13/08/2024
Zeithistorischer Bericht von 1931, vollständigen Artikel siehe: https://www.zeit-fuer-berlin.de/grossiedlung-blankenfelde-1931
Auch in früherer Zeit gab es gegen Großbauprojekte Einwendungen hinsichtlich der Veränderung der Umwelt oder gar deren Zerstörung – auch wenn die Notwendigkeit einer gesteigerten Forcierung des Wohnungsbaues prinzipiell eingesehen wurde. Ein solches, in der Kritik stehendes Bauprojekt war auch die „Großsiedlung Blankenfelde“.
Kritisiert wurden dabei vor allem in der Weimarer Republik - in welche Planung und Start der verstärkten Siedlungstätigkeit in Blankenfelde fallen - der Verbrauch von Landschaft, die Vernichtung von Waldflächen und die Abriegelung von Seen zugunsten der am Ufer entstehenden Parzellen und Grundstücke, so dass sie der Allgemeinheit nicht mehr zur Verfügung stehen. Gefahren, auf die auch Bruno Taut in seinen Vorlesungen und im Schriftwerk „Die kleinste Wohnung“ aufmerksam macht.
Der damalige „Candidat der Architektur“ und spätere Stadtplaner Alfred Cuda versucht in seinem hier im Original wiedergegebenen Aufsatz, einen Gegenentwurf zu den Planungen der „Süd-Berlin Boden A.G.“ (eine Tochtergesellschaft der Dresdner Bank) für Blankenfelde zu entwickeln, der den Verbrauch von naturbelassenen Flächen bei gleicher Parzellierungsdichte erheblich reduzierte. Hierbei beruft er sich ausdrücklich auch auf Taut und dessen Vorstellungen hinsichtlich der Großsiedlung Blankenfelde.
Die Planungen der „Süd-Berliner Boden A. G.“, die ihr Verkaufsbüro im Inspektorenhaus des von ihr auch erworbenen Blankenfelder Schlosses eingerichtet hatte, sahen dabei lediglich den Bau von Zweifamilienhäusern vor – keinen kompakten Zeilenbau wie in den späteren Jahren durch die „Gagfah“, die 1934 Teilflächen in Blankenfelde von der „Süd-Berlin Boden A. G.“ für die spätere sog. "Gagfah-Siedlung" erwirbt. Der Aufsatz Cudas gibt einen interessanten Einblick in die Planungen und Überlegungen der frühen Jahre des Siedlungsbaus in Blankenfelde wieder.