01/06/2026
1955 – als Leverkusen kreisfrei wurde
Bis Anfang 1955 gehörten die damaligen Städte Opladen (als Kreisstadt), Leverkusen und Bergisch Neukirchen dem Rhein-Wupper-Kreis an, waren also nicht eigenständig. Dabei hatte Leverkusen bereits 1950 mit über 66.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als doppelt so viele wie Opladen und Bergisch Neukirchen zusammen, Tendenz steigend. Schon 1946 gab es den ersten, noch erfolglosen Versuch Leverkusens, den Rhein-Wupper-Kreis zu verlassen. 9 Jahre und mehrere wechselseitige Gutachten später, begleitet von einer emotional aufgeladenen Stimmung, war schließlich der Zeitpunkt gekommen. Neben der Größe der Stadt (Platz 66 im Bundesgebiet) drehten sich die Argumente besonders um die Kreisumlage, da die Zahlungen Leverkusens mit nur einem Drittel der Kreis-Bevölkerung bis zu 60% ausmachten. Zurück flossen nur wenige Mittel, und der Einfluss im Kreistag war sehr gering. Sprach sich der Kreistag am 9. Juli 1953 gegen die Auskreisung aus, so stimmte der Landtag von NRW knapp dafür, sodass die Stadt Leverkusen zum 1. April 1955 – genau 25 Jahre nach ihrer Gründung – vom Kreis unabhängig wurde. Zu der neuesten Literatur zum Thema gehört die Facharbeit von Kirsten Bryndis Wenck, The separation of the city of Leverkusen from the Rhine-Wupper-District in 1955, Leverkusen 2023 (LD 278).
Bilder: 6060.100.009 Leverkusener Rathaus und Stadthaus 1955, Cover der Broschüren pro und kontra Auskreisung, aus LA 65.2.