und bildet blaue Flecken. Die Blauverfärbung breitet sich mit den Jahren aus, sodass auch einige Dezimeter vom Splitter weg der blaue Fleck zu sehen ist.

Diese Splitterbäume haben schon so manchem Forstwirt Grund zum Wutausbruch gegeben. Denn wer mit einer Kettensäge in das Eisen sägt, der kann die Kette entweder vergessen oder sich den Wolf feilen, bis sie wieder scharf ist.

Noch schlimmer sind die Schäden in Sägewerken. Die teuren Sägeblätter werden durch das Eisen ruiniert, es kommt zu Stillstandzeiten und somit zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden.

Wir suchen die Bäume in gefährdeten Beständen daher mit Metallsuchgeräten ab und auch in Sägewerken gibt es entsprechende Schutzvorrichtungen. Trotzdem ist Holz aus diesen Waldbereichen nur mit erheblichen Abschlägen zu verkaufen.

Auch im Wald hallen die Spuren der sinnlosen Kriege lange nach.

02/01/2026
16/12/2025
Das Forstamt Haardt beteiligt sich an der Aktion mit einer Pflanzaktion für interessierte Bürger am 31.10. von 14.00 bis...
02/10/2025

Das Forstamt Haardt beteiligt sich an der Aktion mit einer Pflanzaktion für interessierte Bürger am 31.10. von 14.00 bis 17.00h im Stadtwald auf dem Taubensuhl.

Mit-Mach-Ausstellung „Klimagourmet“ mit Rahmenprogramm

Die mehrfach von der UNESCO ausgezeichnete Ausstellung „Klimagourmet“, die heute um 18 Uhr mit kleiner Eröffnungsfeier im Frank-Loebsches Haus in Landau startet, macht erlebbar, was Essen, Genuss und Klima miteinander zu tun haben.

Die Ausstellung ist spielerisch aufgebaut, interaktiv und lehrreich. Sie lädt an elf Stationen dazu ein, sich aktiv mit einem Thema zu beschäftigen, Tipps für den Alltag mitzunehmen und diese weiterzugeben.

Die Station „Reisefieber“ behandelt zum Beispiel die Auswirkung der Faktoren Transport, Saisonalität und Anbauweisen am Beispiel einer Tomate: Mit Gewichten beschwerte Holztomaten machen beim Hochheben die jeweilige CO2-Bilanz spürbar. Die Station „Ver(sch)wendet“ greift das Problem Lebensmittelverschwendung auf. Durch das Öffnen verschiedener Mülleimer wird deutlich, in welchen Bereichen und warum Lebensmittelverschwendung entsteht.

Während des sechswöchigen Ausstellungszeitraumes bis zum 16. November findet ein buntes Rahmenprogramm mit Fachvorträgen, Koch-, Back- und Pflanzaktionen, Erntedankveranstaltungen, Kunst, Kindertheater und mehr statt. Weiterführende Infos zum Programm unter: https://jufoelandau.com/klimagourmet/

Für die Organisation von Ausstellung und Rahmenprogramm taten sich die städtische Jugendförderung (Jufö), die Klimastabsstelle, die Koordinierungsstelle Ehrenamt und das Kulturbüro der Stadt Landau sowie weitere Landauer Vereine und Organisationen zusammen. Insgesamt waren 25 städtische Akteurinnen und Akteure beteiligt.

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08/03/2025

Kulturfrauen - Anlässlich des Weltfrauentags

Eine Verbeugung vor einer enormen Aufbauleistung dieser Frauen!

Wer die Trümmerfrauen waren, ist vielen bekannt.. Sie haben mitgeholfen die zerbombten deutschen Städte nach dem zweiten Weltkrieg wiederaufzubauen. Manches davon war Mythos und Propaganda, die hart arbeitenden Frauen in der Nachkriegszeit sind eine historische Tatsache.

Enormes haben auch die Kulturfrauen geleistet. Sie haben den Wald in Deutschland nach den Wirren des Krieges neu gepflanzt. Kultur steht dabei für Forstkultur, also neu gepflanzten Wald.

Der Wald war nach dem zweiten Weltkrieg schwer gebeutelt. Als Wiedergutmachung der von Deutschland im Ausland verschuldeten Kriegsschäden nahmen die Alliierten sogenannte Reparationshiebe vor. So wurden 10 % der Waldfläche kahlgeschlagen und als Kriegsschuld dorthin transportiert.

