20/03/2021
Es ist wirklich bemerkenswert und schade, wie z.B. in Klötze der Prozess zur Planung und strukturellen Weiterentwicklung der LEADER-Förderung für die kommenden Jahre durch Politik und Verwaltung gestaltet wird.
Ob eine neues LEADER-Gebiet, dass genau denkungsgleich mit dem Altmarkkreis Salzwedel ist, Vorteile für die neben ihrem Beruf in ihrer Freizeit bürgerschaftlich und ehrenamtlich engagierten Menschen bringt?
Auch Gardelegen und somit auch Lindstedt werden von diesen Entwicklungen betroffen sein.
War es doch bisher so, dass die LEADER-Gebiete durch interessierte Vereine und Unternehmen gemeinschaftlich mit Politik und Verwaltung an Hand der lokalen Stärken, Schwächen und Entwicklungschancen quasi von unten gebildet und gegründet wurden – und so sind dann landkreisübergreifende LEADER-Gebiete wie z.B. „Rund um den Drömling“, „Mittlere Altmark“ oder „Colbitz-Letzlinger-Heide“ entstanden – da hier die landschaftlichen und sonstigen lokalen Gegebenheiten sehr gleich oder sehr ähnlich sind.
Auf der folgenden Internetseite wird kurz erklärt, was das Wesen, die Grundsätze und Merkmale von LEADER sind:
https://enrd.ec.europa.eu/.../lea.../leaderclld-explained_de
Durch LEADER wurde gegenüber den bestehenden politischen und verwaltungstechnischen Strukturen (Landkreis etc.) die Möglichkeit geschaffen über den Tellerrand hinauszuschauen - sich quasi aus der bestehenden Käseglocke zu befreien. So hat man die Möglichkeit sich mit anderen Akteuren zu vernetzen und über Herausforderungen und mögliche Lösungen für Probleme auszutauschen – gemeinsam lokal an der Weiterentwicklung lebenswerter Dörfer und Städte zu arbeiten, da diese Orte ja irgendwie mit einander verbunden sind - sei es durch die landschaftlichen Gegebenheiten, wirtschaftliche Strukturen oder sonstige Dinge. Und diese Verbundenheit hat sich langsam, natürlich und nachhaltig entwickelt - meist sogar innerhalb der letzten Jahrhunderte – so dass diese gemeinsame Identität und Verbundenheit quasi ein kulturelle Dimension hat und sich so in dem Leben und der lokalen Kultur widerspiegelt.
Was wird es also bringen, wenn man mit der Änderung/Auflösung der aktuell noch bestehenden LEADER-Gebiete eine der letzten Möglichkeiten abschafft, gemeinschaftlich für lebenswerte und zukunftsfähige Orte in einem Gebiet zusammenzuarbeiten, die eine gemeinsame Identität und ein natürlich gewachsenes Zusammengehörigkeitsgefühl haben?
– Und stattdessen das gewachsene zerstört, es nicht behutsam weiterentwickelt sondern quasi mit der Brechstange das Ganze in eine künstliche politisch und verwaltungstechnisch motivierte Struktur presst.