19/10/2024
Liebe Genossinnen und Genossen,
seit über zehn Jahren bin ich Vorsitzender der SGK Sachsen-Anhalt e.V. und konnte in diesem Ehrenamt an so mancher Stelle die kommunalen Interessen in unserer Partei vertreten und einbringen. Zu unserer Wahlversammlung in Bernburg habe ich in meinem Bericht darüber sinniert, ob es die SGK braucht und kam letztlich zum Schluss, dass es viele gute Gründe für das Bestehen der SGK gibt.
Dessen ungeachtet, bin ich aber zu der Entscheidung gekommen, dass ich diese Aufgabe nicht länger ausüben werde und trete mit Wirkung zum 31. Oktober 2024 vom Vorsitz und aus dem Vorstand insgesamt zurück.
Ich möchte euch diesen Schritt begründen. Am 18./19. Oktober tagte unser Landesparteitag. Insgesamt lagen dem Parteitag rund 120 Anträge vor, keiner davon stammte von uns und das obwohl es viele Themen gäbe, die wir unserer Landespartei, dem Landesvorstand und insbesondere der Landtagsfraktion an die Hand geben müssten. Dass uns als SGK das nicht gelang, laste ich mir als Vorsitzendem an. Ursächlich ist hierfür auch, dass ich mit der Wahl zum Präsidenten des Städte- und Gemeindebundes unseres Landes zusätzliche Verpflichtungen eingegangen bin, die mir zunehmend weniger Zeit für die SGK lassen.
Ich musste außerdem zur Kenntnis nehmen, dass es seitens der Landtagsfraktion bzw. unserer Regierungsvertreter mir gegenüber keine Vertrauensbasis (mehr) gibt. Ich mache das beispielhaft daran fest, dass man sich für einen Wechsel der Nominierung für das SPD-Landesmandat im Ausschuss der Regionen entschied, was den Genossinnen und Genossen in Magdeburg ohne Frage zusteht, aber dass ich dies zufällig erfuhr, beschreibt den Arbeitsstil und spricht für sich.
Als Mitverfasser und Erstunterzeichner des sogenannten Brandbriefes habe ich mich zudem für einen Politikwechsel in unserer Landespartei ausgesprochen und mir dafür von außerhalb der Partei viel Zustimmung und innerhalb der Partei diverse Vorwürfe eingehandelt. Das gehört dazu, für mich ist es aber relevant, dass unsere Landesvorsitzenden zum Parteitag zum Ausdruck brachten, dass sie am bisherigen Stil festhalten wollen. Dass es Andreas Schmidt mit seiner Aussage ernst meinte, als er im Parteivortand erklärte, „dass eher die Hölle zufröre, als mit uns zu reden und auf uns zuzugehen“, belegt das Wahlergebnis zum neuen Landesvorstand unserer Partei.
Insofern ist es angesichts der Summe der aufgeführten Faktoren folgerichtig, die Verantwortung zu übernehmen und mich vom Vorsitz und aus dem Vorstand der SGK zurückzuziehen, bevor unsere SGK Schaden nimmt. Ich habe Silke Schindler als meine Stellvertreterin über diesen Schritt im persönlichen Gespräch heute informiert.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Dittmann