19/08/2026
Eine einzige falsch platzierte Injektion kann aus einem alltäglichen Schmerzmittel innerhalb kurzer Zeit einen gefäßchirurgischen Notfall machen. Genau das kann passieren, wenn Diclofenac versehentlich direkt in eine Arterie gelangt.
Im betroffenen Gefäß können heftige Gefäßkrämpfe, eine Schädigung der Gefäßinnenwand und die Bildung von Blutgerinnseln entstehen. Dadurch wird die Blutversorgung des dahinterliegenden Gewebes zunehmend unterbrochen und es entwickelt sich eine akute Ischämie.
Typisch sind plötzlich einsetzende starke Schmerzen, später können Kribbeln, Taubheitsgefühle, Schwäche, eine zunehmende Verfärbung und eine kalte Extremität hinzukommen. Wird die Durchblutung nicht rechtzeitig wiederhergestellt, sterben Zellen durch den anhaltenden Sauerstoffmangel ab und es entstehen Nekrosen.
Die tiefschwarze, trockene und teilweise wie mumifiziert wirkende Haut entspricht einer sogenannten trockenen Gangrän und zeigt bereits einen weit fortgeschrittenen Gewebeuntergang. In diesem Stadium können die Schäden dauerhaft sein und in schweren Fällen kann eine Amputation notwendig werden.
Entscheidend ist deshalb die Zeit: Eine vermutete versehentliche intraarterielle Medikamenteninjektion ist ein medizinischer Notfall und muss schnellstmöglich gefäßmedizinisch beurteilt werden. Je früher die Durchblutungsstörung erkannt und behandelt wird, desto größer ist die Chance, betroffenes Gewebe und im schlimmsten Fall die gesamte Extremität zu retten.
Ein Medikament, das Millionen Menschen als gewöhnliches Schmerzmittel kennen, zeigt hier eindrucksvoll, wie entscheidend der korrekte Verabreichungsweg sein kann.