23/05/2026
Seit 77 Jahren gibt das Grundgesetz unserer Demokratie ihr Fundament. Es schützt die Freiheit und die Grundrechte jedes einzelnen Menschen – und stellt an den Anfang einen Satz, der bis heute Maßstab politischen Handelns ist: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Dieser Satz ist Auftrag. Für den Staat, für die Politik und für uns alle.
Denn Demokratie bleibt nur stark, wenn Menschen sie ernst nehmen, verteidigen und mit Leben füllen. Sie braucht Respekt vor anderen Meinungen, den Mut zum Widerspruch und die Bereitschaft, sich einzumischen.
Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten rauer werden, demokratische Institutionen angegriffen und Grenzen des Sagbaren bewusst verschoben werden, zeigt sich: Ein starker verfassungsrechtlicher Rahmen ist unverzichtbar. Aber er wirkt nur, wenn Menschen für seine Werte einstehen.
Dass die Gleichberechtigung von Frauen und Männern seit 1949 im Grundgesetz steht, war kein Zufall. Es war das Ergebnis klarer Haltung und großer Beharrlichkeit. Die Frauen auf dem Foto – Elisabeth Selbert, Frieda Nadig, Helene Weber und Helene Wessel – haben deutlich gemacht: Gleiche Rechte werden nicht geschenkt. Sie müssen erkämpft, verteidigt und mit Leben gefüllt werden.
Für uns als -Fraktion ist klar: Demokratie lebt vom Schutz der Grundrechte, vom Mitmachen und vom Streit um das bessere Argument. Der Blick zurück zeigt, was auch heute gilt: Es braucht klare Stimmen, Verantwortung und Mut.
Abbildungen:
1. Das Original des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (DBT/Sylvia Bohn)
2. Bestand Erna Wagner-Hehmke Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, v.l.n.r.:
Helene Wessel, Zentrumspartei (1898-1969), Helene Weber, CDU (1881-1962), Frieda Nadig, SPD (1897-1970), Elisabeth Selbert, SPD (1896-1986)