15/06/2026
Weit mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger sind aktuell bei der mittlerweile fünften Verlegung von Stolpersteinen in der Kleinen Roßbergstraße und der Bremer Straße in Leer dabei.
Insgesamt geht es um 20 Steine zu Ehren von Mitgliedern der Familien Cohen, Grünberg, Isaak, Baruch und P***k sowie von Hermann Tempel und Helene Heyer.
Bürgermeister Claus-Peter Horst begrüßte in seiner Ansprache unter anderem Gerda Dänekas und erinnerte daran, dass der vor fünf Wochen verstorbene Holocaust-Überlebende und Ehrenbürger Albrecht Weinberg den Anstoß zu diesem Projekt gegeben hatte. Es sei nun „die Aufgabe von uns allen“, dieses Projekt fortzusetzen.
Neben der Stadt kümmern sich die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Ostfriesland, die Gedenkstätte „Ehemalige Jüdische Schule“ und die Arbeitsgruppe (AG) „Stolpersteine für Leer“ darum. Laut Bernd-Volker Brahms von der AG sind in Leer bislang 93 Steine verlegt worden, etwa 250 seien möglich.
Einige Familienangehörige derjenigen, die mit einem Stolperstein geehrt wurden, sind extra zu dem Termin aus Israel, den Niederlanden und aus anderen Teilen Deutschlands angereist - unter anderem Hermann Grünberg, dessen Großeltern Hermann und Martha Grünberg in Sobibor ermordet worden waren. „Keine Nummern, keine Anonymität“, sagte er. Die Steine seien wichtig, um sich jeden Tag das Schicksal seiner Großeltern, die ein Teil von ihm seien, vor Augen führen zu können. Und, um von Generation zu Generation weiterzutragen, wie unmenschlich das System der NS-Regierung war.