22/02/2025
𝗩𝗼𝗺 𝗕𝗿𝘂𝗰𝗵 𝘇𝘂𝗺 𝗦𝗰𝗵𝗿𝗶𝘁𝘁 𝘃𝗼𝗿𝗮𝗻 – 𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝘄𝗶𝗿 𝘂𝗻𝘀 𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗣𝗿𝗼𝗴𝗿𝗮𝗺𝗺𝗱𝗶𝘀𝗸𝘂𝘀𝘀𝗶𝗼𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗞𝗣 𝗯𝗲𝘁𝗲𝗶𝗹𝗶𝗴𝗲𝗻
Im Dezember 2024 sind wir mit der Erkenntnis, dass die KPD keine revolutionäre Partei ist, aus ihr ausgetreten. Mit diesem Schritt wollten wir nicht den in die Desorganisierung gehen, sondern genau gegenteilig, unsere Handlungsfähigkeit als Kommunisten wiederherstellen. Was nützt uns eine Partei, die ihr Statut und Programm nicht ernst nimmt? Eine Partei die sich im Tagesgeschäft opportunistisch und angepasst, statt revolutionär und voranschreitend verhält?
Es ist aber auch klar, dass es ohne Programm und Statut nicht möglich ist, wirksame politische Arbeit zu verrichten und die Massen zu mobilisieren. Zuviel falsches Bewusstsein, zu groß die Mängel der politischen Bildung, zu individualisiert das Alltagsbewusstsein der Menschen. Eine Partei – also die organisierte Parteinahme für die Sache der Arbeiterklasse – muss sich Grundsatzdokumente geben, um überhaupt handlungsfähig und wirkmächtig zu sein. Ein Statut und Programm bilden dabei die unveräußerlichen Leitplanken der täglichen Arbeit. Diese Dokumente können nicht mal eben dahin geschrieben werden, sondern sie sind selber Ausdruck der Erfahrungen der Kämpfe der Klasse und den theoretischen Überlegungen ihres bewusstesten und fortschrittlichsten Teils.
Nun sehen wir aber, dass es kein solches Programm in Deutschland gibt. Jedoch sehen wir sehr wohl, dass es einige Zusammenhänge und Gruppen gibt, die zumindest den gleichen Anspruch an eine Kommunistische Partei formulieren. Allem voran ist hier die Kommunistische Partei (KP), vormals Kommunistische Organisation (KO), zu nennen. Diese hat sich nach einigen Jahren der Diskussion und Klärung im Juni 2024 als Partei gegründet und seit September 2024 einen Entwurf für ein zukünftiges Programm veröffentlicht. Durch ihr wesentlich richtiges Verständnis der Ökonomie des Imperialismus, des Sozialismus und der revolutionären Strategie stehen sie als eine der wenigen Organisationen in Deutschland fest auf dem Boden des Marxismus-Leninismus. Damit wird die Diskussion um das Parteiprogramm der KP zu einem der wichtigsten Prozesse für Kommunisten in Deutschland und somit auch für uns.
Wir werden in unserer zukünftigen Arbeit daher ein großes Augenmerk auf die Programmdiskussion der KP legen und auch auf die damit verbundene notwendige Klärungs- und Forschungsarbeit. Wir denken aus unserer konkreten politischen Praxis, nicht nur in und um die KPD, wichtige und wertvolle Erfahrungen gesammelt zu haben, die das Programm einer kommenden kommunistischen Partei nur bereichern können. Wir wollen aber kein abgeschlossener Theoriezirkel werden, sondern werden auch weiterhin zur Organisierung von Arbeiterinnen und Arbeiter beitragen, um immer mehr von ihnen für den Kampf für den Sozialismus zu gewinnen. Dazu bleiben wir auch weiter in Massenorganisationen aktiv, führen Bildungseinheiten, Aktionen und Diskussionsveranstaltungen durch.
Um den Prozess des Austritts endgültig zu beenden und uns nun den anfallenden Aufgaben widmen zu können, haben wir uns in Kommunistische Gruppe umbenannt. Wir haben keine Sentimentalität diesem Namen gegenüber und begreifen es explizit als Interimsprojekt auf dem Weg zu einer kommunistischen Partei, die diesen Namen verdient. Unser Ziel ist es, die Diskussionen innerhalb der internationalen kommunistischen Bewegung weiter aktiv zu verfolgen, mit zu führen und zur Klärung im Sinne der Arbeiterklasse und somit für die revolutionäre Sache beizutragen. Unsere Austrittserklärung reißt wesentliche Diskussionen an, auch haben wir einige Anmerkungen zum Programmentwurf der KP. Klassenanalyse, Lage der Arbeiterklasse in Deutschland, sowie die Schwerpunktsetzung kommunistischer Politik scheinen uns noch einige Diskussionen wert. Wir warten daher mit Vorfreude auf die Möglichkeiten, diese Gedanken mit den Genossinnen und Genossen der KP zu teilen, aber laden auch alle sonstigen Interessierten ein, mit uns in Kontakt und Austausch zu treten.
Kommunistische Gruppe Leipzig
Februar 2025
https://kommunistischegruppe.wordpress.com/2025/02/22/vom-bruch-zum-schritt-voran-warum-wir-uns-an-der-programmdiskussion-der-kp-beteiligen/