04/09/2026
Die Gemeinde Swisttal treibt die Umsetzung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für die Ortsteile Buschhoven und Odendorf voran. Über den aktuellen Stand der Maßnahmen, die Abstimmungen mit dem Fördergeber sowie die nächsten Schritte wird die Verwaltung in der Sitzung des Planungs- und Verkehrsausschusses am 10. September berichten.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Weiterführung der Städtebauförderung im Programm „Lebendige Zentren“, die Verlängerung des Durchführungszeitraums für die Maßnahme „Multifunktionaler Neubau einer Schule mit integriertem Dorfsaal“ in Odendorf sowie eine tragfähige und finanziell nachhaltige Konzeption für den Dietkirchenhof als zentrales Projekt in Buschhoven.
„Von einem Stillstand kann keine Rede sein. Die Verwaltung hat in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, die Städtebauförderung für Swisttal langfristig zu sichern und die noch anstehenden Projekte aus dem bewilligten Maßnahmenplan an die aktuellen finanziellen und förderrechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Seit der Konzeption sind viele Jahre vergangen, in denen sich auch die Bedarfe vor Ort verändert haben. Deswegen braucht es ein Update“, erklärt Bürgermeister Tobias Leuning.
Im Laufe des Sommers fanden dazu zahlreiche Gespräche mit Buschhovener Akteurinnen und Akteuren, ein mehrtägiger verwaltungsinterner Workshop gemeinsam mit der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) und dem Bürgermeister sowie ein Abstimmungsgespräch mit der Bezirksregierung Köln statt. Ziel war es, die Gesamtmaßnahme voranzutreiben dabei aber Einsparpotenziale zu identifizieren und gleichzeitig die Förderfähigkeit der Projekte dauerhaft zu sichern.
Die Bezirksregierung Köln hat der Gemeinde ausdrücklich empfohlen, die Gesamtmaßnahme weiterzuführen. Nach Einschätzung des Fördergebers sind sowohl die Entwicklung des Dorfsaals in Odendorf als auch die Entwicklung des Dietkirchenhofs und seines Umfelds in Buschhoven wichtige Bausteine für die Ziele des Förderprogramms.
Nachdem es bei der Planung des Neubaus der Grundschule Odendorf mit integriertem Dorfsaal aus verschiedenen, ausführlich kommunizierten Gründen Verzögerungen gab, geht es nun voran. Die Objektplanung wurde Ende Juli an das Planungsbüro Kaspar Kraemer Architekten GmbH aus Köln vergeben wurden. Die Planung des Rückbaus ist so weit fortgeschritten, dass der Abriss der Grundschule sowie die damit verbundenen Schadstoffsanierungen, Entkernungs- und Spezialtiefbauarbeiten in Kürze ausgeschrieben werden kann.
Der Gemeinderat soll im Hinblick auf den Durchführungszeitraum der Städtebauförderung einen Verlängerungsantrag beschließen, damit das Projekt zügig fortgeführt werden kann.
Andere ISEK-Maßnahmen, wie beispielsweise das Hof- und Fassadenprogramm mit der dazugehörigen Gestaltungsfibel, sind bereits in der konkreten Bearbeitung.
Für den Dietkirchenhof wird derzeit geprüft, wie die Maßnahme wirtschaftlich und förderrechtlich tragfähig umgesetzt werden kann. Voraussetzung für eine Förderung bleibt eine Nutzung mit Gemeinbedarfscharakter. Neben dem Verzicht auf einzelne Ausbauoptionen schlägt die Gemeindeverwaltung vor, auch auf die seinerzeit angedachte aber nicht förderfähige gastronomische Nutzung zu verzichten. Die bisher geplanten Nutzungen aus Veranstaltungslocation, Vereinsräumen und niedrigschwelligen Angeboten könnte durch ein öffentlich zugängliches, historisches Archiv ergänzt werden. Damit könnte dem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement im Ortsteil Buschhoven Rechnung getragen sowie wertvolle Arbeit erhalten und zugänglich gemacht werden. Eine abschließende Einschätzung des Fördergebers hierzu liegt der Verwaltung zum heutigen Zeitpunkt aber noch nicht vor.
„Uns geht es darum, eine tragfähige Lösung für den Dietkirchenhof zu entwickeln, die den Förderbedingungen entspricht, keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten schafft, den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht wird und gleichzeitig die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde berücksichtigt“, so Leuning.
Der Bürgermeister weist zudem darauf hin, dass die Entscheidung über die zukünftige Nutzung des Dietkirchenhofs nicht durch die Verwaltung oder den Bürgermeister getroffen wird:
„Die Verwaltung bereitet die Grundlagen vor, prüft Varianten und ermittelt die Kosten. Über die künftige Nutzung entscheiden letztlich die politischen Gremien der Gemeinde. Dafür schaffen wir aktuell die notwendigen Entscheidungsgrundlagen.“
Die Gemeinde begrüßt ausdrücklich das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für die Entwicklung des Buschhovener Ortskerns. Initiativen, Vereine und engagierte Einwohnerinnen und Einwohner leisten nach Auffassung der Verwaltung einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die Zukunft des Ortes.
„Ich freue mich über jede Initiative, die sich konstruktiv für die Entwicklung Buschhovens einsetzt. Die Verwaltung steht jederzeit für Gespräche und einen Austausch zur Verfügung. Unser gemeinsames Ziel ist ein lebendiger und attraktiver Ortskern“, betont Leuning.
Mit dem nun vorgesehenen Förderantrag für das Jahr 2027 sollen erste Planungsschritte für die Qualifizierung des Toniusplatzes und des Weiherumfelds in Buschhoven sowie die Aufwertung der Odinstraße in Odendorf vorbereitet werden. Gleichzeitig soll die kontinuierliche Förderung der Gesamtmaßnahme sichergestellt und eine weitere Förderpause vermieden werden.