17/06/2026
Landrat Hartmut Handschak (parteilos) gedachte heute gemeinsam mit dem Kreistagsvorsitzenden Andrej Haufe (CDU), Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft bei einer feierlichen Kranzniederlegung den Opfern des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953.
Am 17. Juni 1953 protestieren rund eine Million Menschen in der DDR gegen die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Die Arbeits- und Lebensbedingungen hatten sich verschlechtert und gleichzeitig wurden immer höhere Sollerfüllungen in den Betrieben zum Aufbau des Sozialismus gefordert. Aus den großen Industriestandorten in Leuna und Schkopau schlossen sich mehr als 3.500 Menschen den Protesten nach freien Wahlen, einem Ende der Normerhöhungen und einem Leben in Freiheit und Demokratie an. Mit der Unterstützung der Roten Armee wurde der Aufstand am 18. Juni 1953 brutal niedergeschlagen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, etwa 50 Personen starben. Mehr als 15.000 Personen wurden im Zusammenhang mit dem Aufstand festgenommen und erlebten Repressalien wie Zwangsarbeit, Entlassungen, gesellschaftliche Isolation, Verleumdung oder Überwachung.
„Für die Menschen damals mag der 17. Juni 1953 eine Niederlage gewesen sein. Aber wenn wir auf unsere als auch die europäische Geschichte schauen, war dieser Tag von großer Bedeutung. Menschen gingen für Werte wie Freiheit und Demokratie auf die Straße. Ihr Protest war der Stein des Anstoßes für den Protest in anderen Staaten des Ostblocks und schließlich auch Wegweiser für die friedliche Revolution 1989. Der Mut der Frauen und Männer von 1953 sollte uns immer ein Mahnmal sein. Dieser Tag macht uns deutlich, dass unser Leben mit diesen Werten nicht selbstverständlich ist und wir immer wieder aufs Neue dafür eintreten sollten“, so Landrat Hartmut Handschak.
Fotos: Landkreis Saalekreis