Hausaufgabenhilfe
Die bipoli Hausaufgabenhilfen sind Bestandteil eines Netzwerkes an schulischen Hilfen für Kinder aus zugewanderten Familien, das in Zusammenarbeit mit dem Büro für Integration des Landkreises Marburg-Biedenkopf aufgebaut wurde und heute insgesamt mehr als 35 Lerngruppen mit Schülerinnen und Schülern vom 1. In den bipoli eigenen Gruppen kann der Verein jährlich bis zu 100 schulsc
hwache Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache betreuen. Orientiert am tatsächlichen Unterrichtsstoff in ihren Klassen erhalten die Kinder zweimal pro Woche Anleitung und gezielte Hilfen bei der selbständigen Erledigung ihrer Hausaufgaben. Die Anliegen der Hausaufgabenhilfen sind
die deutschen Sprachkenntnisse der Kinder zu verbessern,
sie bei der Bewältigung von schulischen Anforderungen zu unterstützen,
das soziale Miteinander zur fördern durch die gemeinsame Erarbeitung der gestellten Aufgaben. Die bipoli Hausaufgabenhilfen finden vor Ort in den Räumen der beteiligten Schulen statt. Sie sind konzeptioneller Bestandteil der schulinternen Fördermaßnahmen für zugewanderte Schülerinnen und Schüler. Die unmittelbare Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Lehrerkollegium und bipoli garantiert eine zielgruppengenaue Auswahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Sie ermöglicht zudem die direkte und persönliche Ansprache der Kinder und ihrer Familien. bipoli ist an folgenden Schulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf tätig (Stand 2011):
Grundschule Kirchhain
2 Gruppen mit zusammen 13 Kindern der 1. – 4. Klassen
Grundschule I Stadtallendorf, Bärenbachschule
1 Gruppe mit 10 Kindern der 4. Klasse
Grundschule II Stadtallendorf, Südschule
5 Gruppen mit zusammen 45 Kindern der 2. – 4. Klassen
Grundschule II Stadtallendorf, Waldschule
2 Gruppen mit zusammen 16 Kindern der 2. – 4. Klassen
Mittelpunktschule (MPS) Dautphetal-Friedensdorf, Primarbereich
2 Gruppen mit zusammen 15 Kindern der 3. Klasse
Die Finanzierung der bipoli Hausaufgabenhilfen erfolgt aus Eigenmitteln von bipoli (Spenden und Mitgliedsbeiträge), Mitteln des hessischen Kultusministeriums über den Trägerverein LOS sowie Eigenmitteln der Schulen. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf trägt die Kosten für die netzwerkübergreifende Koordinationsstelle. Kurs zum gymnasialen Bildungsweg
Noch nicht einmal 10 % der Schülerinnen und Schüler nicht deutschsprachiger Herkunft erlangten im Jahre 2005 in Hessen die Hochschulreife. Zum Vergleich: Im selben Jahr waren es 27,4 % der deutschen Jugendlichen. Hauptursache für diesen Umstand sind die Sprachkenntnisse, die in den zugewanderten Familien selbst in der zweiten oder dritten Generation oftmals noch unzureichend sind. bipoli macht Kindern mit Migrationshintergrund Mut, einen höheren Bildungsabschluss ins Auge zu fassen. Zusätzlich zum regulären Unterricht haben sie im KURS der bipoli die Gelegenheit, ihre Sprachkompetenzen zu festigen und methodische Lernverfahren einzuüben; Fähigkeiten, die sie benötigen, um auf der gymnasialen Oberstufe bestehen zu können. Im KURS zur Verbesserung der Zugangschancen zum Bildungsgang Gymnasium orientieren sich die Unterrichtsinhalte an den Anforderungen der weiterführenden Schulen und an den individuellen Wissenslücken der einzelnen Schülerinnen und Schüler. Es werden Methoden zur strukturierten Wissenserarbeitung, Quellenverarbeitung und Ergebnispräsentation vermittelt und eingeübt
sowie die Kenntnisse der Zweitsprache Deutsch verbessert und anhand der Bearbeitung ausgesuchter grammatischer Phänomene verfeinert. Um den Leistungsanforderungen im KURS gewachsen zu sein, bringen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen einiges an Voraussetzungen mit: Sie müssen zum oberen Leistungsdrittel ihrer Klasse gehören, ein leicht überdurchschnittliches Sprachniveau in Deutsch aufweisen und ein starkes Interesse an Lesetexten erkennen lassen. Das Angebot ist seit 2006 im Programm der bipoli und wird an der Grundschule Kirchhain jährlich mit einer Gruppe von etwa 7 Kindern aus den 4. Anhand einer Indikatorenanalyse werden am Ende des Schuljahres die Leistungsergebnisse der Kinder gemessen und bewertet. 90 % der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler beurteilen ihre Qualifizierung selbst als ‘gut’, fast 3/4 erhalten eine Empfehlung für den Bildungsgang Gymnasium.