31/05/2026
Rachela Auerbach ist eine von 17 Gelehrten, die bei uns im Dubnow-Institut in der Porträtgalerie hängen.
Im Rahmen der Führung „Wer schreibt jüdische Geschichte?“ stellt Nicolas Berg die Galerie am Donnerstag, 25. Juni, 17 Uhr näher vor: https://www.dubnow.de/veranstaltung/wer-schreibt-juedische-geschichte
vor 50 Jahren starb Rachel Auerbach in Tel Aviv. Geboren wurde sie am 18. Dezember 1903 in Laniwzi (damals Russisches Zarenreich, heute Ukraine). Sie studierte Geschichte, Philosophie und Psychologie und Lwiw und arbeitete als Journalistin und Verlegerin der Literaturzeitschrift Tsushtayer. 1933 zog sie nach Warschau.
Im Warschauer Ghetto leitete sie eine der Suppenküchen. Zudem engagierte sie sich in der Untergrundgruppe Oneg Shabbat um den Historiker Emanuel Ringelblum. Im Bewusstsein der beispiellosen Verbrechen um sie herum, sammelten deren Mitglieder vielfältige Dokumente und sicherten damit Beweise für die Nachwelt. Das Archiv, das sie 1942 und 1943 vergruben, ist eine der wichtigsten Sammlungen zu jüdischem Leben und Sterben während des Holocaust und zudem ein bedeutendes Beispiel jüdischer Selbstbehauptung. Kurz vor dem Aufstand im Warschauer Ghetto gelang Auerbach die Flucht auf die sogenannte „arische“ Seite, wo sie unter falscher Identität überlebte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie Gründungsmitglied der Jüdischen Historischen Kommission und war im September 1946 mit dabei, als aus den Ruinen des von der SS vollständig niedergebrannten Ghettos die Metallkisten des Ringelblum-Archivs geborgen werden konnten. Bereits in Polen begann Auerbach, Interviews mit Überlebenden des Holocaust aufzunehmen und zu sammeln.
1949 wanderte Auerbach nach Israel ein, wo sie ab 1954 die erste Direktorin der Oral-History-Abteilung der nationalen Gedenk- und Forschungsstätte Yad VaShem war. In dieser Funktion prägte sie maßgeblich die Entwicklung der jungen Oral-History-Forschung – nicht nur in Israel, sondern weltweit.