Zudem mussten Deutschlands Städte und Dörfer neu aufgebaut werden. Dazu braucht man jede Menge Holz.
Und man musste heizen und kochen. Die pro Haushalt zugewiesene Menge Kohle reichte vorn und hinten nicht. Der Wald mit seinem Holz musste dazu herhalten.

Der Wald hatte unter dieser Last gewaltig zu leiden. Es wurden in den Nachkriegsjahren 10 bis 15 Mal so viele aus dem Wald entnommen, wie gleichzeitig nachwachsen konnte. Aufgabe der Forstleute zu dieser Zeit war es auch, sich gegen die Bedürfnisse der Menschen schützend vor den Wald zu stellen. Dafür wurden Forstleute auch gehasst.

Und diese gerodeten Flächen mussten wieder aufgeforstet werden- eine gigantische Leistung. Und diese Leistung haben ganz überwiegend Frauen gestemmt.
Über Winter arbeiteten auf dem Land auch viele Männer im Wald- um Holz zu schlagen und um es an die Wege zu rücken- mit Pferd oder Schlepper. Gegen Ende des Winters wendeten sich viele Männer wieder der Landwirtschaft zu. Und der Waldaufbau war Frauensache und Handarbeit.
Unter dem Vorwand, es sei ja eine viel leichtere Arbeit, natürlich zu wesentlich geringeren Löhnen. Man kennt das Spiel. Arbeitskraft war ein kostengünstiger Faktor zu dieser Zeit. Und viele Familien froh um jede Mark.

Tatsächlich waren Bodenvorbereitung, Flächenräumung und Pflanzung ebenso schwere Arbeiten. Und wurden von den Frauen klaglos und mit Liebe zur Sache des Waldes bewältigt. Riesige Flächen wurden wieder mit Bäumen gepflanzt.

Aufgeforstet wurde das, was aus Sicht der damaligen Zeit richtig und notwendig war. Baumarten die schnell verwertbares Bau- und Nutzholz lieferten. Ganz überwiegend Fichten und Kiefern. Man kann das aus heutiger Sicht als ökologisch falsch beschimpfen- wird ja landauf und landab getan- aus der Sicht der damaligen Not war es absolut nachvollziehbar.

Und- jeder von uns hat verarbeitete Gegenstände aus dem Holz, das seinerzeit die Kulturfrauen gepflanzt haben, schon vielfach verwendet und benutzt. Die Wälder der Kulturfrauen lieferten und liefern das Holz für unsere Häuser, Dachstühle, unser Papier und Alltagsgegenstände.

Bis 2002 war die Leistung der Kulturfrauen in aller Hände- nämlich auf der Rückseite der 50 Pfennig Münze. Schade, dass diese Anerkennung nicht den Weg auf die deutschen Euromünzen fand. Die Frauen hätten es verdient!

Eine Verbeugung vor einer enormen Aufbauleistung dieser Frauen!

Wer war die auf der Münze abgebildete Frau? Vielen Dank an Traudel Herbold für die Info und den Link!

https://l.facebook.com/l.php?u=https%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FGerda_Johanna_Werner%3Ffbclid%3DIwZXh0bgNhZW0CMTAAAR1-HoRz8l8JC0H1Ff6q1cC0OcWe7yOlA3ZTrWOMuZTGuiSCiSdoscl0P7Q_aem_kbAcHhboAp6k8Z2t37SuVw&h=AT3q0XA61n6ftesYYkOiwKUumATIMjkjU-pNTuK-1snibmTAVqllxQXhqoMz0zEpMRsPpb_pcw9Ub8NXuwWrblXNVFVYcoPJAXElT8HJZ4y1TS7mHOtCJLjYxO6vRKaJJbag&__tn__=R]-R&c[0]=AT3xDD0i98RijHUrr6_OTQp3cKISWxPXXP1CiSoj7GmzPr5cJsBzr0A7jRXATo3FdKenplMiKuqrRbSynsUe-J4TIyB_yN-t2QXKD8GqUEKzEGLZSJbqW8Ra0em0BOrsugMZEInMCbIPYrEKQk2dgBqM_6-O2kwZHmoHuW_rkKqnavzBFx6TP-Xxo41mKd4vlieXjup4qo4FSVU6Ew0RK3G6VmA

21/01/2025

Der Bergfink (Fringilla montifingilla) und speziell die Böhämmerjagd

Bergfinken sind Waldbewohner. Den Sommer verbringen sie in den Wäldern Nordeuropas und Sibiriens. Als Zugvögel finden sie sich im Winter gerne in mitteleuropäischen Wäldern ein. Besonders eine Nahrungsquelle zieht sie fast magisch an: Bucheckern. Also in Jahren, in denen es sie in Massen gibt- heuer bei uns nicht. Aber auch am Futterhäuschen lassen sich Bergfinken immer mal wieder beobachten- gerne in Gesellschaft von Buchfinken, denen sie ein bisschen ähnlich sehen.

