02/06/2025
Wir laden Sie herzlich zu dem öffentlichen Abendvortrag „Freistaat Flaschenhals – wie passt zusammen was nicht zusammengehört?“ von Dr. Stephanie Zibell am Dienstag, 03. Juni 2025, um 19 Uhr im Sitzungssaal im Rathaus Kaub ein.
Wie im Waffenstillstandsvertrag von Compiègne vorgesehen, kam es Ende 1918 zur Besetzung des linken Rheinufers und der Einrichtung von Brückenköpfen auf der rechten Rheinseite. Daraufhin wurde um die Städte Köln, Koblenz und Mainz ein Halbkreis mit einem Radius von 30 Kilometern geschlagen, und die Gebiete, die sich innerhalb dieses Kreises befanden, zum besetzten Gebiet erklärt. Dabei war allerdings übersehen worden, dass sich die Halbkreise im Bereich der Brückenköpfe Koblenz und Mainz nicht überlappten. Da dieses Gebiet Ähnlichkeit mit dem Hals einer Flasche hatte, wurde es als Flaschenhals bezeichnet.
Bis zum 1. Juli 1920 waren die Grenzen zwischen dem Flaschenhals-Territorium und dem von französischen Truppen besetzten Brückenkopf Mainz nahezu hermetisch geschlossen. Das erschwerte sowohl die Versorgung als auch die Kommunikation der rund 17.000 Menschen, die im Flaschenhals lebten, ganz erheblich – und zwar sowohl untereinander als auch mit den für sie zuständigen Behörden. Frankreich wollte mit dieser Maßnahme Druck auf die Flaschenhals-Bewohner ausüben, damit die sich – im Interesse der Verbesserung ihrer Lebenssituation – „freiwillig“ an das besetzte Gebiet anschlossen. Das aber lehnten die Flaschenhalsbewohner rigoros ab. Über Schleichwege und mit Hilfe von Schmugglern gelang es ihnen, die schwere Zeit zu überstehen.