30/08/2026
Wenn von einer künftigen Nutzung von Schloss Mainberg die Rede ist, geht es immer auch um Tourismus, Gastronomie und Kulinarik. Das hat entlang des Mains schon um 1500 funktioniert, als die Schankstatt „Zum schwarzen Adler“ unterhalb des Schlosses entstand.
Das hat auch noch einmal funktioniert, als 1927 die Schweinfurter Brauerei Hagenmeyer am Ortsrand Richtung Schweinfurt eine eigene Gaststätte mit zwei übereinander liegenden Außenterrassen errichten und sie von Pächtern betreiben ließ.
Die Postkarten, die die Brauerei zu Werbezwecken herausgab, zeigen entweder nur die Gaststätte, oder das unvergleichliche Ortspanorama mit dem Schloss und dem Slogan „Beliebter Ausflugsort“.
Vor allem für Gäste aus Schweinfurt und der Mainfranken, die zu Fuß durch die Weinberge, mit dem Schiff, dem Zug oder dem Rad kamen, wollten die herrliche Lage und die Weinberge genießen. Aber nicht nur die!
Als "Postkarte des Monats" August haben wir Euch in der sommerlichen Ferienzeit eine Ansichtskarten der Gaststätte Hagenmeyer herausgesucht, die 1932 von einer Berlinerin nach Hause geschickt wurde.
In Reiseführern der 1930er Jahre wird mit den neuen Fremdenzimmern, dem reichhaltigen Frühstück und der eigenen Anlagestelle am Fluss sowie den Bootsräumen geworben.
Wer die Staatsstraße entlang des Mais heute kennt und den täglich dort strömenden Verkehr, kann sich vorstellen, dass die malerische Lage zum Fluch wurde. 1961 kaufte die Firma SKF das Gebäude, um Gastarbeiter darin unterzubringen. 1985 wurde mit dem „Café Wildente“ versucht, noch einmal Gastronomie zu etablieren, heute ist das Gebäude aber umgebaut und die Wohnungen sind vermietet.