19/01/2012
Warum Naziaufmärsche verhindert werden müssen
Seit 1990 starben in Deutschland mehr als 180 Menschen durch Gewalttaten mit neonazistischem Hintergrund. Viele mehr wurde schwer verletzt und stark traumatisiert. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Allem Anschein nach haben dabei auch noch deutsche Sicherheitsbehörden ihre Finger mit im Spiel, Stichwort NSU und Verfassungsschutz. Erschreckend bleibt die Erkenntnis: Ich muss die Sache selber in die Hand nehmen und was tun! Am Anfang steht die Frage: Was tun?
Jedes Jahr wird Magdeburg von viel zu vielen menschenverachtenden Arschlöchern heimgesucht, die jammernd über ihre Niederlage durch die Stadt ziehen. (Das ein großer Teil von denen auch noch da bleibt ist ein anderes, aber auch sehr dringendes Problem.). Neonazistisches Gedankengut ist nicht zu verharmlosen und auch kein öffentlicher Raum zu bieten. Faschistisches Gedankengut ist auf die physische Vernichtung der Gegner*innen ausgelegt und will die bestehende Gesellschaft unter dem Prinzip der Blutsgemeinschaft totalisieren. Dazu sind alle Mittel recht. Teilnehmer*innen von Neonazidemonstrationen sind auf gar keinen Fall Demokraten*innen, die ihr Recht auf Demonstration wahrnehmen. Sie sind höchst gefährliche, politisch organisierte Gewalttäter*innen.
Dabei verbreiteten sie nicht nur schlechte Laune, sondern schaffen sich auch noch Öffentlichkeit, (um ihrer Sache willen, selbstverständlich nicht als politische Individuen.) Die Neonazis wollen am 14.Januar aber nicht nur die Öffentlichkeit erreichen und ihre politische Stärke aufzeigen, sondern sich auch als politische Alternative anbiedern. Neonazidemonstrationen generell haben noch viele weitere Funktionen, die nicht zu unterschätzen sind. Sie dienen den organisierten Neonazis dazu Strukturen zu festigen und neue Kontakte aufzubauen. Sie dienen der Festigung der kollektiven Identität, in der der Einzelne nichts gilt. Für Neulinge sind sie eine Art Initiationsritus, der durch das öffentliche Bekenntnis zur noch tieferen Verstrickung in die Szene führt. Außerdem wollen sie ihre Aktions- und Bewegungsstärke nach innen und außen beweisen. Noch lose Nazi-Cliquen sollen in bestehende Bewegungsnetzwerke integriert werden. Die Einübung und Stabilisierung „soldatischer Männlichkeit“ und paramilitärischer Verhaltensweisen schafft gehorsame Untertanen*innen der schlimmsten Sorte.