In der Südpfalz war die Jagd auf Bergfinken ( Böhämmer genannt) jahrhundertelang Tradition und Teil des Speiseplans der oft bettelarmen Bevölkerung im Winter. Mit Blasrohren und Tonkügelchen wurden die Singvögel gejagt. Die Blasrohre waren etwa zwei Meter lang und hatten einen 1-1,5 cm breiten Innendurchmesser. Bergfinken sitzen des nachts dicht an dicht auf den Ästen. Diese Äste hat man mit Zündpfannen beleuchtet. Zündpfannen waren Metallkörben, in denen man harziges Kiefernholz ( Kienholz) verbrannt hat, um die Stelle zu beleuchten auf denen die Vögel dicht gedrängt saßen. Wenn man nun mit dem Geschoss einen Vogel traf, so fiel der zu Boden und die anderen Vögel rückten auf, um die Reihen zu schließen. Man wärmt sich gerne gegenseitig. Solange man sicher traf und der Vogel mehr oder weniger lautlos zu Boden fiel, konnte man das stundenlang treiben. Wenn aber ein Vogel flatterte, weil er nicht gleich tödlich getroffen war, dann flog verschreckt der ganze Schwarm auf und kam auch die ganze Nacht nicht wieder. Die Schützen müssen wohl Meister ihres Fach gewesen sein. Die Böhämmerjagd war ein fester Bestandteil des Lebens in den südpfälzischen Dörfern. Erste Erwähnung dieser Jagd findet sich 1593 in Kirchenakten der Gemeinde Leinsweiler. 1908 wurde die Singvogeljagd in Deutschland weitgehend verboten. Und die jungen Leute in der Südpfalz mussten dieses Treiben wohl heimlich fortführen. Oft indem man tagelang im Wald blieb, tagsüber im Dickicht schlief und nachts dann lautlos jagte.

Bergfinken sind häufige Waldbewohner und in ihrem Bestand nicht bedroht. Aber kein Grund die Vögel wieder zu bejagen und sicher ein Grund, die Jagd auf die kleinen Vögel auch bei unseren Nachbarn einzustellen.

Vielen Dank an Hans Schmitt, Naturschützer aus Ludwigshafen, für das schöne Foto.

Weihnachtsbäume und Wildfleisch aus der Region.
02/12/2024

Weihnachtsbäume und Wildfleisch aus der Region.

Weihnachtsbäume und Wildbret aus Rheinland-Pfalz 🎄

🕯️ Zum 1. Adventswochenende startet an vielen Forstämtern in Rheinland-Pfalz wieder der Verkauf von Weihnachtsbäumen aus naturverträglichem Anbau. Das bedeutet konkret, dass diese weder gedüngt noch mit Giften behandelt sind. Durch den geringen Tarnsportweg hat der regionale Weihnachtsbaum außerdem eine bessere Klimabilanz. Obendrein sind die Weihnachtsbaumkulturen der Forstämter meist unter Stromtrassen angelegt. Die Weihnachtsbäume wachsen also dort, wo Wald mit hohen Bäumen ohnehin nicht entstehen darf.

🦌 Auch das passende Weihnachtsmenü kann aus heimischen Wäldern stammen. Wildprodukte von Reh, Hirsch oder Wildschwein sind gerade in der winterlichen Jahreszeit sehr beliebt.

ℹ️ Eine Übersicht über die Verkaufsstellen von Weihnachtsbäumen, Wildbret und unsere Adventsaktionen gibt es hier: https://www.wald.rlp.de/start-landesforsten-rheinland-pfalz/service/nachrichten-uebersicht/einzelnachricht/weihnachtsbaeume-und-wildbret-aus-rheinland-pfalz

Foto: Landesforsten.RLP.de / Jonathan Fieber

Adresse

Westring 6
Landau
76829

Öffnungszeiten

Montag 08:00 - 12:00
14:00 - 15:00
Dienstag 08:00 - 12:00
14:00 - 15:00
Mittwoch 08:00 - 12:00
14:00 - 15:00
Donnerstag 08:00 - 12:00
14:00 - 15:00
Freitag 08:00 - 12:00

Telefon

+49634192780

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