17/02/2026
Die CDU wehrt sich gegen die Sparvorschläge der Stadtkämmerin (Grüne), die ausgerechnet die Bedürftigsten an der Melanchthon-Grundschule treffen!
Ausgerechnet gegen die Bedürftigsten
CDU gegen Kürzungen bei der Coerder Melanchthon-Grundschule
In der Melanchthonschule in Coerde sind die Kürzungspläne der von den Grünen dominierten Stadtverwaltung nach Darstellung der Rathaus-CDU auf „blankes Entsetzen“ gestoßen. „Die Sparvorschläge der Kämmerin und künftigen Stadtdirektorin treffen ausgerechnet die Bedürftigsten“, hat Jolanta Vogelberg festgestellt. Coerdes Ratsfrau hatte mit ihrem Kollegen Meik Bruns die Coerder Melanchthonschule besucht und sich über die Auswirkungen des von der Stadtspitze geplanten Mittelentzugs informiert. „Die Rasenmäher-Aktion wirkt hier besonders verhängnisvoll“, sagte der schulpolitische CDU-Sprecher und Vorsitzende des städtischen Schulausschusses. Dabei geht es um relativ geringe Sparbeiträge, die nach Ansicht der beiden CDU-Ratsmitglieder in Coerde „verheerende Auswirkungen“ hätten. „Worte und Taten passen nicht zusammen, wenn die einzige Grundschule in Münster mit dem höchsten Sozialindex geschwächt wird“, sagte Vogelberg und fügte hinzu: „Es muss für die Betroffenen wie Hohn klingen, dass im Koalitionsvertrag der Rathausmehrheit ausgerechnet Bildung als Schlüssel zur Chancengerechtigkeit explizit betont wird.“ Die Coerder Schule müsse von der Streichliste genommen werden.
Gekürzt werden sollen Mittel für sogenannte Förderinseln, die im städtischen Haushalt für die Melanchthonschule lediglich 11.000 Euro jährlich ausmachen, aber vor allem sozial belasteten Familien mit Zuwanderungsgeschichte helfen, deren Kinder vor dem Schulbesuch kaum eine Kindertagesstätte besucht haben. Ratsfrau Vogelberg führt ein weiteres Beispiel an: „Die beabsichtigte Streichung des ‚Förderfonds Lernen in Münster‘, aus dem die Melanchthonschule 2.000 Euro im Jahr erhält, heißt schlicht und einfach, dass die Kinder kein Mittagessen mehr bekommen und an keinem Ausflug mehr teilnehmen können.“ Ebenfalls auf der Streichliste steht das Vorleseprojekt „mulingula“, das Kinder muttersprachlich schult.
Melanchthon ist die einzige Schule in Münster mit Sozialindex 9, was extrem hohe soziale Herausforderungen und den höchsten Unterstützungsbedarf ausweist, wovon die Hälfte aller Schüler betroffen ist. 83 Prozent sind derzeit anspruchsberechtigt nach dem Bildungs- und Teilhabeprojekt (BuT), das Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen gezielt unterstützt, um die Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen zu stärken und die sozialen und emotionalen Fähigkeiten der Kinder zu fördern. 92 Prozent haben Migrationshintergrund.
Vogelberg und Bruns haben nach ihrem Besuch darauf hingewiesen, dass vom Kollegium der Melanchthonschule hervorragende Arbeit geleistet wird. Oft seien hier erst die Voraussetzungen zu schaffen, damit die inhaltliche Bildungsarbeit überhaupt beginnen kann. Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Schule wegen ihres besonderen Bedarfs ins „Starchancen-Programm“ aufgenommen. „Sie wird davon aber nicht im notwendigen Maß profitieren können, wenn die Startchancen einem kommunalen Streichprogramm geopfert werden“, so Vogelberg.
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Die CDU-Ratsmitglieder Meik Bruns und Jolanta Vogelberg (rechts) informierten sich in der Coerder Melanchthonschule bei Schulleiterin Anke Diekmann (2.v.l.) und Stellvertreterin Sabrina Graf-von Veh. Die CDU will die Grundschule aus den Kürzungsplänen der Stadtspitze heraushalten.
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Foto geschossen von: Peter Hellbrügge-Dierks