12/03/2026
Artenschutz mit Knalleffekt – Kurzhaarschnitt für alte Buchen
THW und HessenForst entfernen Baumkronen aus Sicherheitsgründen und erhalten Unterschlupf für Arten im Burgwald
Aus Gründen der Verkehrssicherung mussten im Revier Rosenthal-Roda die Kronen zweier stark geschädigten Buchenkronen entnommen werden. Die über 200-jährigen Bäume stellten auf-grund ihres Zustands eine akute Gefahr durch die herabfallenden Totäste für Waldbesucher dar. Da eine herkömmliche Fällung nicht mehr sicher möglich war und auch wertvolle Mikrohabitatstrukturen an den Baumstämmen vorkommen, wurden die Kronen der Buchen kontrolliert abgesprengt. Das Forstamt Burgwald führte die Maßnahme gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) durch.
Im Revier Roda wurden aktuell zwei alte Buchen gezielt „frisiert“: Aus Sicherheitsgründen wurden die Kronen der Bäume entfernt, während die Stämme stehen blieben. Die Maßnahme erfolgte in Zusammenarbeit zwischen dem Forstamt Burgwald und dem Technischen Hilfswerk (THW).
Die abgestorbenen Äste in den Baumkronen stellten eine akute Gefahr für die angrenzenden Waldwege dar. Eine herkömmliche Fällung der Bäume war nicht notwendig – und wäre aus Naturschutz-sicht auch unerwünscht. Stattdessen wurden in etwa zwölf Metern Höhe kleine Sprengladungen eingebracht, um die Kronen kontrolliert zu Boden zu bringen. Die Stämme der beiden alten Buchen blieben dabei bewusst erhalten.
„Die Kronenteile sind nicht mehr standsicher und könnten unkontrolliert auf Wege stürzen“, erklärt Thomas Figge, Förster und Revierleiter im Forstamt Burgwald. „Mit der kontrollierten Sprengung stellen wir die Verkehrssicherheit wieder her und schützen gleichzeitig wertvolle Lebensräume.“
Lebensraum für viele Arten bleibt erhalten
Die verbleibenden Baumstämme verfügen über zahlreiche Mikrohabitate wie Spalten, Höhlen und Rindentaschen. Diese Strukturen sind von großer Bedeutung für viele Tierarten, darunter Hohltauben, Bilche, Hornissen und zahlreiche Insekten.
„Die alten Buchen bleiben damit weiterhin ein Rückzugsort und Nahrungsquelle für viele Tiere und Insekten“, betont Dr. Lars Wagner, Leiter des Forstamts Burgwald. „Über die nächsten Jahre werden die Stämme langsam verwittern und die Artenvielfalt fördern – ein Gewinn für Mensch und Natur.“
Präzise Zusammenarbeit mit dem THW
Die technische Umsetzung der Kronensprengungen übernehmen Einsatzkräfte des THW aus den drei Ortsverbänden Frankenberg, Homburg/Efze und Marburg, die über Spezialausbildung und Erfahrung in solchen Einsätzen verfügen. Die Maßnahme wurde sorgfältig geplant und unter strengen Sicherheitsauflagen durchgeführt.
„Unser Ziel ist es, die Kronen gezielt und kontrolliert abzutrennen, ohne den Stamm oder die Umgebung zu gefährden“, erläutert Herr Sohn, leitender Sprengberechtigter des THWs. „Sicherheit für Menschen und Natur hat dabei oberste Priorität.“
(Pressemitteilung HessenForst, FA Burgwald)